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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Ferrum phosphoricum, Eisenphosphat


Phosphorsaures Eisen, Blaueisenerz, Vivanit (Ferr-p.)


Ferrum Bei Ferrum phosphoricum handelt es sich um eine Verbindung der beiden Elemente Eisen und Phosphor; das in der Natur vorkommende Mineral heißt Vivanit. Im Mittelalter wurde es vor allem in der Kunst als blauer Farbstoff benutzt, als sog. "Eisenblau". Im menschlichen Körper kommt es vor allem im Hämoglobin der roten Blutkörperchen vor. Vielen Menschen ist Ferr-phos. als Funktionsmittel Nr. 3 aus der Biochemie Schüsslers bekannt.
In der klassischen Homöopathie ist Ferr-phos. ein häufig verordnetes Arzneimittel vor allem für Entzündungen im 1. Stadium.

Ferrum phos. wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Blut, Herz-Kreislauf, Ohren, Nase, Lunge, Eustachische Röhre.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Erkältungen

Hauptanwendungsgebiete von Ferrum phos.

- grippaler Infekt
- Fieber
- Entzündungen der Schleimhäute wie:
- Halsentzündung
- Bronchitis
- Pneumonie (Lungenentündung)
- Tubenkatarrh (Entzündung der Eustachischen Röhre)
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Nasenbluten, hellrote Blutungen
- Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
- Tuberkulose (Schwindsucht)
- Anämie (Blutarmut)
- Eisenmangel
- rheumatische Gelenkschmerzen
- Aufstoßen
- Sodbrennen
- Schwäche nach Infektionen
- Enuresis (Einnässen tagsüber)
- Masern

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Launen- und wechselhafte Stimmung. Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen. Angst vor der Zukunft. Vergeßlichkeit.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Ferr-phos. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ferr-phos. ist besonders für den Beginn einer Bronchits oder eines Hustens geeignet, auch für symptomarme Bronchitiden ohne charakteristische Symptome. Meist ist der Husten hart und trocken mit wenig Auswurf oder blutigem Auswurf. Der Husten ist schmerzhaft und oft von unfreiwilligem Harnabgang begleitet. Häufig besteht auch Heiserkeit und lästiger anhaltender Reizhusten. Der Husten ist schlimmer im Liegen. Es kann Atemnot mit Beklemmungsgefühl vorliegen.

Fieber

Fieber, für das Ferrum phos. als Heilmittel infrage kommt, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Das Charakteristikum von Ferr-phos. ist, daß die Symptome uncharakteristisch sind, d. h. wenn beim Infekt das Beschwerdebild nicht zu den üblichen Mittel wie Aconitum, Belladonna oder Gelsemium paßt, ist ein Versuch mit Ferr-phos. angezeigt. Das Fieber beginnt mit Durst und Frösteln, dann folgt Hitze, die aber nicht so intensiv ist wie bei Bell. oder Acon.; oft folgen Schweißausbrüche, die aber nicht erleichtern. Das Fieber steigt nur mäßig, meistens nur bis 38.5°C. Begleitend klagt der Patient über Kopf- und Muskelschmerzen sowie Schwäche der Muskeln. Psychisch ist der Patient meist unauffällig. Das Gesicht kann abwechselnd blass und rot sein. Auch zu Beginn eines Schnupfens kann Ferr-phos. hilfreich sein, vor allem wenn er von hellrotem Nasenbluten begleitet wird.

Ohren

Ohrenbeschwerden, für die Ferr-phos. infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ferr-phos. ist das Arzneimittel für symptomarme Ohrentzündungen und ist neben Belladonna, Chamomilla und Pulsatilla sehr häufig bei Otitis media und Tubenkatarrh angezeigt, es verkürzt den Verlauf und lindert die Schmerzen; ebenso bei Tubenkatarrh. Das Fieber ist meistens nur mäßig hoch bis 38.5°C mit wenig Durst und wenig Schweiß. Fieber und Frost kehren oft am nächsten Tag zur gleichen Stunde wieder.Tritt eine Eiterung ein, ist Ferr-phos. nicht mehr wirksam und es muss ein Folgemittel gewählt werden.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Ferrum phos.:

