Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Cannabis indica, Cannabis sativa (Cann-i., Cann-s.)


indscher Hanf, Kulturhanf, Familie der Cannabinaceae


Cannabis indica, Cannabis sativa (indscher Hanf, Kulturhanf) Hanf ist eine einjährige krautige Pflanze, die ursprünglich in Indien und Asien heimisch war. Sie wird bis zu 4 m hoch und ihre harzigen Blüten verströmen einen betäubenden Geruch. Hanf gilt als eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt und wurde schon im 8. Jahrhundert vor Chr. kultiviert. Aus ihren Fasern machte man Seile, Textilien und Papier, die Samen dienten als Nahrungs- und Futtermittel, aus dem Hanföl stellte man kosmetische oder medizinische Präparate her. Weiterhin werden aus den weiblichen Blüten Rauschmittel wie Haschisch und Marihuana gewonnen. Die psychotrope und sedative Wirkung wird durch den Gehalt an Cannabinoiden, vornehmlich THC, bewirkt.
In der Homöopathie finden sowohl Cann-i. wie auch Cann-sat. Verwendung; die Mittelbilder sind sich sehr ähnlich, da sie zur gleichen botanischen Art gehören. Auch die durchgeführten Arzneimittelprüfungen brachten sehr ähnliche Symptome hervor und nicht bei allen Prüfungsberichten ist klar, welche Substanz genommen wurde. Daher wird im Folgenden Cann-i. synonym auch für Cann-sat. verwendet.
In der klassischen Homöopathie wird Cannabis vorwiegend bei Krankheiten des Urogenitalbereichs und bei psychischen Beschwerden angewendet.

Cannabis indica wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gemüt, Nervensystem, Urogenitalorgane

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Drogenmißbrauch, Gonorrhoe

Hauptanwendungsgebiete von Cannabis indica

- Psychosen
- Angstzustände
- Manie
- Delirium tremens
- Demenz
- Stottern
- Epilepsie
- Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion)
- Kopfschmerzen
- Zystitis (Blasenentzündung)
- Gonorrhoe (Tripper)
- Priapismus (Dauererektion)
- Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse)
- Nierenkoliken
- Urämie (Harnvergiftung)
- Lumbago (Rückenschmerzen)
- Torticollis (Schiefhals)
- Menstruationsstörungen
- Lähmungen
- Zähneknirschen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Betroffenen zeigen Zustände von intensiver Exaltiertheit und geistiger Erregtheit; alle Wahrnehmungen und Empfindungen sind übertrieben. Das Gehör ist geschärft, die Patienten lachen unkontrolliert über Kleinigkeiten bis hin zu Lachkrämpfen, sie reden unaufhörlich, haben sprunghaften Ideen. Sie können sich nicht konzentrieren und mit den Augen nichts fixieren. Sie sind sehr vergeßlich, können keinen Satz beenden, vergessen was sie sagen wollten. Die Sinneswahrnehmung ist verzerrt, die unterschiedlichsten Wahrnehmungen treten auf, z. B. das Gefühl die Schädeldecke öffne und schließe sich, hebe ab oder der Kopf sei vom Körper getrennt. Die Zeit scheint zu langsam zu vergehen, Sekunden erscheinen wie eine Ewigkeit. Kein anderes Mittel zeigt solche Mannigfaltigkeit an Wahnideen, alles erscheint unwirklich, Körper und Raum erscheinen vergrößert, Körperteile erscheinen angeschwollen, ekstatische Zustände, Gefühl zu schweben, auch erhabene Visionen. Halluzinationen können wunderbar sein oder schrecklich. Stimmen erscheinen merkwürdig und fremd. Angst und Panik kann auftreten, häufig als Folge von „bad trips“, durch Drogen verursachte Angstzustände. Angst vor der Dunkelheit und Verlangen nach Licht. Anfallsartige Traumzustände wiederholen sich tagsüber periodisch.

