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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Apis mellifica, Honigbiene


Honigbiene (Apis mellifica)

Honigbiene (Apis)


Das homöopathische Arzneimittel Apis wird aus der Verreibung einer Honigbiene hergestellt und hat eine histamin-ähnliche Wirkung; daher wird es in der klassischen Homöopathie häufig bei allergischen Reaktionen eingesetzt. Unter dem Namen Apisinum ist auch das reine Bienengift als Mittel erhältlich.

Die Toxizität von Bienengift ist mäßig stark; ein Mensch kann maximal 500 Bienenstiche überleben. Bei einer bestehenden Unverträglichkeit von Bienengift sollte Apis nicht in tiefen Potenzen eingenommen werden.

Apis wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut, Schleimhäuten, serösen Häuten, Augen, Niere, Blase

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Insektenstiche. Verbrennungen. Eifersucht. Wut, Ärger und Verdruss.

Hauptanwendungsgebiete der Homöopathie von Apis

- Insektenstiche
- alle akuten Entzündungen, die äußerlich Bienenstichen gleichen
- Entzündungen im 1. Stadium (noch nicht eitrig) wie
- Augenentzündung
- Ohr- und Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Blasenentzündung (Zystitis)
- Nierenentzündung (Nephritis)
- Nagelbettentzündung (Panaritium)
- Hals- und Mandelentzündung (nicht eitrig), häufig mit Schwellung des Zäpfchens
- blassrote ödematöse Schwellungen von Körperteilen wie z. B.
- Augenlider, Lippen, Hände, Knöchel, Gelenke, Schleimhäute
- Allergien
- Urtikaria (Nesselsucht)
- blasige Hautausschläge
- Lippenherpes
- Herpes zoster
- Abszesse (eitrige abgekapselte Entzündung / Geschwür)
- Furunkel
- Ödeme (Wassersucht)
- Zysten
- Verbrennungen
- Sonnenstich

Stimmung/Gemüt

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Unruhe. Nervosität. Es fällt schwer, sich zu konzentrieren. Der Patient ist reizbar, er muss ständig mit etwas beschäftigt sein. Ungeschicklichkeit. Eifersucht. Auffahren aus dem Schlaf. Aufschreien im Schlaf.

Schmerz

Schmerzen, für die Apis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Sie sind heftig, meist sind die Schmerzen stechend, aber auch brennend, meist mit einem Hitzegefühl verbunden, die Haut ist sehr berührungsempfindlich. Es besteht ein Verlangen nach Kälte und Kühlung (z. B. kaltes Wasser, kalte Umschläge); die Schmerzen sind bevorzugt auf der rechten Seite, können aber auch von einem Körperteil zum anderen wandern. Stechender Kopfschmerz mit Hitzegefühl.

Fieber

Fieber, für das Apis als Arznei infrage kommt, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Das Fieber zeigt sich als brennende Hitze und Schweiß, oft mit Erstickungsgefühl. Oft besteht eine extreme Schläfrigkeit und Benommenheit. Der Patient schläft nach den Fieberattacken. Das Fieber kann mit einem Nesselausschlag einhergehen. Häufig zeigt sich eine Durstlosigkeit während des Fiebers, jedoch ein Durst während der Frostphase - das ist ein hochrangiges Zeichen für den Einsatz von Apis. Die Zungenspitze kann ein rotes Dreieck zeigen (ebenfalls bei Rhus toxicodendron).

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Apis

Heftigkeit. Plötzlichkeit. Stechende oder brennende Schmerzen. Extreme Berührungsempfindlichkeit der betroffenen Stellen. Starkes Verlangen nach Kälte in jeder Form (kalte Luft, kaltes Wasser, Eis, kalte Umschläge, kalte Getränke), kalte Anwendungen bessern die Beschwerden. Fieber ohne Durst. Schreit während des Schlafes. Zusammenschnürungsgefühl. Schwellung der Augenlider. Schwellung unter den Augen. Stechen und Brennen während des Wasserlassens, Urin spärlich. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite oder wandern von rechts nach links.

Modalitäten

(Dazu zählt alles, was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert);
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, bei denen laut Klassischer Homöopathie Apis als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch
Kälte, kalte Anwendungen, im Freien, frische Luft, Bewegung, Abdecken.

Verschlechterung der Beschwerden durch
Hitze, in warmen Räumen, bei Berührung, durch Druck, durch Sonne, nach dem Schlaf, von 15.00 - 18.00 Uhr

Sonstiges

Apis sollte während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden wegen des Risikos einer Fehlgeburt. Apis sollte nicht zusammen mit Rhus toxicodendron eingenommen werden. Eine günstige Wirkung von Apis kann sich in der vermehrten Ausscheidung von blassem Urin zeigen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Halsentzündung - Apis Fall aus der Praxis

Frau S. kommt mit ihrem Sohn Leon (11 J.) in die Praxis; er klagt seit 2 Tagen über starke Halsschmerzen. Die Mutter hatte ihm Belladonna verabreicht "weil es bei der letzten Halsentzündung so gut gewirkt hatte". Diesmal brachte Belladonna aber keine Besserung. Die Mutter berichtet, dass Leon gestern verärgert aus der Schule kam (er hatte eine Strafarbeit aufgebrummt bekommen), keinen Appetit hatte obwohl es Spaghetti zu Mittag gab und sich dann nachmittags freiwillig ins Bett legte. Abends begannen dann die Halsschmerzen und er entwickelte ein Fieber bis 39.5°C. Obwohl ihm sehr heiß war und er die >Zudecken wegwarf hatte er keinen Durst und war kaum zum Trinken zu bewegen. Feste Nahrung lehnte er auch ab, aber das Lutschen von Speiseeis tat seinem Hals gut. Bei der Halsinsspektion ist der Hals blassrot, keine Stippchen, das Zäpfchen ist auf das Dreifache vergrößert und die Schleimhaut wirkt glasig und geschwollen. Die Zunge zeigt an der Spitze ein rotes Dreieck. Die Schmerzen schildert Leon "wie mit Messern", also stechend.

Nach der Untersuchung bekommt Leon gleich in der Praxis eine Gabe (3 Globuli)Apis mellifica C30 direkt auf die Zunge. Der Mutter wurde eine weitere Gabe mitgegeben, die sie zu Hause in Wasser auflösen und verkleppern soll und Leon teelöffelweise nach Bedarf verabreichen soll (siehe "Einnahme und Dosierung").

Einige Tage später ruft Frau S. an, Leons Halsschmerzen hätten sich relativ schnell gebessert, am nächsten Tag zeigte das Kind wieder einen gesunden Appetit und Durst und die Temperatur normalisierte sich.


Begründung der Mittelwahl

Das Mittel Belladonna, welches Frau S. ihrem Sohn anfangs gab, konnte hier nicht helfen, da Leons Beschwerden mehr den Leitsymptomen (durstlos im Fieber, stechende Schmerzen, rotes Dreieck der Zunge, Zäpfchen vergrößert) und den Modalitäten (Kälte bessert, Abdecken bessert) von Apis mellifica entsprechen. Auch die vermutliche Causa als Auslöser der Beschwerden (Ärger in der Schule) paßt zu dem Arzneimittelbild der Honigbiene.




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