Hauptcharakteristikum: das Fehlen von charakteristischen Symtomen. Für symptomarme Erkrankungen im Anfangsstadium. Das Mittel für das 1. Stadium aller fieberhaften Erkrankungen und Entzündungen vor Beginn der Exsudation oder Eiterung. Auffallende Erschöpfung. Blasses Gesicht mit plötzlichem Erröten. Kalte Hände und Füße, verfroren und kälteempfindlich. Voller weicher fließender Puls. Bei Anämie vermehrt es das Hämoglobin. Neigung zu Erkältungen und Katarrhen der oberen und tiefen Atemwege, oft mit blutigem Auswurf. Pneumonie. Katarrh der Eustachischen Röhre. Krampfadern der Arme (auch Pulsatilla). Schulter-Arm-Syndrom vorwiegend links, ansonsten bevorzugen die Beschwerden die rechte Seite. Wechsel zwischen Heißhunger und Appetitlosigkeit; Heißhunger ohne Sättigungsgefühl. Enge und Angstgefühl in der Brust. Hellrote Blutungen. Unwillkürliches Urinieren tagsüber. Verzögerte Rekonvaleszenz.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Ferrum phos. als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Kälte und kalte Anwendungen, sanfte Bewegung, langsames Umhergehen, Alleinsein

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, 4-6 Uhr, Bewegung, Lärm, Berührung, unterdrückter Schweiß, nach dem Essen

Sonstiges

Ferr-phos. steht von der Symptomatik her zwischen Aconitum, Belladonna und Gelsemium und ist angezeigt, wenn die Unterscheidung nicht leicht fällt.
Ferr-phos. ist eine bewährte Indikation bei Eisenmangel.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Grippaler Infekt - Ferrum phos.-Fall aus der Praxis

Frau M. kommt mit Sohn Lukas wegen eines grippalen Infekts in die Praxis. Da Frau M. sich schon seit längerer Zeit mit klassischer Homöopathie beschäftigt und auch einschlägige Literatur besitzt, hatte sie ihren Sohn bereits mit Aconitum und Belladonna behandelt; die Mittel hatten aber keinen Erfolg gezeigt. Die Mutter schildert den Krankheitsverlauf: Lukas kam vor 3 Tagen lustlos und erschöpft aus der Schule, war schlapp und müde und legte sich hin. Eine leichte Erkältung bestand schon sein einigen Tagen. Gegen Abend bekam er etwas Schüttelfrost und entwickelte ein mäßiges Fieber. Auch am nächsten Tag fühlte er sich erschöpft und krank, er hatte ein wenig Fließschnupfen und etwas Nasenbluten. Während der Homöopath Lukas untersucht, fällt neben den Erkältungssymptomen lediglich seine Blässe auf. Der Homöopath repertorisiert und entscheidet sich für das homöopathische Arzneimittel Ferrum phosphoricum und verordnet Lukas das Mittel in der Potenz C12; von diesem soll er alle 2 Stunden 3 Globuli lutschen bis sich eine Besserung zeigt, dann soll die Medikation reduziert bzw. bei Beschwerdefreiheit abgesetzt werden.

Begründung der Mittelwahl

Dieser geschilderte grippale Infekt zeigt keine charakteristischen sondern nur "ganz normale" Symptome, wie sie bei jeder Erkältung vorkommen. Aconitum und Belladonna hatten ja auch nichts bewirkt; wegen der großen Müdigkeit wäre evtl. noch Gelsemium infrage gekommen. Es findet sich auch keine sichere Causa, keine klaren Modalitäten oder Leitsymptome. Einzig das den Schnupfen begleitende Nasenbluten und die Blässe sprechen für Ferrum phos. Daher entscheidet sich der Homöopath aufgrund des Fehlens charakteristischer Symptome - was ein Leitsymptom von Ferrum phos. darstellt - für dieses Mittel.




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