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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Crotalus horridus, Waldklapperschlange


Gift der Waldklapperschlange, Familie der Crotalidae (Crot.-h.)


Die südamerikanische Waldklapperschlange (Rattlesnake) gehört zu den Grubenottern und ist im Südosten der USA heimisch, für die Zubereitung des homöopathischen Arzneimittels verwendet man das Gift der Oberkieferdrüsensäcke. Die Schlange wird 90 - 150 cm lang, hat eine graugelbliche Färbung mit typischem Rautenmuster. Sie ist ein eher scheues unaggressives Tier, welches sich vor allem von Vögeln und Kleinsäugern ernährt. Gut getarnt und versteckt wartet sie auf Beute. Wird sie allerdings angegriffen, stellt sie sich auf und rasselt als Warnung mit den Hornringen an ihrem Schwanzteil; wenn der Angreifer dann nicht das Weite sucht, beißt sie zu. Ihr Gift kann für einen Menschen lebensgefährlich sein, es ist hämozytotoxisch und greift die roten Blutkörperchen an und zerstört sie. Die Bißstelle schwillt stark an, das Gift bewirkt Übelkeit, Schmerzen und Gewebszerstörung sowie Blutungen aus allen Körperöffnungen.
In der klassischen Homöopathie wird Crot.-h. bei schweren Krankheitsbildern wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Blutungen und bösartigen Infektionen eingesetzt.

Crotalus horridus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gefäßsystem, Gerinnung, Magen-Darm-Trakt, Haut.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Infektionen, Alkohol, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Hauptanwendungsgebiete von Crotalus horridus

- Blutungen aus allen Körperöffnungen wie:
- Nasenbluten
- Blutungen der Netzhaut
- Magen- und Darmbluten
- Petechien (Hautblutungen)
- Purpura hämorrhagica (Störungen der Blutgerinnung)
- Metrorrhagien (zu starke Regelblutungen)
- Thrombose und Thrombophlebitis
- Apoplex (Schlaganfall)
- Herzinfarkt
- Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung)
- Koronarinsuffizienz (Herzschwäche) mit Kollapsneigung
- septische Prozesse (sog. "Blutvergiftung")
- Abszesse
- diffuse Lymphadenitis (Schwellung der Lymphknoten)
- Angina tonsillaris (Mandelentzündung)
- Scharlach
- Geschwüre und Gangrän (Gewebszerfall)
- Karbunkel
- Erfrierungen
- Wundbrand
- Nephritis und Pyelonephritis (Nieren- und Nierenbeckenentzündung)
- Gelbsucht (Ikterus)
- toxische Infektionskrankheiten
- Gelbfieber
- Typhus
- Lähmungen
- progressive Muskeldystrophie (fortschreitende Muskelschwäche)
- Epilepsie
- Multiple Sklerose (MS)
- Delirium tremens
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schlafstörungen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Melancholische weinerliche und depressive Stimmung, die Sprache ist wehleidig, jammernd und klagend. Das Gedächtnis ist schwach, die Wahrnehmung getrübt. Delirum, ausgelöst durch Alkohol oder auch durch Sepsis. Ungeduld und Redseligkeit, der Patient möchte fliehen. Wahnideen, z. B. dass der Körper nur halb lebendig sei.

Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Crot.-h. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Dumpfe und schwere Kopfschmerzen, besonders im rechten Hinterkopf, auf der rechten Seite und im rechten Auge, schlimmer bei Liegen auf der linken Seite. Der Patient geht auf Zehenspitzen um Erschütterungen zu vermeiden, die den Kopfschmerz verschlimmern. Schwindel mit Zittern und Schwäche. Das Gesicht hat eine gelbliche Farbe, die Lippen sind geschwollen und taub, der Kiefer starr. Die Augäpfel sind gelb, die Patienten sehen blaue Farben. Einblutungen in die Netzhaut der Augen, Blutungen in den Glaskörper. Diplopie (Doppeltsehen). Ziliarneuralgie: der Schmerz ist reißend und bohrend wie von einem Schnitt um das Auge herum. Schwarzes Blut läuft in Fäden aus der Nase. Blut sickert aus den Ohren, das rechte Ohr fühlt sich an wie verstopft.

Mund/Hals

Beschwerden von Mund und Hals, für die Crot.-h. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Zunge ist geschwollen oder es besteht das Gefühl von Schwellung; sie ist rot, in der Mitte trocken und wirkt glatt wie poliert und beim Herausstrecken weicht sie nach rechts ab. Der Mundgeruch ist moderig. Speichelfluß. Nächtliches Zähneknirschen. Der Patient kann nichts Enges um den Hals vertragen. Die Tonsillen sind entzündet, besonders auf der rechten Seite, Schlucken ist fast unmöglich, der Hals ist trocken, der Patient kann nichts Festes schlucken. Die Entzündung weitet sich aus zu einem Abszeß. Diphterie. Scharlach. Der Hals ist geschwollen und dunkelrot, teils mit geschwürigen und septischen Prozessen. Gefühl als ob die Zunge und der Hals fest zugeschnürt wären.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Crot.-h. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Bauch ist geschwollen, heiß und berührungsempfindlich, auch die Lebergegend schmerzt. Die Leistenlymphknoten sind geschwollen. Dauernde Übelkeit und Erbrechen, der Patient ist unfähig, etwas bei sich zu behalten. Blutungen, Bluterbrechen, Galleerbrechen. Er kann nicht auf der rechten Seite liegen ohne zu erbrechen. Magenkrebs mit Erbrechen von blutigem schleimigen Inhalt. Schwäche und Gefühl von Absenkung in der Magengegend. Das Erbrochene kann auch schwarz wie Kaffeesatz sein. Erbrechen, Abführen und Wasserlassen gleichzeitig. Gastritis bei Alkoholikern. Hungrig, aber es besteht Abneigung gegen Fleisch und ein Verlangen nach Stimulantien und Zucker. Der Druck der Kleidung auf Magen und Bauch ist unerträglich. Gefühl von Flattern und Zittern unterhalb des Oberbauches. Kälte im Bauch wie von einem Stück Eis. Darmblutungen sind dunkel, flüssig und nicht gerinnend; das Blut sickert aus dem Darm beim Gehen und Stehen.

