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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Bellis perennis, Gänseblümchen


Bellis, Gänseblümchen

Gänseblümchen, Tausendschön, Maßliebchen, Familie der Compositae (Bell-p.)


Bellis ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die in ganz Europa wächst und besonders an Wegränder, Rasenflächen und Feldern zu finden ist. In der Volksmedizin gilt Bellis als Mittel für die Haut und die Blutreinigung. Der Name bellis=schön und perennis=ausdauernd bezeichnet treffend das ausdauernde Wachstum des Gänseblümchens während des gesamten Sommers.

Symbolisch ist Bellis die Blüte der Unversehrtheit und findet daher Verwendung bei Folgen von Verletzung, Gewalt und Operation. In diesem Zusammenhang gewinnt auch das Kinderlied "Heile heile Gänschen..." an Bedeutung. Bellis wird auch als Pflanze der Mütterlichkeit angesehen, weil sie bei Regen und am Abend wie eine Mutter schützend ihre Blüten schließt. In der klassischen Homöopathie findet sich dieser Zusammenhang wieder in der Verwendung der Arznei für die Behandlung von Weichteilen und weiblicher Organe.

Bellis perennis wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Weichteile, weibliche Organe, Haut, Muskeln, Gefäße, Milz, Magen-Darm.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Verletzung. Gewalteinwirkung. Chirurgische Eingriffe. Stoßverletzungen. Überanstrengung. Verrenkung. Kalte Getränke oder kalte Nahrung in erhitztem Zustand. Plötzliche Abkühlung bei Erhitzung.

Hauptanwendungsgebiete von Bellis perennis

- stumpfe Verletzungen
- Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen
- Stoßverletzungen oder Verletzungen, aus denen Tumoren entstehen
- Verletzungen der Genitalien
- Verletzungen der Brust
- Brustdrüsenentzündung
- Mastitis (Brustentzündung) im Wochenbett
- Hämatome (Blutergüsse)
- Muskelkater
- Muskelkrämpfe
- Myalgien (Muskelschmerzen)
- chirurgische Eingriffe an Weichteilen
- septische (bakteriell entzündete) Wunden der Bauch- und Beckenorgane
- Geburtsfolgen
- Descensus uteri (Beschwerden durch Senkung der Gebärmutter)
- Gicht
- Muttermale (äußerliche Anwendung)
- Furunkel, besonders Nasenfurunkel
- Varikosis (Krampfadern), venöse Gefäßstauungen
- Akne und Akne juvenilis (bei Jugendlichen)
- Schwindel bei älteren Leuten
- Kopfschmerz von Hinterkopf bis Scheitel, schießender Kopfschmerz
- schmerzhaft vergrößerte Milz
- gelber fauliger Durchfall (schlimmer nachts)
- Jucken der Kopfhaut und des Rückens
- Schmerz der Wirbelsäule durch Erschütterung

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Gefühle werden unter Kontrolle gehalten, Weinen wird unterdrückt oder sich nicht erlaubt. Der Patient fühlt sich müde, erledigt und kaputt, er will sich hinlegen. Es kann aber auch ein impulsiver Drang sich zu bewegen bestehen. Der Patient erwacht zu früh am Morgen und kann nicht wieder einschlafen (3.00 Uhr). Er ist wie gerädert beim Aufwachen.

Schmerz

Schmerzen, für die Bellis perennis als Heilmittel infrage kommt, haben folgende Charakteristika:
Gefühl von Wundheit. Wundes Gefühl wie von Quetschung. Schmerzhaftigkeit wie von Prellung. Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper wie zerbrochen. Berührungsempfindlichkeit. Unerträgliche Schmerzen, die durch Wärme schlimmer werden und sich durch Kälte bessern. Zusammenschnürungsgefühl in der Stirn. Stechender Schmerz in der Milz.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Bellis perennis

Eins der wichtigsten Mittel bei Weichteilverletzungen. Folgen von Operationen, besonders im Bauchraum und der weiblichen Organe. Verletzungen der Brust. Geburtsfolgen. Gefühl von Wundheit und Zerschlagenheit. Folgemittel, wenn Arnica ausgewirkt hat. Folgen von plötzlicher Abkühlung oder Naßwerden nach Überhitzung (z. B. durch kalte Getränke, kaltes Bad). Arzneimittel für die Milz. Wärme verschlimmert und Kälte bessert die Beschwerden.

Modalitäten

(Dazu zählt alles, was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert);
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, bei denen laut Klassischer Homöopathie Bellis perennis als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch
Berührung; Druck; Reiben; Fortgesetzte Bewegung; Liegen; Ruhe.

Verschlechterung der Beschwerden durch
Bettwärme; Kalt trinken wenn erhitzt; Naßkaltes Wetter. Vor Stürmen und Gewitter.

Sonstiges

Bellis perennis wird auch als das "Arnica der Weichteile" bezeichnet.
Bei Allergie auf Korbblütler sollte Bellis perennis nur in höheren Potenzen (ab C30) eingenommen werden.
Es hat sich bewährt, Bellis perennis nach einer Mammografie einzunehmen, da es sich hierbei um eine Weichteilverletzung/Quetschung handelt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Operationsfolgen - Bellis perennis-Fall aus der Praxis

Frau J. hatte sich vor einiger Zeit einer Gallenblasen-Operation unterziehen müssen. Heute ist sie in der Praxis und berichtet, dass sie noch immer unter den Folgen leide. Der Eingriff wurde minimalinvasiv durchgeführt; die anfänglichen Schmerzen waren nach mehreren Gaben Arnica rückläufig. Nun aber stagnierte die Besserung. Bei der körperlichen Untersuchung zeigen sich die Schnitte gut verheilt, allerdings ist die Bauchdecke sehr berührungsempfindlich. Frau J. bezeichnet diese Empfindlichkeit als "wie wund". In der Tiefe fühlt sie einen Schmerz wie zerschlagen, der sich bessert, wenn sie ruhig liegt. Wärme täte ihr nicht so gut, in der Bettwärme seien die Beschwerden auch intensiver. Nach der Untersuchung des Abdomens verordnet der Homöopath das Arzneimittel Bellis perennis C12 Tropfen 2 mal täglich bis eine Besserung eintritt; in diesem Falle sind die Einnahmen zu reduzieren.
Das Feedback nach drei Wochen ergibt, dass Frau J. noch ca. 1 Woche lang tägliche Gaben von Bellis perennis benötigte bis sie beschwerdefrei war.


Begründung der Mittelwahl

Da es sich bei einer Gallenblasen-OP um eine Weichteilverletzung handelt verordnete der Homöopath aufgrund der Causa das Arzneimittel Bellis perennis. Als wichtigstes Verletzungsmittel war Arnica ja bereits anfangs zum Einsatz gekommen und hatte ausgewirkt. Auch die von Frau J. geschilderten Symptome passen zum Arzneimittelbild von Bellis und bestätigen so die Verordnung.




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