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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Colchicum autumnale, Herbstzeitlose


Colchicum (Herbstzeitlose)

Familie der Liliaceae (Colch.)


Bei der Herbstzeitlosen handelt es sich um eine äußerlich sehr dem Krokus ähnelnde Pflanze. Alle Pflanzenteile, besonders Knolle und Samen, sind sehr giftig; sogar beim Trocknen bleibt die Giftwirkung erhalten. Neben dem Alkaloid Colchicin enthält die Pflanze noch 20 weitere Alkaloide; 5 mg des Giftes gelten als tödliche Dosis für einen Erwachsenen. Nicht von ungefähr ist daher der Namenszusammenhang zu der Landschaft Kolchis am Schwarzen Meer, der Heimat Medeas, der antiken Giftmischerin. Bereits im 13. Jhdt. wurde die Pflanze zur Behandlung der Gicht erwähnt; im 16. Jhdt. etablierte sie sich dann als Gichtarznei und wird bis heute verordnet.
Der deutsche Name Herbstzeitlose bezieht sich auf den ungewöhnlichen Wachstumsrhythmus der Pflanze, der die zarten rosa-lila Blüten erst im Herbst hervorbringt, worauf Blätter, Frucht und Samen sich erst im darauffolgenden Frühjahr entwickeln.
Wegen der toxischen Inhaltsstoffe ist Colchicum verschreibungspflichtig bis einschließlich der D3. In der klassischen Homöopathie findet Colchicum vorwiegend Anwendung bei rheumatischen und Verdauungsbeschwerden.

Colchicum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Schleimhäute besonders des Magen-Darm-Traktes, Muskeln und Gelenke, Herz-Kreislaufsystem, Kapillaren

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Feuchte Kälte, Durchnässung, Gerüche, Schlafmangel, Kummer, angestrengtes Lernen, Wetterwechsel.

Hauptanwendungsgebiete von Colchicum

- Ohnmacht
- Kollaps
- Iridozyklitis (Augenentzündung)
- Perikarditis (Herzbeutelentzündung)
- Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
- Pleuritis (Rippenfellentzündung)
- Gastroenteritis
- Blähkoliken
- Meteorismus (Blähsucht)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Ruhr
- Diabetes
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Aszites (Wassersucht)
- Ödeme
- Gicht
- Rheuma
- Lumbago (Rückenschmerzen)
- Sehnenscheidenentzündung
- Zahnschmerzen

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Colchicum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Betroffenen zeigen eine starke Empfindlichkeit auf Gerüche, was bis zu Übelkeit, Würgen und Erbrechen gehen kann. Sie ekeln sich vor dem Geruch und dem Anblick von Speisen, selbst vor solchen, auf die sie Appetit haben. Die Übelkeit wird gebessert durch Liegen. Sie haben viel Durst, der Mund ist trocken trotz starkem Speichelfluß. Der Bauch ist aufgebläht mit schmerzhaften Koliken. Im Magen wird ein Gefühl von Eiseskälte oder von Brennen gespürt, verbunden mit Kolikschmerzen. Magenschmerzen mit Erbrechen von Galle und Schleim. Die Durchfälle sind mit krampfartigen Schmerzen verbunden, sie sind wässrig, mit Schleimfetzen und auch blutig.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Colchicum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Colchicum ist eines der wichtigsten Mittel der Materia medica bei wandernden Gelenkschmerzen, Rheuma und Gicht, besonders wenn kalte Feuchtigkeit die Beschwerden auslöst. Die Gelenke sind steif und schmerzhaft, geschwollen, wechselnd rot und blass. Die Schmerzen sind mit Schwellung und Lahmheitsgefühl verbunden und schlimmer nachts. Der große Zeh ist geschwollen, er schmerzt so stark, dass man ihn nicht berühren darf. Die Gliedmaßen sind kalt, die Hände schlafen ein, die Finger sind taub oder prickeln. Schockwellen wie von elektrischen Schlägen gehen durch eine Körperhälfte. Die Knie knicken ein, dass die Patienten kaum gehen können. Die große Schmerzempfindlichkeit löst psychische Probleme aus.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Colchicum:

Eignet sich besonders für Patienten mit harnsaurer Diathese (Azidose, Übersäuerung) und Beschwerden, die durch kalte Feuchtigkeit hervorgerufen werden. Allgemeiner Kräfteverfall, große Schwäche mit Kollapsneigung und kaltem Schweiß, Mangel an Lebenswärme. Körperliche und geistige Erschöpfung. Brennen oder Kältegefühl im Magen, Meteorismus. Übersteigerter Geruchssinn mit Überempfindlichkeit gegen Gerüche, Ohnmacht durch Gerüche. Abneigung und Übelkeit beim Anblick von Speisen und deren Geruch, selbst wenn Appetit besteht, bis zum Erbrechen, besser im Liegen. Trotz reichlichem Speichelfluß viel Durst, Brennen und Trockenheit in Mund und Hals. Durchfälle mit Schleim. Schmerzhafte Schwellung der Gelenke und lähmungsartige Schwäche, wandernde Gelenkschmerzen. Rheuma und Gicht besonders der kleinen Gelenke; diese empfindlich gegen Berührung und Besserung durch Wärme und Ruhe. Furcht vor Bewegung. Lahmheit der unteren Extremitäten nach allgemeiner Durchnässung. Kardio-arthritische Zustände, gichtige Beschwerden. Herzklopfen und Herzstiche. Schmerzempfindliche Nierenregion, verminderte Harnmenge. Zu langsamer oder zu schneller Herzschlag mit kaum fühlbarem Puls, kollapsartige Zustände, Endo- und Perikarditis, Herzschwäche. Die Beschwerden sind schlimmer von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Colchicum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, Ruhe, Sitzen, Zusammenkrümmen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung, Berührung, Kälte, Nässe, Strecken, Speisengeruch, nachts, Schlafmangel, geringe Anstrengung, unterdrückter Schweiß.

Sonstiges

Colchicum, Veratrum und Sabadilla sollten nie in Folge gegeben werden (Dunham).
Aceticum acidum sollte nicht nach Colchicum eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Magen-Darm-Katarrh - Colchicum-Fall

Dr. H. C. Allen schildert folgenden Fall: Ein 7jähriges Mädchen wurde von heftigen intermittierenden Schmerzen im oberen Theile der kleinen Gedärme befallen; dabei folgende Symptome: dicker gelber Belag über der ganzen Zunge, großer und beständiger Durst, sehr stinkender Atem, Erbrechen wässrigen Schleimes, Bauch mit Luft aufgetrieben, Stuhlverstopfung, Fieber, Unruhe und Schlaflosigkeit; jeden Tag 3 bis 4 Stunden umschriebene Wangenröthe auf beiden Seiten mit sehr ausgesprochener Blässe um Mund und Nase.
Am 6. Tag bemerkte der behandelnde Arzt folgendes Symptom:
Verschlimmerung vom Geruch der kochenden Speisen aus der Küche.
Daraufhin wurde nun Colchicum C30 gegeben, worauf das Erbrechen sofort aufhörte und die Schmerzen allmählich nachliessen. Die folgende Nacht schlief sie 4 Stunden gut. Beseitigung aller Beschwerden und des Fiebers am nächsten Tage.
(Americ. Hom. 5.261.)





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