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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Chelidonium majus, Schöllkraut


Chelidonium, Schöllkraut

Schöllkraut, Familie der Papaveraceae (Chel.)


Chelidonium ist eine bis 70 cm hohe schwach giftige Pflanze, die zu den Mohngewächsen gehört und daher mit Opium verwandt ist. Ihr gelblicher Milchsaft enthält reichlich Alkaloide. Früher wurde sie bei magischen Ritualen als Ersatz für die Alraune verwendet. In der Volksmedizin dient der frische Saft der Behandlung von Warzen: bei abnehmenden Mond sollen sie beträufelt werden. Ferner wurde das Schöllkraut wegen seines gelben Saftes zur Behandlung der Gelbsucht bzw. Hepatitis eingesetzt (Signaturenlehre). In der Phytotherapie ist Chelidonium nicht wegzudenken, vor allem wegen seiner anregenden Wirkung auf den Gallefluß und die Leber.
In der klassischen Homöopathie ist Chelidonium ein häufig verordnetes Arzneimittel, das nicht nur klassisch nach der Ähnlichkeit der Symptome sondern auch häufig in tiefen Potenzen organbezogen wegen seiner Beziehung zum Leber-Galle-System verordnet wird.

Chelidonium wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Leber, besonders rechte Leber, Pfortadersystem, Gallenblase, Schulterblatt rechts.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Leber- und Galleerkrankungen, Gallensteine

Hauptanwendungsgebiete von Chelidonium

- Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
- Cholelithiasis (Gallensteine)
- Hepatitis (Leberentzündung)
- Gelbsucht
- Ikterus neonatorum (Gelbsucht der Neugeborenen)
- Kopfschmerzen
- Migräne
- Neuralgien
- Augenbeschwerden, Tränenfluss
- Schwindel
- Lumbalgie, Rückenschmerzen
- Schulterschmerz (rechts)
- steifer Nacken
- Mundgeruch
- Diarrhoe (Durchfall)
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Duodenitis (Entzündung des Zwölffingerdarmes)
- Hämorrhoiden

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Traurigkeit und Angst, die nicht zur Ruhe kommen läßt. Deprimiert wegen Geringfügigkeiten. Trägheit und Abneigung gegen geistige Tätigkeit.

Schmerzen

Schmerzen für die Chelidonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Es handelt sich vor allem um rechtsseitige Schmerzen. Schmerz der rechten Schulter, des Schulterblattes oder unter dem Schulterblatt. Rechtsseitige Gelenkschmerzen. Rechtsseitige Interkostalneuralgie. Kopfschmerzen und Gesichtsneuralgien, besonders wenn sie mit einer Erkrankung der Leber einhergehen. Gesichtsschmerz, der zu den Zähnen oder Augen ausstrahlt; auch Taubheit besonders der rechten Gesichtshälfte. Steifer Nacken. Gallekoliken. Gallensteine mit Schmerzen unter dem rechten Schulterblatt. Bauchschmerz quer über den Bauch. Bauchschmerz, der durch den Körper bis in den Rücken oder ins rechte Schulterblatt ausstrahlt. Die Schmerzen können sich bessern durch Hitze und Wärme, durch Stuhlgang und durch Milch, bei Bewegung verschlimmern sie sich.

Augen

Augenbeschwerden, für die Chelidonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Neuralgien über dem rechten Auge mit starkem Tränenfluß. Auch Gesichtsschmerz, der so stark ist, daß das Auge nicht geöffnet werden kann. Morgens sind die Augen von den Absonderungen verklebt. Das Weiße im Auge ist gelb verfärbt. Die Augäpfel schmerzen beim Sehen nach oben. Blendender Fleck vor den Augen. Tränen der Augen vom angespannten Sehen. Augenschmerz bei Licht.

Magen/Darm

Verdauungsbeschwerden, für die Chelidonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Magen ist aufgetrieben und wie geschwollen, stark druckempfindlich. Krampfhafte zusammenziehende Magenschmerzen, besonders bei leerem Magen, Essen bessert die Beschwerden. "TV-Schlaf" und starke Müdigkeit nach dem Essen. Zusammenziehendes Gefühl über den Nabel wie von einem Strick. Bitterer Geschmack im Mund mit gelber Zunge. Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall. Verlangen nach sehr heißen Getränken, fast kochend. Verlangen nach Milch, aber auch Unverträglichkeit von Milch und Käse kommt vor. Der Stuhl besteht aus harten runden Kugeln wie Schafskot oder er ist breiig, hell, gelb, weiß oder entfärbt, der Urin kann braun sein.

