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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Agaricus muscarius, Fliegenpilz


Agaricus muscarius (Fliegenpilz)

Agaricus oder Amanita muscaria, Fliegenpilz, Familie der Agaricaceae(Agar.)


Der Fliegenpilz ist außer in Australien in allen Erdteilen zu finden. Er enthält verschiedene sehr giftige Inhaltsstoffe, von denen das bekannteste das Muscarin (von lat. musca=die Fliege) ist. Der Name erklärt sich aus seiner Verwendung als Mittel zur Vertreibung von Fliegen. Das Alkaloid Muscarin greift das Zentralnervensystem an, verursacht Schwindel, Zuckungen, Spastik und Zittern und bis heute ist kein Gegenmittel bekannt. In Nordasien wird der Fliegenpilz wegen seiner berauschenden Wirkung als Halluzinogen geschätzt. Die Volksmedizin setzte Fliegenpilze schon im 16. Jhdt. gegen Epilepsie, Kopfschmerz und Schwindel ein.
Wegen der Toxizität ist Agaricus verschreibungspflichtig bis zur D3 und wird in der klassischen Homöopathie vorwiegend bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt.

Agaricus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem. Nervus vagus.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
unterdrückte Hautausschläge. Schreck, Schock, Tadel. Kaffe, Alkohol und Tee (Herzbeschwerden). Sexuelle Ausschweifungen. Erfrierungen.

Hauptanwendungsgebiete von Agaricus

- Krämpfe
- Zuckungen, Spastik
- Lähmungen
- Taubheitsgefühle
- Tics
- Koordinationsstörungen
- Konzentrationsstörungen
- Sehstörungen
- Lidkrämpfe
- Sprachstörungen, Stottern
- Erfrierungen
- Frostbeulen
- Verbrennungen
- Pavor nocturnus (Nachtschreck)
- Kopfschmerzen
- Epilepsie
- Parkinson
- Multiple Sklerose (MS)
- Enuresis nocturna (Bettnässen)
- Bronchitis
- Keuchhusten
- Herzbeschwerden
- Angina pectoris
- Hyperhidrosis (übermäßige Schweißabsonderung)
- klimakterische Wallungen
- Lumbago und Ischialgie


Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten haben große Angst um ihre Gesundheit. Verwirrungszustände mit Schwatzhaftigkeit und Lachzwang, auch Delirium. Rauschartige Stimmung mit Singen, Schreien, Lachen und Tanzen, gesteigerte Phantasie und Halluzinationen. Zustände von Niedergeschlagenheit wechseln ab mit Erregungszuständen, ähnlich der manischen Depression. Buchstaben verschwimmen beim Lesen.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Agaricus als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Der Agaricus-Typus ist eine abhängige willensschwache Persönlichkeit, die es vermeidet, Verantwortung zu übernehmen. Er hat häufig eine intensive Furcht vor Krebs, oft begleitet von übertriebenem mitleiderregendem Klagen. Agaricus paßt gut auf Personen mit hellem Haar, und schlaffer Haut und schlaffen Muskeln, auf alte Menschen mit schwachem Kreislauf; ferner für Alkoholiker.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Agaricus:

Unfreiwillige Muskelkontraktionen, Zucken, Rucken, Zittern und Spasmen, nur im wachen Zustand auftretend. Muskellähmungen und -krämpfe. Gähnanfälle. Krämpfe bei Kindern nach Schreck, Schock oder Tadel. Gangunsicherheit und Koordinationsstörungen. Die Beschwerden sind begleitet von Kältegefühl, Taubheit und Kribbeln. Gefühl wie von Eisnadeln unter der Haut oder wie von heißen Nadeln, Gefühl wie von elektrischen Schlägen. Schmerz wie von Splittern. Allgemeine Kälte, äußerst empfindlich gegen kalte Luft und Kältegefühl an einzelnen Stellen. Jucken, Brennen, Stechen und Rötung der Haut. Neuralgische Beschwerden. Kopfschmerz mit Nasenbluten. Schwindel in der Sonne. Frostbeulen, die unerträglich jucken und brennen. Erfrierungen und alle Beschwerden, die durch Kälte entstanden sind. Schmerzen lumbal und sakral, besonders im Sitzen mit Berührungsempfindlichkeit der Wirbelsäule, besser durch Hinlegen. Tagsüber und abends langsamer Puls, morgens beschleunigter Puls. Diagonale Beschwerden: z. B. linker Arm und rechtes Bein. Großer quälender Durst.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Agaricus als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Schlaf, abends, langsame sanfte Bewegung.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Druck, Berührung, kalte Luft, vor Gewitter, nach dem Essen, nach geistiger Anstrengung, nach Koitus

Sonstiges

Agaricus sollte nicht zusammen mit Belladonna eingenommen werden.
Agaricus ist eine bewährte Indikation bei Kopfschmerzen der Alkoholiker.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Lähmung nach Staupe - Fall von Pierre Schmidt

Der berühmte Homöopath Pierre Schmidt berichtet 1928 über die Heilung eines deutschen Jagdhundes, der an einer motorischen Paralyse (Muskellähmung) litt, die sich nach einer Hundestaupe eingestellt hatte. Der Hund war 7 Monate alt und war für 2 Monate an Staupe erkrankt; der Besitzer hatte verschiedenste allopathische Arzneimittel verabreicht - ohne jedes Ergebnis. Nun hatte sich in der Folge eine spasmodische Paraplegie (krampfhafte Lähmung) des Hinterteiles eingestellt. Die auffallenden Merkmale bei der Untersuchung des Hundes waren: Zittern der Glieder, ausgeprägte Lähmung des Hinterteiles, erhöhte Reflexe, Symptome nur während des Tages, das Tier trinkt sehr wenig, Verschlechterung durch kalte Luft und Bewegung, Schwanken und unsicherer Gang. Nach ausführlichem Studium der Materia medica stellte sich heraus, dass das homöopathische Arzneimittel Agaricus als einziges alle die Symptome des Hundes abdeckte, einschließlich der seltsamen Verschlimmerung durch Kälte. Daraufhin verabreichte Pierre Schmidt dem Hund Agaricus C200 als einzelne Dosis.
Fünf Tage später konnte der Hund, wenn auch mit Schwierigkeiten, wieder Treppen steigen. Außerdem schwankte er weniger, stürzte aber noch oft auf die rechte Seite wenn er lief. Elf Tage später sonderten seine Augen reichlich Eiter ab. Er fiel nicht mehr hin sondern taumelte nur noch ein wenig, sein Allgemeinzustand hatte sich sehr gebessert. Vier Wochen später ging es ihm sehr gut, er lief und rannte wie ein normaler Hund, nur seine Augen liefen noch ein bißchen. Diese Absonderung wurde auch nicht behandelt, denn es handelte sich hier um eine natürliche Ausleitungsreaktion, die wenn man sie unterdrücken würde, den bisherigen Behandlungserfolg gefährden würde.




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