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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Allium cepa, Küchenzwiebel


Gemeine oder Küchenzwiebel, Familie der Liliaceae (All-c.)


Allium cepa, die Zwiebelblüte Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen; schon in den Pyramiden fand man sie als Grabbeigaben und bei den Römern zählte sie zu den Grundnahrungsmitteln. Sie kommt wildwachsend nicht mehr vor, daher ist ihre geographische Herkunft ungeklärt. Die Zwiebel ist reich an sulfidhaltigem ätherischem Öl und wirkt nachgewiesen antibakteriell, blutdruck- und blutzuckersenkend. In der Volksmedizin wird sie äußerlich bei Insektenstichen oder Ohrenschmerzen verwendet, aber auch innerlich als Hustensaft oder gegen Fäulnisbildung im Darm.
In der klassischen Homöopathie wird Allium cepa häufig verordnet, ihr Haupteinsatzgebiet sind heuschnupfenähnliche Beschwerden.

Allium cepa wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Schleimhäute, Atemwege, Darm, Nerven.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Feuchte kalte Winde oder feuchtes kaltes Wetter. Nordostwind. Nasse Füße. Verletzungen. Chirurgische Eingriffe.

Hauptanwendungsgebiete von Allium cepa

- Schnupfen
- Heuschnupfen
- Husten, Bronchitis
- Erkältung, Grippe
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
- Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
- Laryngitis (Kehlkopfentzündung)
- Kopfschmerz
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Folgen von Verletzungen oder Operationen
- Phantomschmerz
- Nagelbettentzündung
- Wundgelaufene Füße
- Flatulenz (Blähsucht)
- Durchfall (Diarrhoe)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
große Dumpfheit des Geistes, schlimmer abends, schlimmer bei beginnender Erkältung.

Schnupfen

Schnupfen für den Allium cepa als Heilmittel infrage kommt, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Fließschnupfen mit reichlicher wundmachender Nasensekretion, die Nase und die Oberlippe sind gerötet, wund und gereizt. Der Patient empfindet Brennen in der Nase und in den Nasenflügeln mit reichlich wäßrigem Sekret, das ständig heruntertropft. Reichliche milde Tränensekretion, später auch schleimige Sekretion. Der Schnupfen tritt besonders im Frühjahr oder Sommer auf. Oft beginnen die Beschwerden links um dann auf die rechte Seite überzugreifen. Die Nase ist trocken und verstopft, die Stimme ist heiser, der Hals ist rau. Beim Betreten eines warmen Zimmers und auch morgens nach dem Aufstehen muss der Patient so heftig niesen, dass er meint, es zerreiße ihn. Tiefes Atmen verschlimmert das Niesen. Niesen durch den Geruch von Blumen oder Pfirsichen. Oft sind Schnupfen und Niesen von brennenden Kopfschmerzen begleitet, besonders über den Augen und der Nasenwurzel. Gefühl eines Klumpens an der Nasenwurzel. Schnupfen nach Nordostwind.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Allium cepa als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Patient hat eine heisere Stimme, er spürt ein Kitzeln im Kehlkopf. Der Husten ist so schmerzhaft, dass er meint, es zerreiße ihn und er hält seinen Hals beim Husten fest. Er hat das Gefühl, der Hals schnüre sich zusammen. Der Schmerz kann zum Ohr ausstrahlen. Oft werden die Beschwerden begleitet von Stirnkopfschmerz. Kalte Luft verschlimmert den Husten.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Allium cepa:

Schnupfen mit reichlichen wundmachenden wäßrigen Absonderungen "wie aus dem Wasserhahn" und milden Augentränen. Schnupfen, der im warmen Zimmer schlimmer wird, sich im Freien bessert und wieder verschlimmert bei Rückkehr ins warme Zimmer. Vermehrte Harnabsonderung beim Schnupfen. Heuschnupfen, besonders im August. Heftige Niesanfälle besonders beim Aufstehen aus dem Bett. Niesen durch den Geruch von Blumen oder Pfirsichen. Kratzen und Roheit im Hals beim Husten; der Patient greift sich an den Hals beim Husten. Reißender oder schneidender Schmerz im Kehlkopf beim Husten, als ob etwas losgerissen wurde. Husten schlimmer durch kalte Luft. Konjunktivitis mit mildem Tränenfluß. Lichtempfindlichkeit. Begleitender Kopfschmerz, schlimmer im warmen Zimmer und abends. Kopfschmerz beim Schließen der Augen. Ohrenschmerz, der in die Eustachische Röhre schießt. Erkältungen im Frühjahr, bei feuchtem kalten Wetter. Gewöhnliche Erkältungen steigen nach unten. Neuralgien. Feine stechende Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen oder Verletzungen. Phantomschmerz nach Amputation. Durch Reibung wundgelaufene Füße, Blasen der Fersen. Verlangen nach rohen Zwiebeln. Übelriechende Flatulenz besonders morgens. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite und wandern nach rechts.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Allium cepa als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
im Freien. Im kalten Zimmer.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Wärme. Im warmen Zimmer. Abends. (bei Husten: kalte Luft)

Sonstiges

Das Gegenstück zu Allium cepa ist Euphrasia: hier ist das Nasensekret mild und die Tränen sind scharf.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Heuschnupfen - Allium cepa-Fall aus der Praxis

Frau H. kommt mit ihren Töchtern Linda (8 Jahre) und Lina (10 Jahre) in die Praxis. Beide Töchter hatten in diesem Frühjahr heuschnupfenähnliche Symptome entwickelt. Der Kinderarzt vermutet eine Reaktion auf Frühblüher und überwies die Kinder an einen Allergologen, dessen Untersuchung noch aussteht. Weiterhin verschrieb er ihnen Antihistaminika, wegen der Nebenwirkungen möchte die Mutter sie ihnen aber nur ungern geben.
Der Homöopath erfragt zuerst die Beschwerden der 8jährigen Linda. Sie hat seit längerer Zeit einen wässrigen Schnupfen, es laufe ihr aus der Nase wie aus einem Wasserhahn, berichtet die Mutter. Die Oberlippe ist stark gerötet und es laufe auch aus den Augen, die Linda dauernd reibt und die sehr gerötet sind. Außerdem werde sie auch gequält von heftigen Niesanfällen; besonders morgens; wenn sie aufstehe niese sie minutenlang. Alle Beschwerden seien draußen an der frischen Luft besser.
Nach Untersuchung und Aufnahme der akuten Beschwerden empfiehlt der Homöopath Frau H. die Aufnahme einer chronischen Erstanamnese um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Für die jetzige akute Situation verordnet er Linda das homöopathische Arzneimittel Allium cepa C12, welches sie je nach Bedarf einnehmen soll.

Begründung der Mittelwahl

Lindas Heuschnupfen kann hier ohne Aufnahme einer umfassenden Erstanamnese nur palliativ behandelt werden. Die akuten Symptome und auch die Modalität entsprechen dem Arzneimittelbild von Alium cepa. Wäre der Tränenfluß scharf und brennend gewesen, käme alternativ das Arzneimittel Euphrasia infrage.




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