Rücken/Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Chelidonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Festsitzender Schmerz im rechten Schulterblatt, der in Brust und Magen ziehen kann, oft verbunden mit Übelkeit. Lumbaler Rückenschmerz als ob der Rücken beim Bücken zerbrechen würde. Schmerzen im rechten Kniegelenk. Schweregefühl in den Beinen. Steife Knöchel und Ödem der Knöchel. Ein Fuß ist kalt und der andere warm. Kalte Fingerspitzen. Schmerz in den Fersen als ob der Schuh zu eng wäre. Schmerzen im äußeren Hals, die zum Hinterkopf ziehen oder in die rechte Schläfe.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Chelidonium:

Die Beschwerden betreffen die rechte Seite. Leberschmerzen, die sich nach hinten erstrecken oder im rechten Schulterblatt lokalisiert sind. Rechtsseitiger Kopfschmerz, zieht abwärts hinter die Ohren und zum Schulterblatt. Ständiger Schmerz unterhalb des rechten Schulterblattes. Alle Beschwerden nehmen ab nach dem Essen. Bauch- oder Magenschmerzen besser durch Mittagessen. Bauchschmerzen erstrecken sich quer über den Bauch. Kalte Fingerspitzen. Rückenschmerzen und Steifigkeit der Halswirbelsäule, die sich bei tiefem Atmen verschlimmern. Rückenschmerz beim Bücken als ob der Rücken zerbrechen würde. Neuralgie über dem rechten Auge, erstreckt sich zum rechten Jochbein und Ohr. Neuralgie mit starkem Tränenfluß. Gelbe Verfärbung: Haut, Gesicht, Auge, Nase, Stuhl, Urin. Zunge gelb mit bitterem Geschmack und Zahneindrücken. Verlangen nach sehr heißen Getränken. Verlangen nach Milch, aber auch Unverträglichkeit von Milch. Mundgeruch und bitterer Geschmack im Mund. Stuhl entfärbt hell, gelb oder weiß, Urin dunkel oder braun. Fieber mit glühender Hitze, das sich von den Händen über den ganzen Körper ausbreitet.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Chelidonium als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Essen. Heißes Essen. Heiße Getränke, vor allem heiße Milch. Liegen auf dem Bauch. Wärme.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
3.00-4.00 Uhr nachts und 16.00 Uhr. Bewegung. Berührung. Wetterwechsel. Nordwestwind. Kopfschmerzen schlimmer durch Licht und frische Luft.

Sonstiges

Säuren, Wein und Kaffee schränken die Wirkung von Chelidonium ein.
Chelidonium ist eine Alternative zu Lycopodium, wenn dieses nicht wirkt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Magen/Darm-Beschwerden - Chelidonium-Fall aus der Praxis

Herr G. kommt in die homöopathische Praxis, weil er schon seit längerem unter Magen/Darmbeschwerden leidet. Sein Hausarzt hatte ihn durchgecheckt und erhöhte Leberwerte festgestellt, und obwohl Herr G. seinen Alkoholkonsum sofort eingestellt hatte, besserte sich sein Zustand nicht. Der Homöopath läßt sich die Beschwerden genau schildern: Fast täglich am späten Nachmittag beginnen die krampfartigen Bauchschmerzen, der Bauch sei aufgetrieben und empfindlich, auf der rechten Seite sei der Schmerz intensiver. Die Schmerzen lassen erst nach dem Abendessen etwas nach. Auch eine Wärmflasche tut gut. Überhaupt vertrage er kaltes nicht sehr gut, selbst die Getränke müssen immer warm oder besser noch sehr heiß sein. Die Verdauung sei sehr wechselhaft, mal sei er eher verstopft, mal sei der Stuhl dünn und hellgelb. Bei der körperlichen Untersuchung fällt der Mundgeruch auf und auf der Zunge ein gelber Belag; auch die Skleren zeigen einen gelblichen Schimmer. Der Homöopath verordnet Herrn G. das homöopathische Arzneimittel Chelidonium in Tropfenform in der Potenz D6. Davon soll er 2mal täglich 5 Tropfen einnehmen bis eine Besserung oder Änderung der Beschwerden eintritt.



Begründung der Mittelwahl

Weil Herrn G.s Symptomatik (erhöhte Leberwerte, gelbe Verfärbungen, rechtsseitige Beschwerden) typisch für ein Geschehen im Leber-Galle-System sind, muss hier ein Arzneimittel gewählt werden, welches einen Bezug zu diesen Organen hat. Die Unterscheidung zwischen den Arzneimitteln Chelidonium und Lycopodium fällt in diesem Fall schwer, weil Leitsymptome und Modalitäten durch beide Mittel gut abgedeckt werden. Ausschlaggebend für die Wahl des Mittels war in diesem Falle der gelbe Belag der Zunge.




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