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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Cinnamomum camphora, Kampferbaum


Camphora, Familie der Lauraceae, (Camph.)


Cinnamomum camphora (Kampferblätter/frucht) Der immergrüne Kampferbaum ist heimisch in Indochina und Japan und wird bis zu 50 m hoch. Kampfer ist giftig und wird durch Wasserdampfdestillation aus der Rinde des Baumes gewonnen. In der Volksmedizin wird Kampfer meist äußerlich angewendet, vor allem bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen. Er fördert die Durchblutung und hat eine schmerzstillende Wirkung. Wegen seines schleimlösenden Effektes wird er auch bei Erkältungen inhaliert oder als Badezusatz verwendet.
Aus der Sicht der klassischen Homöopathie ist Camphora eines der stärksten Antidote, d. h. Kampfer stört oder verhindert die Wirkung fast aller homöopathischer Arzneien und sollte daher nicht mit ihnen zusammen eingenommen werden oder in der Nähe von Homöopathika aufbewahrt werden.

Camphora wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gefäße. Schleimhäute. Muskeln. ZNS.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Schock, wie z. B. durch Verletzung oder Operation. Kälte. Sonnenstich.

Hauptanwendungsgebiete von Camphora

- Kollaps
- Schock
- Notfallmittel bei Kreislaufproblemen
- nach Operationen
- grippaler Infekt, besonders im Anfangsstadium
- Gastroenteritis (Magen-Darm-Katarrh)
- Brechdurchfall
- Cholera
- Koliken wie Blasen-, Nieren- Gallekoliken
- Krämpfe
- Epilepsie
- Tetanie
- Harnverhaltung
- Folgekrankheiten nach Masern
- Untertemperatur
- Ohnmacht
- Blutdruckkrisen
- rheumatische Beschwerden
- Folgen von Drogen- bzw. Medikamentenmissbrauch
- Wochenbettpsychose

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Erregung und Ruhelosigkeit. Delirien und angstvolle Visionen. Abneigung gegen Licht. Verlassenheitsgefühl und Furcht vor dem Alleinsein. Viele Ängste, vor allem im Dunkeln, allein, nachts.

Fieber

Fieberzustände, für die Camphora als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Camphora ist besonders im Anfangsstadium eines grippalen Infektes hilfreich. Plötzlich eintretende Fieber mit schnellem Wechsel von Hitze und Kälte, danach große Schwäche und rapider Kräfteverfall. Innerliches Frösteln besonders zwischen den Schulterblättern. Der Patient leidet unter starkem Frieren und Schüttelfrost, seine Haut ist objektiv eisigkalt, er friert und leidet unter der Kälte, trotzdem möchte er nicht zugedeckt sein. Nur im Hitzestadium erträgt er eine Zudecke. Seine Haut ist trocken, bläulich oder marmoriert. Sein Gesicht ist spitz, blass und bläulich oder abwechselnd blass und gerötet. Oft spürt er einen klopfenden Kopfschmerz, vor allem im Hinterkopf, der sich bessert beim Aufrichten. Stiche in Schläfen und Augenhöhlen. Schmerzen, die vom Kopf bis in die Fingerspitzen laufen. Die Pupillen sind erweitert und helles Licht ist dem Patienten unangenehm. Beim Einatmen durch die Nase erscheint die Luft eiskalt. Brennender Durst begleitet die Beschwerden, selbst heißer Tee wird als kalt empfunden.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Camphora:

Kollaps mit völliger Erschöpfung der Lebenskraft. Ohnmacht und kollapsartige Zustände. Ruhelosigkeit, Angst und Kälte. Mangel an Lebenswärme aber Abneigung oder Verschlechterung durch Wärme. Fieber mit eisiger Kälte am ganzen Körper. Kälteschock. Schockzustände nach Trauma. Schwäche. Krämpfe. Kaum wahrnehmbarer Puls. Eisige Kälte des ganzen Körpers mit Totenblässe der Haut, Schüttelfrost und Zähneklappern. Zyanose, bläuliche oder marmorierte Haut, blass-bläuliches Gesicht, auch die Nägel können bläulich sein. Kalter Schweiß. Aber auch Gefühl innerer Hitze mit äußerer Kälte. Anfangsstadien von Infekten mit Frösteln und Niesen. Trotz der eisigen Kälte Abneigung gegen Wärme, will trotz Schaudern nicht zugedeckt werden. Wechselnde Temperaturen: plötzliche innere Kälte mit kaltem Schweiß und innerer Hitze. Niedriger Blutdruck, Blutdruckkrisen. Schmerzhafte Empfindlichkeit der Haut oder auch Unempfindlichkeit der Haut. Krampfzustände, Koliken von z. B. Galle, Niere, Blase. Das Denken an die Beschwerden bessert den Zustand.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Camphora als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Schweiß. Absonderungen. Trinken von kaltem Wasser. Denken an die Beschwerden.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung. Nachts. Kalte Luft. Unterdrückung von Ausscheidungen oder Hautausschlägen. Wetterwechsel.

Sonstiges

Camphora antidotiert oder modifiziert die Wirkung von fast allen homöopathischen Arzneimitteln; daher kann es bei allzu heftiger Erstverschlimmerung verabreicht werden.
Camphora ist eines der "kältesten" Arzneimittel der Materia medica.

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Brechdurchfall - Camphora-Fall von C. Hering

Der große Homöopath Constantin Hering berichtet von einem seiner Patienten, einem 8järhigen Jungen, der akut unter starkem Brechdurchfall litt. Der Junge hat große Angst zu sterben, ist unruhig, läuft durch die Wohnung und hält die Mutter fest, weil er das Alleinsein fürchtet. Äußerlich beschreibt Hering den Jungen als leichenblass mit blauen Lippen und ruhelos. Außerdem hat er kneifende Bauchkrämpfe beim Durchfall und bricht danach zusammen. Seine Haut fühlt sich eisigkalt an - fast ist es, als ob in seiner Nähe die Temperatur kühler ist als in der Umgebung. Auch der Bauch des Jungen ist eiskalt, trotzdem hat er seine Socken ausgezogen. Die Mutter ist sehr beunruhigt und versucht immer wieder, ihn warm einzupacken, aber der Junge wirft die Decken immer wieder fort. Da die Mutter homöopathisch vorgebildet war, hatte sie dem Kind bereits Arsenicum album verabreicht, was aber keine Wirkung zeigte.
Hering gibt dem Kind Camphora C30. Kurz danach wird das Kind müde und schläft ein. Nach einer Stunde erwacht es wieder, hat wieder Angstzustände und hat erneuten Durchfall. Daraufhin wiederholt Hering die Mittelgabe und danach schläft der Junge durch und fühlt sich am nächsten Morgen wieder gesund.

Begründung der Mittelwahl

Aufgrund der widersprüchlichen Symptomatik (der Junge ist eiskalt und will trotzdem nicht zugedeckt werden) entscheidet sich Hering für das homöopathische Arzneimittel Camphora, hätte der Junge dieses Symptom nicht gezeigt, so wäre Arsenicum album infrage gekommen, welches die Mutter ja bereits erfolglos verabreicht hatte. Weitere Symptome die für beide Mittel sprechen sind der Kollapszustand, die Ruhelosigkeit und die große Angst.




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