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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Cicuta virosa, Wasserschierling


Cicuta, Wasserschierling, Familie der Umbelliferae (Cic.)


Der Wasserschierling ist in Nord- und Mitteleuropa heimisch und ist sehr giftig, was schon der Name (von lat. virosa= Gift) aussagt. Intoxikationen sind vorgekommen durch seine Ähnlichkeit mit der Pastinakenwurzel. Die Vergiftungssymptome ähneln derer einer Strychninvergiftung mit Krämpfen, Schweiß, Speichelfluß und Atemnot. In der Volksheilkunde genießt der Wasserschierling großes Ansehen bei der Behandlung von Gicht, Rheuma und sogar Krebs.
In der klassischen Homöopathie ist Cicuta aufgrund der Toxizität verschreibungspflichtig bis zur D3 und wird vorwiegend bei Krämpfen, Epilepsie und Folgen von Kopfverletzungen verordnet.

Cicuta wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gehirn, Zentralnervensystem, Haut.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Kopfverletzung. Splitterverletzung. Zahnung. Wurmbefall. Entbindung. Unterdrückte Hautausschläge.

Hauptanwendungsgebiete von Cicuta

- Krämpfe und Anfallsleiden
- Epilepsie
- Krampfanfälle nach Kopfverletzung
- Folgen von Gehirnerschütterung
- Krämpfe nach Entbindung
- Encephalitis (Gehirnentzündung)
- Meningitis (Gehirnhautentzündung)
- Schwindel
- Strabismus (Stabsichtigkeit)
- Kopfverletzungen
- Kopfschmerzen
- Schleudertrauma
- Schlundkrampf
- Schluckauf
- Tetanus, Tetanie
- Bartflechte
- Impetigo (Eiter- oder Grindflechte)
- Ekzem
- Splitterverletzungen
- Schneeblindheit
- Zähneknirschen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient macht seltsame Gebärden, singt oder tanzt, benimmt sich wie ein Kind; er fürchtet sich vor schrecklichen Dingen, wird schwermütig durch traurige Geschichten. Beim Lesen bewegen sich die Buchstaben oder verschwinden. Die Patienten können zeitlich oder örtlich desorientiert sein. Abneigung gegen Gesellschaft, der Anblick von Menschen wird vermieden.

Krämpfe

Krampfartige und spastische Beschwerden, für die Cicuta als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Für Cicuta typisch sind heftige Krämpfe, die den Patienten in alle möglichen extremen Stellungen zwingen, Leitsymptom ist jedoch ein Rückwärtsbeugen von Kopf, Hals und Wirbelsäule wie ein gespannter Bogen (sog. Opisthotonus). Bewußtlosigkeit. Die Glieder können nicht gestreckt oder gebeugt werden. Die Krämpfe können in allen Teilen des Körpers vorkommen wie z. B. bei Krämpfen und Zuckungen der Glieder, Schluckauf oder Schlundkrämpfen. Die Krämpfe verschlimmern sich bei geringster Berührung oder Erschütterung. Häufig handelt es sich um Folgen von Verletzungen, wie z. B. Gehirnerschütterung, Schlag auf den Kopf oder Splitterverletzungen mit nachfolgenden tetanischen Symptomen. Nach dem Verschlucken von z. B. einer Gräte kann Cicuta eine Entkrampfung bewirken, so daß die Gräte entfernt werden kann. Die Beschwerden sind immer von heftigem Verlangen nach Wärme begleitet.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Cicuta:

Folgen von Kopfverletzungen, Verletzungen durch Splitterwunden. Tetanus. Epilepsie. Anfallsweise Krämpfe, Spasmen und Zuckungen. Kopf, Hals und Wirbelsäule sind dabei nach hinten gebeugt und überstreckt (Opisthotonus) oder einseitig verdreht. Schreien, Stöhnen und Heulen vor den Krämpfen. Krämpfe werden ausgelöst durch geringste Berührung, Geräusch oder Erschütterung. Krämpfe nach Entbindung, Krämpfe nach Wurmbefall und bei der Zahnung. Bewußtseinsverlust. Verzerrtes Gesicht, heißer Kopf. Erweiterte Pupillen. Delirium. Bewußtlosigkeit. Meningitis. Folgen von Gehirnerschütterung, Kopfverletzung oder Stauchung der Wirbelsäule. Schleudertrauma. Zähneknirschen oder zusammengebissene Zähne, Kieferstarre. Schaum vor dem Mund. Schluckauf. Schlundkrampf, kann nicht schlucken. Gefühl, daß elektrische Schläge durch den Körper schießen. Schwindel mit Lichtempfindlichkeit. Dicke gelbe Schorfe auf Kopf und Gesicht. Bartflechte. Impetigo. Appetit auf unverdauliche Dinge wie Kreide oder Kohle. Gefühl von innerer Kälte, starkes Verlangen nach Wärme.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Cicuta als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, Blähungsabgang (Kopfsymptome).

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Berührung, Erschütterung, Kälte, Tabakrauch.

Sonstiges

Cicuta sollte nicht gleichzeitig mit Milch eingenommen werden.
Tabakrauchen kann die Wirkung Cicutas aufheben.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Krämpfe nach Verletzung - Cicuta- Fall

(aus AHZ 1978 Bd. 97 No 17)
Ein Mann, 40 Jahre alt, hatte sich bei der Arbeit einen Splitter in sein Knie gestoßen. Er meinte, es sei eine Verletzung durch einen Nagel, kümmerte sich daher nicht weiter darum und so wurde der Splitter nicht entfernt. Mit der Zeit wurden die Schmerzen im Knie immer stärker, er behandelte es selbst mit Umschlägen und arbeitete trotzdem weiter. Nach 12 Tagen wurde er bei der Arbeit durch einen Regen stark durchnäßt und erkältete sich. Wiederum zwei Tage später hatte er Schmerzen am ganzen Körper und der hinzugezogene Arzt entfernte einen 3/4 Zoll großen Splitter aus dem Knie. Am nächsten Tag begann der Patient krampfhaft mit Armen und Oberkörper zu zucken; er konnte zwar essen, trinken und sprechen, aber alle 5-15 Min. kamen die Krampfanfälle. Bei den Anfällen streckte sich sein Rücken gerade und alle Muskeln wurden steif, der Kopf wurde nach hinten gezogen und die Fäuste geballt. Hals, Rücken und Beine waren so steif, dass bloß der Kopf auflag, wenn man ihn an den Füßen hochhob. Dabei hatte er Atemnot und schrie, war aber bei vollem Bewußtsein. Die Anfälle dauerten ca. 1-2 Min. und kein allopathisches Arzneimittel vermochte eine Besserung zu bewirken.
Daraufhin bekam er eine Gabe des homöopathischen Arzneimittels Cicuta C 200, was die Heftigkeit der Anfälle schnell besserte und in wenigen Wochen ging er wieder zur Arbeit.

Begründung der Mittelwahl

Für Krämpfe und Konvulsionen sind recht viele Arzneien in der Materia medica angegeben, das Symptom "Schreien bei den Krämpfen" wird von Cicuta und Cuprum abgedeckt, den zurückgezogenen Kopf haben Cicuta, Opium und Nux vomica im Arzneimittelbild. Wenn man allerdings bedenkt, dass die heftigen Beschwerden ihre Ursache in der Splitterverletzung haben (mutmaßlich handelte es sich wohl um eine Tetanusinfektion), so kommt aufgrund dieser Causa nur Cicuta infrage.




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