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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten



Arnica montana, Arnika


Arnika

Arnika, Bergwohlverleih, Fallkraut, Familie der Compositae (Arn.)


Arnica montana wächst vorwiegend in den europäischen Hoch- und Mittelgebirgen und gehört zu der Familie der Korbblütler; die Pflanze steht in Deutschland unter Naturschutz. Für das homöopathische Arzneimittel wurde der Wurzelstock der Pflanze verarbeitet.

Der volkstümliche Name "Fallkraut" deutet bereits auf seine Hauptverwendung hin: Arnika wird in der klassischen Homöopathie sehr oft verordnet und hat sich als das Wundheilmittel schlechthin erwiesen. Es wird eingesetzt bei der Behandlung von Verletzungen aller Art, vor allem für die Rückbildung von Blutergüssen. Viele Menschen verdanken ihr Vertrauen in das homöopathische Prinzip vor allem der zuverlässigen Wirkung von Arnika, denn wer einmal eine Beule in kurzer Zeit verschwinden sieht, zweifelt nicht mehr an ihrer Heilkraft.

Arnika wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Blutgefäße, Muskeln, Herz, Kopf, Wirbelsäule, männliche Genitalien

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): physische und psychische Verletzungen, auch wenn sie lange zurückliegen, Verletzungsfolgen, Operationsfolgen, Unfälle, Schock, Gehirnerschütterung, seelische und körperliche Überanstrengung, Übermüdung

Hauptanwendungsgebiete von Arnika

- alle Unfälle und Verletzungen, besonders stumpfe Verletzungen wie
- Knochenbrüche, Hämatome, Sportverletzungen
- Prellungen, Quetschungen, Verrenkungen und Verstauchungen
- Verletzungen der männlichen Genitalien (auch Bellis perennis)
- Kopfverletzungen, Gehirnerschütterung
- posttraumatische Kopfschmerzen
- Schusswunden
- Schwindel nach Kopfverletzung
- Verletzungsschock (auch Aconitum)
- nächtliche Ängste nach Unfällen mit schrecklichen Träumen
- Angina pectoris, Herzinfarkt
- Apoplexie (Schlaganfall)
- Muskelkater
- Folgen von körperlicher Überanstrengung
- Folgen von geistiger Überanstrengung
- Heiserkeit nach Überanstrengung der Stimme
- Blutungen aller Art wie z. B. nach Operationen
- nach zahnärztlichen Eingriffen
- Nasenblutungen
- Netzhautblutungen
- Thrombose (Gerinnsel in einem Blutgefäß)
- zur Geburtserleichterung und für Geburtsfolgen (auch Bellis perennis)
- Tinnitus (Ohrgeräusche) nach Lärm (z. B. Disco, Rock-Konzert)
- grippale Infekte
- symmetrische Hautausschläge, Akne
- Abszesse, (eitrige abgekapselte Entzündungen) die nicht reifen
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- Gicht
- Hypertonie (Bluthochdruck)
- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
- Keuchhusten

Stimmung/Gemüt

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient will in Ruhe gelassen werden. Er sagt, er brauche keinen Arzt, es gehe ihm gut - selbst bei schwerwiegenden Verletzungen und obwohl es offensichtlich nicht stimmt. Er hat Angst vor Berührung und vor Näherkommen. Der Patient ist benommen, kann zwar auf Fragen korrekt antworten, verfällt dann aber wieder in Teilnahmslosigkeit. Todesfurcht. Ruhelosigkeit.

Schmerz

Schmerzen, für die Arnika als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Typische Arnika-Schmerzen sind wie zerschlagen, wie verrenkt, wie verstaucht oder wund schmerzend. Da es sich aber hierbei um ein hochrangiges Verletzungsmittel handelt, kommen auch alle anderen Schmerzqualitäten vor.

Fieber

Fieber, für das Arnika als Arznei infrage kommt, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Das Fieber ist oft verbunden mit Zittern des ganzen Körpers. Der Kopf ist rot und heiß, der übrige Körper kalt, häufig ist auch die Nase kalt. Rote Gesichtsfarbe bei Frost. Schüttelfrost mit Hitze des Kopfes. Abendlicher Frost. Das Gesicht wirkt eingefallen. Der Patient schwitzt nachts stark, die Schweiße können sauer riechen. Der Schlaf ist unruhig mit Albträumen von Tod und Verletzung. Es kann auch Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit bestehen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Arnika