Urogenitalorgane

Beschwerden der Urogenitalorgane, für die Cannabis indica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein häufiges Mittel bei Infektionen von Blase, Harnröhre und Nieren mit Schwierigkeiten beim Urinieren. Der spärliche brennende Harn kann nur tropfenweise ausgeschieden werden oder es muss erst einige Zeit gewartet werden bis der Urin fließt. Der Patient muss viel pressen und selbst dann bleibt die Entleerung unvollständig. Harntröpfeln, Schließmuskelkrämpfe und Harnröhrenstrikturen. Häufiger Harndrang, z. B. alle 15 Minuten, mit nur geringen Mengen Urin; es brennt, sticht und beißt in der Harnröhre vor, während und besonders nach dem Urinieren. Nierenschmerzen halten den Patienten nachts wach, die Nieren schmerzen durch Lachen oder Erschütterungen, ziehen von der Nierengegend bis in die Leistenlymphknoten. Starke Schwellung der Vorhaut und schmerzhafte Erektionen, gesteigertes Sexualverlangen. Frauen leiden unter verlängerter und zu starker schmerzhafter Menstruation mit dunklem nicht klumpigem Blut oder zu häufiger Regel, z. B. alle zwei Wochen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Cannabis indica:

Intensive Exaltiertheit, übersteigerte Denktätigkeit, übertriebene Wahrnehmungen und Empfindungen. Verwirrung und Vergeßlichkeit, kann keinen Satz beenden. Unkontrolliertes Lachen, Lachkrämpfe. Geschwätzigkeit mit Neigung zum Theoretisieren. Furcht verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren. Verlust des Begriffes von Zeit, Ort und Raum. Zeit vergeht zu langsam. Das Mittel mit den meisten Wahnvorstellungen. Angstzustände nach Drogenmißbrauch. Angst vor der Dunkelheit. Gewalttätigkeit. Schwindel und Kopfschmerzen. Gefühl eines Gewichtes auf dem Kopf. Gefühl die Schädeldecke öffne und schließe sich, sie würde angehoben. Starrer Blick, Sehstörungen, Gegenstände können nicht fixiert werden. Delirium tremens und Psychosen. Zähneknirschen im Schlaf. Schmerzlose Lähmungen. Zu frühe, zu lange und zu reichliche Menstruation; heftige Uteruskrämpfe mit Rückenschmerzen. Blasenentzündung und Nierenkolik, Brennen und Stechen in der Harnröhre während und nach dem Urinieren, tröpfelnder spärlicher Harnabgang oder Abgang von weißem gallertartigem Schleim. Gesteigerter Sexualtrieb, Priapismus. Sphinkterkontraktion (Krampf des Blasenschließmuskels). Gonorrhoe und Folgeerkrankungen. Lähmung der Beine. Langsamer Puls. Heißhunger, Verlangen nach Süßigkeiten.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Cannabis indica als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Ruhen, leichte Bewegung

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Urinieren, Dunkelheit, Überanstrengung, Sprechen, Gehen

Sonstiges

Cannabis indica und Cannabis sativa sind sich sehr ähnlich, eine Differenzierung ist kaum möglich, da sie zur gleichen botanischen Art gehören. Auch die Arzneimittelprüfungen brachten gleiche bzw. ähnliche Symptome hervor.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Cannabis indica-Fall

Der berühmte Homöopath G. Vithoulkas erinnert sich an den Fall eines italienischen Kameramannes.
Der Mann hatte mit seinen Freunden eine rechte Orgie gefeiert, auf der sie große Mengen Cannabis konsumierten. Am nächsten Tag ging es ihm sehr schlecht, er war verwirrt und konnte mit den Augen nichts mehr fixieren, außerdem konnte er den Harn nicht halten, der die ganze Zeit tröpfelte. Er fühlte sich unsagbar schwach und sobald er versuchte, durch seine Kamera zu blicken wurde ihm schwindelig. Da sich der Zustand nicht besserte, verlor er seinen Arbeitsplatz. Vithoulkas sah ihn etwa ein Jahr später nach dem Vorfall und die Symptome, die durch den Drogenkonsum verursacht worden waren, bestanden immer noch fort. Daraufhin behandelte er den Mann homöopathische und konnte seine Gesundheit wieder herstellen.
Vithoulkas schreibt, das interessante an diesem Fall war für ihn, dass nicht Cannabis indica sondern Phosphoricum acidum das Heilmittel war, was wieder einmal beweist, dass der Körper nicht nur das Symptombild der vergiftenden Substanz erzeugt, sondern auch die Zustände anderer Mittel annehmen kann.




Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top