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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Millefolium, Achillea millefolium


Schafgarbe, Tausendblatt, Familie der Compositae (Mill.)



Achillea millefolium (Schafgarbe) Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze wird in der Schulmedizin zusammen mit Heparin als eine der wichtigsten gerinnungshemmenden Substanzen eingesetzt und dient u.a. zum Verhüten von Embolien und Thrombosen. Ihre Heilwirkung ist schon lange bekannt, laut griechischer Mythologie soll schon Achilles die Pflanze auf Anweisung Chirons zur Behandlung der Wunden seiner Soldaten verwendet haben, wonach die Pflanze dann benannt wurde. Der volkstümliche englische Name lautet nose-bleed, weil es zum Nasenbluten kommt, wenn man die Blätter in die Nasenlöcher einführt.
Die Schafgarbe wird bis heute in der Volksmedizin vielfach eingesetzt u.a. bei Appetitlosigkeit, Magen-Darmbeschwerden, zur Anregung der Galleproduktion, gegen Krämpfe und Entzündungen, zur Wundheilung und Blutstillung. Eine weitere Indikation sind Frauenkrankheiten. Pfarrer Kneipp wird der Satz zugeschrieben: "Viel Unheil bliebe Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach Scharfgarbe greifen."
Auch in der klassischen Homöopathie wird Millefolium vorwiegend bei Frauenkrankheiten und bei Blutungen verschiedenster Ursache eingesetzt.

Millefolium wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Blutgerinnung, Lunge, Nase, Uterus.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Verletzungen, Sturz aus großer Höhe, Überanstrengung, Überheben, unterdrückte Regel, unterdrückte Milchproduktion

Hauptanwendungsgebiete von Millefolium

- Blutungen
- Verletzungen, besonders Fall aus großer Höhe
- Folgen von Operationen
- Nasenbluten
- Tränenfistel
- Bluterbrechen (Hämatemesis)
- Epilepsie
- Migräne
- Zahnungsbeschwerden, nach Zahnextraktion
- wunde Brustwarzen
- Lungenblutung
- Bluthusten
- Menstruationsbeschwerden
- Sterilität
- Blutungen nach Abort
- Wochenbetteklampsie
- Enuresis (Bettnässen)
- Blasenblutung
- Obstipation (Verstopfung)
- Darmbluten
- Hämorrhoiden
- Krampfadern (Varizen)
- eingeklemmter Bruch (Hernie)
- Tetanus


Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Millefolium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Kopfschmerzen sind stechend und durchbohrend, sie verschlimmern sich durch Bücken. Der Patient hat das Gefühl, der Kopf sei voller Blut. Die Kopfschmerzen sind so heftig, dass er den Kopf gegen die Wand schlägt. Die Augenlider und Stirnmuskeln zucken. Es ist ihm immer so, als hätte er etwas vergessen, weiß aber nicht was. Die Schmerzen in den Augen sind hineindrückend und stechend bis zur Nasenwurzel. Die Sicht ist vermindert und alles wird wie im Nebel wahrgenommen. Tränenfluß und Tränenfisteln. Die Nase blutet hellrot mit Blutandrang nach Kopf und Brust. Krampfanfälle und Epilepsie durch Unterdrückung von Blutungen. Der Schwindel ist schlimmer durch langsame Bewegung, bei z. B. schnellem Gehen wird er besser.

Brust

Die Patienten husten mit häufigem Auswurf von hellrotem Blut, haben Gefühle von Beklemmung in der Brust. Tuberkulose mit Blutspucken. Lungen- und Bronchialblutungen durch Unterdrückung von Absonderungen (z. B. Hämorrhoiden, Menses, Wochenfluss) oder auch durch Sturzverletzung. Übermäßiges Herzklopfen und blutiger Auswurf, dabei beschleunigter Puls. Der linke Arm ist wie eingeschlafen. Beim Atmen im Stehen ist ein feiner durchdringender Schmerz im linken Schulterblatt.

