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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Anamirta cocculus, Indische Kockelskörner


Cocculus, Früchte der Indischen Scheinmyrte, Familie der Menispermaceae (Cocc.)


Für die homöopathische Zubereitung werden die getrockneten ca. 1 cm großen Früchte des Kockelsstrauches verwendet. Die Schlingpflanze ist in Indien und Sudostasien heimisch; ihre Samen enthalten das vorwiegend neurologisch wirksame Gift Pikrotoxin. Schon im 16. Jhdt. wurde Cocculus als Arznei bei Schwindel und Seekrankheit eingesetzt. In England wurden die Kockelskörner zum Fischfang benutzt, denn das Pikrotoxin versetzte die Fische kurzzeitig in einen Betäubungszustand; daher nennt man sie dort "fish berries".
In der klassischen Homöopathie ist Cocculus eines der wichtigsten Arzneimitteln bei Reisekrankheit und ist auch bei der Behandlung neurologischer Krankheitsbilder nicht wegzudenken.

Cocculus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Kopf. Zentralnervensystem. Rückenmark.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Schlafmangel. Nachtwachen. Sorgen um Angehörige. Krankenpflege. Überarbeitung. Reisen per Auto, Schiff oder Flugzeug.

Hauptanwendungsgebiete von Cocculus

- Migräne
- Nackenkopfschmerz
- HWS-Syndrom (Hals-Wirbelsäulen-Beschwerden)
- Depression
- Schwindel
- Koordinationsstörungen
- Tremor (Zittern)
- Taubheitsgefühle
- Schnupfen
- Erschöpfung des Nervensystems
- Schlaflosigkeit
- Reisekrankheit
- Seekrankheit
- Übelkeit und Erbrechen
- Blähkoliken
- Flatulenz (Blähsucht)
- Meteorismus (Auftreibung)
- Menstruationsstörungen
- Schwangerschaftserbrechen
- Lähmungen
- Multiple Sklerose (MS)
- Tetanus
- Enzephalopathie (Erkrankungen des Gehirns)
- Epilepsie (Krampfanfälle)
- Krämpfe

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient macht sich große Sorgen um andere. Er ist sehr empfänglich für Eindrücke und leicht zu beeindrucken. Es können Tobsuchtsanfälle auftreten, ferner Erregungszustände mit Zittern. Der Patient leidet unter Gedächtnisschwäche und Vergeßlichkeit, er ist langsam von Begriff; oft hat er das Gefühl, die Zeit vergehe zu schnell.

Kopf und Schwindel

Beschwerden des Kopfes, für die Cocculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen aller Art besonders nach Schlafdefizit. Migräne mit Übelkeit und Erbrechen. HWS-Syndrom. Die Kopfschmerzen sind besonders in Hinterkopf und Nacken spürbar, häufig besteht das Gefühl eines Bandes um den Kopf herum. Der Patient klagt über ein dumpfes Gefühl und eine Leere im Kopf. Der Kopf wird als so schwer empfunden, daß er angelehnt werden muss. Schwindelgefühl, welches nach Schlafdefizit auftritt oder auf Reisen und beim Fahren in Auto, Schiff, Bahn oder Flugzeug, sogar wenn der Patient nur auf ein sich bewegendes Boot schaut. Reisekrankheit mit Schwindel, Übelkeit und Erbrechen; auch Herzklopfen kann den Zustand begleiten. Der Patient hat eine Abneigung gegen frische Luft. Alles dreht sich beim Aufrichten im Bett, so daß der Patient gezwungen ist, sich wieder niederzulegen.

Verdauung

Verdauungsbeschwerden, für die Cocculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Übelkeit und Erbrechen durch Fahren mit Auto, Schiff, Bahn oder Flugzeug. Typische Reisekrankheit oder Seekrankheit. Es geht dem Patienten besser wenn er die Augen schließt. Abneigung von frischer Luft. Schon bei dem Gedanken an Essen oder beim Geruch von Essen wird dem Patienten übel. Auftreibung des Bauches. Blähkoliken mit dem Gefühl, der Bauch sei voller spitzer Holzstücke oder Steine. Verlangen nach Bier und Senf.

