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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Coccus cacti, Cochenillelaus


Coccus cacti (Symbolfoto)

Schildlaus, Familie der Homoptera (Coc-c.)


Coccus cacti ist eine Schildlaus, die vorwiegend in Südamerika vorkommt; sie lebt auf Kakteen und ernährt sich von ihnen. Aus der getrockneten Laus wird ein karminroter Farbstoff namens Cochenille hergestellt, der zur Färbung von Lebensmitteln (Zusatzstoff E 120) oder in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird.

In der klassischen Homöopathie wird Coc.-c. häufig vor allem bei anfallsartigem Husten verordnet, weniger häufig bei Erkankungen der Harnwege.

Coccus cacti wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Schleimhäute in Rachen, Kehlkopf, Brust, Harnblase.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Keuchhusten. Kaltwerden.

Hauptanwendungsgebiete von Coccus cacti

- Husten, Kitzelhusten
- Keuchhusten und krampfhafter Husten
- chronische Bronchitis
- Asthma
- Tracheitis (Entzündung der Luftröhre)
- Zystitis (Blasenentzündung)
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
- Harngrieß
- Blasensteine
- Harnverhaltung
- Gonorrhoe (Tripper)
- harnsaure Diathese
- Herzerkrankungen
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- Menstruationsstörungen
- Aszites (Bauchwassersucht)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Niedergeschlagenheit frühmorgens oder am Nachmittag.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Coccus cacti als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Erstickender Husten durch Kitzeln im Kehlkopf. Es sammelt sich reichlich dicker zäher fadenziehender Schleim im Hals, der nur mit großer Anstrengung ausgeworfen werden kann. Der Patient hat das Gefühl eines Krümels im Hals, der ihn zu dauerndem Husten und Schlucken zwingt. Während der Hustenanfälle ist das Gesicht oft dunkelrot und der Patient verspürt starke Hitze. Verschlimmerung des Hustens beim Erwachen. Kalte Luft und kalte Getränke bessern den Husten, während warme Speisen und Getränke ihn verschlimmern. Hustenanfälle beim Betreten eines warmen Zimmers. Der Rachen ist sehr empfindlich, jede Berührung reizt zum Würgen und Erbrechen, z. B. beim Zähneputzen. Keuchhusten, dem Kind hängt Schleim in langen Fäden aus dem Mund. Gefühl, es hinge ein Faden in den Schlund hinab oder Empfindung es stecke ein Pflock darin. Gefühl von Verlängerung des Zäpfchens, das zum Räuspern zwingt.

Blase/Harnwege

Blasenbeschwerden, für die Coccus cacti als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Stechende Schmerzen, die sich von der Niere zur Blase und in die Harnleiter erstrecken. Die Nierenregion ist druckschmerzhaft. Kältegefühl im Rücken. Katarrhische Zustände der Blase mit schmerzhaftem Harndrang aber auch Harnverhaltung. Der Urin ist eher spärlich und dick mit rotem Sediment oder mit blutigem Schleim. Nierensteine.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Coccus cacti:

Husten, der anfallsartig auftritt, die Anfälle enden mit Würgen und Erbrechen von großen Mengen zähen Schleims, der nur mit großer Mühe ausgeworfen werden kann. Husten durch Kitzeln im Kehlkopf (auch Drosera), Gefühl eines Krümels im Kehlkopf. Erstickender spastischer Husten, schlimmer morgens beim Erwachen. Hustenanfälle 1 Stunde nach dem Mittagessen. Klebriger fadenziehender weißer Schleim. Würgereiz nach Berührung des Rachens. Blasenkatarrh, oft mit Nierenbeteiligung. Blasensteine. Rotes Sediment im Urin. Menstruation zu stark und zu früh, schwarz oder mit dunklen Blutgerinnseln. Gefühl eines Fremdkörpers zwischen Augapfel und oberen Lid, Gefühl wie Asche im Auge.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Coccus cacti als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Gehen. Waschen mit kaltem Wasser. Kalte Getränke.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Wärme. Liegen. Beim Erwachen. Berührung. Druck der Kleidung. Reizung des inneren Halses.

Sonstiges

Coc-c. ist eine bewährte Indikation, wenn wegen Würgereiz eine Zahnbehandlung nicht durchgeführt werden kann (auch Ipecacuanha).
Coc-c kann kleine Insekten oder Fremdkörper aus dem Auge heraustreiben.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Schwierigekeiten bei der Zahnbehandlung - Fall aus der Praxis

Eigentlich kommt Frau M. in die Praxis weil ihr eine umfangreiche Zahnsanierung bevorsteht; einige Kronen sollen erneuert und altes Amalgam entfernt werden. Für diese Prozedur wünscht Frau M. homöopathische Begleitung, vor allem um das zur Quecksilber auszuleiten. Im Gespräch berichtet sie nun über die Schwierigkeiten des Zahnarztes, gute Abdrücke herzustellen; der letze Versuch musste wegen ihres starken Würgereizes abgebrochen werden. Ein Termin für einen neuen Versuch wurde für morgen anberaumt und ihr wird schon schlecht, wenn sie nur daran denkt. Sie habe eben einen sehr empfindlichen Rachenraum, selbst beim Zähneputzen müsse sie würgen, wenn die Zahnbürste zu tief in den Hals gelange.
Daraufhin bekommt Frau M. 3 Globuli des homöopathischen Arzneimittels Coccus cacti C30, die sie am nächsten Morgen vor dem Zahnarztbesuch einnehmen soll.
Beim nächsten Termin berichtet Frau M. dass der Zahnarzt sehr überrascht war, dass die Abdrücke ohne große Schwierigkeiten gelangen.



Begründung der Mittelwahl

Das Mittel Coccus cacti wurde nach dem Leitsymptom "Würgereiz durch Berührung des Rachens" verordnet. Sollte der Würgereiz während der Zahnbehandlung trotz der Einnahme von Coc-c. noch weiterbestehen, könnte man als Alternative Ipecacuanha erwägen.




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