Uro-Genital-Trakt

Beschwerden des Uro-Genital-Traktes, für die Millefolium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten haben Schmerzen in der linken Nierengegend und nachfolgend blutiger Urin oder sie leiden unter Blasensteinen mit Harnverhaltung und Blut im Urin. Frauen leiden unter Menstruationsbeschwerden, die Regel ist schmerzhaft mit Krämpfen, zu früh, zu reichlich und hält zu lange an. Das Blut ist hellrot und flüssig. Es blutet aus dem Uterus nach heftiger Anstrengung. Weiterhin ist das Mittel häufig indiziert bei anhaltenden Blutungen nach schweren Entbindungen oder nach einer Fehlgeburt. Wunde Brustwarzen. Schmerzhafte Krampfadern bilden sich in der Schwangerschaft.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Millefolium:

Eine Arznei für die Blutgerinnung: starke hellrote dünnflüssige glänzende Blutungen, meist schmerzlos, verschiedenster Ursache, aus Nase, Lunge, Niere, Uterus. Mechanische Verletzungen mit stark blutenden Wunden, besonders nach Fall aus großer Höhe. Sickerblutungen nach Operationen. Wundheitsschmerz wie zerschlagen. Dünnflüssige hellrote Blutungen, im Gegensatz zu Aconitum ohne begleitende Angst. Blutungen nach Anstrengung, nach Zahnextraktionen, nach Traumata. Epileptische Anfälle durch unterdrückte Blutungen. Schwindel schlimmer durch langsames, besser durch schnelles Gehen. Durchbohrende stechende stoßartige Kopfschmerzen. Bluthusten durch starke Anstrengung. Heftiges Herzklopfen. Blutungen aus allen Körperöffnungen. Schmerzhafte Krampfadern während der Schwangerschaft. Blutungen nach Geburt oder Fehlgeburt. Menstruationsbeschwerden, die Regel ist zu früh, zu reichlich und zu lange dauernd. Blutende Hämorrhoiden. Blutiger Urin. Eingeklemmte Hernien.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Millefolium als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Bluten, starke körperliche Anstrengung, wiederkehrende Absonderungen, Liegen, tagsüber.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
heftige Anstrengung, schweres Heben, unterdrückte Absonderung, abends, nachts.

Sonstiges

Ähnliche Arzneien bei Verletzung sind Arnica, Bellis perennis und Hamamelis.
Während der Einnahme von Millefolium sollte auf Kaffee verzichtet werden.
Das Antidot zu einer Überdosierung durch den Pflanzengenuß ist Arsenicum iodatum.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Millefolium-Fall aus der Praxis

Die Mutter der 12jährigen Emily ruft aufgeregt in der Praxis des Homöopathen an, der Zahnarzt habe ihrer Tochter heute vormittag zwei Zähne ziehen müssen, da ihr Kiefer für die Zähne zu eng sei und eine Kieferregulierung anstünde. Die Betäubung sei nun gewichen und die Schmerzen seien geringer als erwartet, aber die Blutung wolle nicht zum Stillstand kommen, nur im Liegen sei es besser. Der Homöopath fragt nach der Beschaffenheit des Blutes: es sei hellrot und sehr dünnflüssig, es blute auch nicht nur wenig sondern schon sehr heftig. Der Zahnarzt hatte ihr empfohlen, eine Weile auf eine Mullbinde zu beißen. Trotzdem fange es aber immer wieder an zu bluten. Daraufhin verordnet der Homöopath dem Mädchen die homöopathische Arznei Millefolium.


Begründung der Mittelwahl

Relevant für die Mittelwahl ist hier die Beschaffenheit des Blutes (dünn, hellrot, sehr starke Blutung) und die Besserung im Liegen. Hier wäre alternativ auch an Arnica montana zu denken, zumal es sich ja um eine Verletzung (Zahnextraktion) handelt, allerdings passt die relativ geringe Schmerzempfindung und die Stärke der Blutung besser zu Millefolium.




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