Haut

Beschwerden der Haut, für die Crot.-h. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Haut ist geschwollen, gespannt und verfärbt, sämtliche Farbschattierungen kommen vor. Alte Narben brechen wieder auf. Die Haut ist kalt und trocken, Geschwüre mit blauschwarzer Verfärbung (Gangrän). Einblutungen sowie blaue Flecken der Haut. Hautausschläge sind von fleckiger purpurner Haut und Ödemen umgeben. Abszesse, Furunkel und Karbunkel. Nagelgeschwüre und infizierte Wunden. Die Haut der rechten Körperhälfte ist überempfindlich.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Crotalus horridus:

Allen Schlangenmitteln gemeinsam sind Blutungen, Schwellungen und Ödeme, daher häufiger Einsatz bei Apoplex (Schlaganfall), einseitigen Lähmungen, Herzinfarkt, Angina pectoris. Neigung zu septischen Prozessen (Blutvergiftung) mit generalisierten Blutungen. Hämorrhagische Diathese: dunkle dünnflüssige Blutungen aus allen Körperöffnungen: Nase, Mund, Ohren, Darm, Blase, selbst blutiger Schweiß und blutige Tränen; das Blut gerinnt nicht. Haut- und Netzhautblutungen. Bösartige Infektionen mit Blutungen und Kräfteverfall. Gelbsucht, Ödeme, Gewebszerfall. Tonsillitis mit dunkelrotem Hals und Schwellung innen wie außen, geschwollene Zunge, Schlucken besonders von fester Speise fast unmöglich. Unstillbarer brennender Durst, schwarzes oder galleartiges Erbrechen, aufgetriebener Bauch, schwarze Stühle wie Kaffeesatz. Druck der Kleidung ist unerträglich. Kalte trockene Haut mit Schwellung und Verfärbung in allen Schattierungen. Geschwürsbildung mit Neigung zu Gangrän. Aufbruch alter Narben. Neigung zu blauen Flecken. Beschwerden chronischer Alkoholiker. Schwäche bei der geringsten Anstrengung. Lähmungen und Muskeldystrophie. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite. Toxische Infektionskrankheiten wie Gelbfieber, Typhus. Pest oder Cholera.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Crot.-h. als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Licht, Bewegung.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
beim Einschlafen, morgen nach dem Erwachen, Liegen auf der rechten Seite, Erschütterung, Alkohol, im Frühling, feuchtwarmes Wetter.

Sonstiges

Crotalus horridus ist dem homöopathischen Arzneimittel Lachesis muta sehr ähnlich, wobei Lachesis mehr links und Crotalus horridus mehr rechts wirkt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Schlangenbiß - Fall von Dr. Chaffee

Der Homöopath Dr. Chaffee schildert 1892 den folgenden Fall:
Er wurde zum 54jährigen James Wright gerufen; dieser war beim Zusammenbinden von Weizen von einer Klapperschlange in die rechte Hand in den dritten Finger gebissen worden. Als er den Patienten erreichte, blutete dieser aus dem verletzten Finger, aus Augen, Nase, Ohren, Mund, Rektum und Harnröhre. Er hatte einen ausgezehrten Gesichtsausdruck, einen kleinen Puls und eine Körpertemperatur von 40.6°C. Er befand sich in einem delirösen Zustand und der ganze Körper war in heißem Schweiß gebadet. Wie es damals üblich war wurde der Patient einer routinemäßigen Behandlung mit Whisky, Chinin und Ammoniumcarbonat unterzogen. Als nach 96 Stunden keine Besserung ersichtlich war, gaben die Behandler auf. Charakteristisch war ein modriger Geruch des Atems und eine scharlachrote Zunge mit schwierigem Schlucken. Die Haut der rechten Körperhälfte war so empfindlich, dass die geringste Berührung ein Muskelzucken auslöste. Daraufhin verschrieb Dr. Chaffee Crotalus horridus C30, von dem stündlich 1 TL verabreicht werden sollte. Nach 24 Stunden erfolge eine deutliche Besserung, die Temperatur war wieder normal, der Puls ebenfalls und das Delirium verschwunden. Speichel und Urin waren noch leicht blutig gefärbt, aber es kehrte sogar der Appetit wieder und der Patient fragte das erste Mal seit dem Unfall nach Essen.





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