Das wichtigste Arzneimittel bei Verletzungen aller Art, auch hilfreich für die Folgen länger zurückliegender Traumata. Zerschlagenheitsgefühl. Der ganze Körper ist überempfindlich und schmerzt "wie zerschlagen". Schäche. Obwohl der Patient schwer verletzt ist, behauptet er, es fehle ihm nichts. Angst vor Annäherung und Berührung. Will allein gelassen werden. Angst, das Herz könne aufhören zu schlagen. Mürrisch. Widerspenstigkeit. Blutandrang zum Kopf, rotes Gesicht. Hitze der oberen und Kälte der unteren Körperhälfte. Kalte Nase. Eisige Kälte des Unterarmes. Die Kopfhaut fühlt sich zusammengezogen an. Alles, auf dem der Patient liegt, erscheint ihm zu hart, er muss daher ständig seine Lage ändern (auch Baptisia, Pyrogenium). Übelriechende Blähungen (s. auch Podophyllum peltatum). Stinkender Atem. Geschmack von faulen Eiern.

Modalitäten

(Dazu zählt alles, was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert);
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, bei denen laut Klassischer Homöopathie Arnika als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch
Liegen; Ausstrecken horizontal bei Kopftieflage; Ruhe.

Verschlechterung der Beschwerden durch
Berührung; Erschütterung; Bewegung; Hitze; Feuchte Kälte; Abends; Nachts.

Sonstiges

Arnika ist das wichtigste Mittel für Blutungen und das Wundheilmittel der klassischen Homöopathie schlechthin.
Bei Allergie auf Korbblütler sollte Arnika nur in höheren Potenzen (ab C30) eingenommen werden.
Zusammen mit Aconitum ist Arnika das wichtigste Mittel bei Schock und sollte in keiner Erste-Hilfe-Apotheke fehlen.
Bei Verletzungen wird Arnika zur Tetanusprophylaxe empfohlen.
In der Volksmedizin ist auch die äußerliche Anwendung in Form von Umschlägen verbreitet; hierbei werden für die Tinktur aber die Blüten verwendet. Von der innerlichen Anwendung der Urtinktur wird abgeraten.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Stumpfes Trauma im Doppelpack - Arnika-Fall aus der Praxis

Der Homöopath hat in den Schulferien Besuch seiner 10 und 11jährigen Neffen und ihrer Eltern. Die Jungen entpuppen sich als sehr lebhaft und wild und machen schon nach kurzer Zeit die Gegend mit ihren Mountainbikes unsicher.
Nach einiger Zeit kommt der Jüngere weinend ins Haus gelaufen und hält sich den Kopf. In einiger Entfernung humpelt der Ältere hinterher. Er berichtet, dass sie bei einer Wettfahrt mit voller Wucht zusammengekracht seien, wobei der Jüngere stürzte und mit dem Kopf auf den Kantstein prallte. Jetzt klagt er über Kopfschmerzen und man sieht die Beule an seiner Stirn förmlich wachsen. Der Ältere sei ebenfalls gestürzt und hätte sich Schürfwunden der Hände und eine Prellung der Hüfte zugezogen. Da beide in einem aufgelösten Zustand sind, können weitere Symptome nicht ermittelt werden. Der Homöopath gibt dem Jüngeren eine Gabe Arnika C30 direkt auf die Zunge. Der Ältere bekommt ebenfalls eine Gabe Arnika C30. Danach ist eine sorgfältige Beobachtung des Symptomverlaufes besonders des Jüngeren notwendig, um nicht eine Komplikation zu übersehen.
Bei dem älteren Jungen bessern sich die Beschwerden sehr schnell, bereits eine Stunde später will er wieder auf sein Fahrrad. Dem Jüngeren geht es zwar insgesamt besser, aber er klagt noch über Kopfschmerzen, so dass er noch zwei weitere Gaben Arnika C30 in Wasser aufgelöst benötigte.


Begründung der Mittelwahl

Der Homöopath wählte das Arzneimittel Arnika für den jüngeren Neffen aufgrund der Causa (Kopfverletzung, fragliche Gehirnerschütterung). Der Ältere bekommt das gleiche Mittel, da keine besonderen Symptome auf ein anderes Mittel hindeuten und Arnika in der klassischen Homöopathie das Mittel der Wahl bei stumpfen Verletzungen ist (hier: Prellung der Hüfte). Außerdem fördert Arnika die rasche Resorption des danach entstehenden Blutergusses. Sollten die Schürfwunden der Hände noch Probleme bereiten, wäre noch das Arzneimittel Calendula angezeigt.




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