Rücken und Extremitäten

Beschwerden von Rücken und Extremitäten, für die Cocculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Patient hat das Gefühl, als ob die Nackenmuskeln den Kopf nicht mehr tragen könnten, er muss den Kopf anlehnen. Rückenschmerzen und Schwäche im Kreuz als sei es gelähmt. Er fühlt eine Schwäche in den Beinen und eine Steifigkeit in den Gelenken. Arme oder Beine fühlen sich taub an; in den Gliedern kribbelt es wie von Ameisen. Einschlafen der Hände und Füße, auch ein starkes Zittern der Hände, Arme und Beine kann auftreten, schlimmer durch Heben der Hände. Die Knie knacken bei Bewegung, die Halswirbel knacken beim Bewegen des Kopfes.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Cocculus:

Schlimme Folgen von Schlafverlust, Gemütserregung und Nachtwachen oder Krankenpflege. Beschwerden durch Sorgen und Kummer um eine geliebte Person. Gefühl, daß die Zeit zu schnell vergeht. Konvulsionen nach Schlafverlust. Zittern der Extremitäten nach Aufregung, Anstrengung oder Schmerz. Schwindel beim Fahren im Wagen oder Aufrichten im Bett. Reise/Seekrankheit - Übelkeit und Erbrechen bei Auto-, Bahn-, Schiff- oder Flugreisen mit Abneigung von frischer Luft. Kopfschmerz mit Bandgefühl, erstreckt sich zum Nacken und Hinterkopf, schlimmer beim Liegen auf dem Hinterkopf. Leeregefühl im Kopf. Schwindel. Aufgetriebener Bauch mit dem Gefühl, er sei voller spitzer Steine. Lähmungsartige Kreuzschmerzen, auch Schmerz in Schultern und Armen. Zittern und Lahmheit der Glieder. Abneigung gegen Nahrung, Getränke und frische Luft. Metallischer Geschmack im Mund.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Cocculus als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Hinlegen, Ausruhen, Schlaf, Sitzen, Schließen der Augen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Schlafmangel, Nachtwachen, Sorgen, starke Emotionen, Kaffee, Geruch von Speisen, im Freien, Fahren in Wagen, Schiff, Eisenbahn, Flugzeug.

Sonstiges

Cocculus ist das sog. "Krankenschwestermittel", weil es häufig die Beschwerden durch Sorgen und Krankenpflege, die oft mit einem Schlafdefizit verbunden sind, heilen kann.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Krampfleiden - Cocculus-Fall von Constantin Hering

Zu dem berühmten Homöopathen C. Hering kam die Frau eines Tischlers gerannt, sie war sehr aufgeregt und wollte, dass der Arzt sofort mit ihr kommen solle. "Mein Mann ist plötzlich während der Arbeit zu Boden gefallen, er liegt jetzt auf dem Fußboden in Krämpfen und die Kinder schreien." Der Arzt fragte sie: "Welche Beschwerden weist ihr Mann denn sonst noch auf?" "Keine, er war immer gesund, er hatte nie einen Krampf in seinem Leben." "Was geschah denn an dem Tag bevor er fiel?" "Nicht besonderes." "Was waren denn seine letzten Worte?" Schluchzend antwortete die Frau "Nachdem er vom Abendessen in seine Werkstatt geeilt war, sagte er, er müsse noch diesen einen Sarg unbedingt fertigstellen und dann wolle er so früh wie möglich zu Bett gehen. Er hatte nämlich Schlafmangel letzte Nacht, weil er in dem Trauerhaus Totenwache gehalten hatte."
Daraufhin verordnete der Arzt dem Tischler eine Dosis Cocculus. Bald nach der Arzneimittelgabe hörten die Krämpfe auf, der Mann wurde wieder klarer im Kopf, fragte was los sei und ging danach zu Bett. Danach hat sich dann nie wieder ein derartiger Anfall wiederholt.



Begründung der Mittelwahl

C. Hering ging davon aus, dass die Krämpfe in Zusammenhang mit dem Schlafentzug standen, weitere Anhaltspunkte hatte er nicht. Im Repertorium finden sich unter der Rubrik "Beschwerden durch Schlafmangel" nur drei Arzneimittel mit der höchsten Wertigkeit und zwar Cocculus, Nux vomica und Phosphorus. Weiterhin findet sich im Repertorium das Schlüsselsymptom "Konvulsionen nach Schlafmangel" und hier ist nur Cocculus dreiwertig angegeben, somit wurde aufgrund dieses Schlüsselsymptoms verordnet.




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