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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Hypericum perforatum, Johanniskraut


Hypericum perforatum, Johanniskraut

Johanniskraut, St.-Johns Wort, Familie der Hypericaceae (Hyper.)


Das Johanniskraut wächst im Halbschatten in Gruppen und ist leicht giftig. Es trägt seinen Namen aufgrund seiner Blütezeit zur Sommersonnenwende um Johanni herum (24.7.). Sein volkstümlicher Name ist auch Herrgottsblut, denn die Blüten enthalten den Farbstoff Hypericin, der die Finger rot färbt, wenn man die Blütenblätter zerreibt. In der Phytotherapie wird Hypericum vor allem bei depressiven Verstimmungen verwendet und als sog. "Rotöl" auch äußerlich angewandt.
In der klassischen Homöopathie ist Hypericum ein wichtiges Erste-Hilfe-Mittel, vor allem bei schmerzhaften Nervenverletzungen.

Hypericum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, nervenreiches Gewebe (Fingerspitzen, Nägel, Zehen, Steißbein) Spinalnerven, Hirnhäute

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Verletzungen, besonders Nervenverletzungen. Operation. Amputation. Sturz aufs Steißbein. Entbindung. Gehirn- und Rückenmarkserschütterung.

Hauptanwendungsgebiete von Hpyericum

- Verletzungen der Nerven oder von nervenreichem Gewebe wie z. B.
- Fingerspitzen, Zehen, Nägel und Wirbelsäule
- verletzte Nerven von Tierbissen
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Neuritis (Nervenentzündung)
- Augenverletzungen
- Quetschungen
- Stich-, Riss- und Schnittwunden
- Schussverletzungen
- Sturz aufs Steißbein
- Gehirn- und Rückenmarkserschütterung
- Prellung der Wirbelsäule
- Krämpfe nach Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen
- Kopfschmerzen nach einem Sturz
- Schmerz nach Operationen
- Amputationsschmerzen, Phantomschmerzen
- Geburtsfolgen
- Knochenbrüche
- nach Zahnextraktionen
- schmerzhafte Hämorrhoiden
- Tetanus
- Asthma vor Stürmen oder Wetterwechsel
- depressive Verstimmung
- Depression nach Gehirnerschütterung
- schmerzhafte Narben
- sehr schmerzhafte Hühneraugen
- Folgen von Schock und Furcht

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
depressive Verstimmung. Melancholie. Weinerlichkeit. Gedankenschwäche und Verwirrung. Schlaflosigkeit. Gefühl wie hochgehoben und Angst zu fallen. Gefühl einer eiskalten Hand an der Stirn. Gefühl, das Gehirn wäre locker. Gefühl, der Kopf wäre vergrößert oder verlängert.

Schmerz

Schmerzen, für die Hypericum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die extrem große Schmerzhaftigkeit ist ein Leitsymptom Hypericums. Die Schmerzen sind stechend, ziehend und vibrierend oder sie schießen an Nervenbahnen entlang. Die Schmerzen werden häufig begleitet von Taubheitsgefühlen und Kribbeln. Hypericum ist ein Spezifikum bei Amputations- und Stumpfschmerzen. Steißbeinschmerz (besonders wenn er den Rücken hinauf und die Beine hinunter ausstrahlt). Schmerzhaft empfindliche Wirbelsäule. Schmerzen im linken Ischiasnerv nach langem Sitzen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Hypericum:

Jede Verletzung, die mit außerordentlicher starken Schmerzen einhergeht. Verletzung von nervenreichem Gewebe (Finger, Zehen, Nägel, Wirbelsäule). Extreme Schmerzhaftigkeit von Verletzungen. Nervenschmerzen nach Operationen. Folgen von Gehirn- und Rückenmarkserschütterung. Prellung der Wirbelsäule. Folgen von Sturz aufs Steißbein. Ausstrahlende Schmerzen oder Schmerzen schießen die Nervenbahnen entlang. Depressive Verstimmung und Melancholie. Taubheitsgefühl und Kribbeln. Kribbeln in Händen und Füßen. Vibrieren, Brennen. Pulsieren im Scheitel. Gesichtsneuralgien. Zahnschmerzen. Amputations- und Stumpfschmerzen.

Modalitäten

(Dazu zählt alles, was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert);
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, bei denen laut Klassischer Homöopathie Hypericum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch
ruhiges Liegen, Liegen auf dem Bauch. Rückwärtsbeugen. Überstrecken.

Verschlechterung der Beschwerden durch
Kälte. Feuchte Kälte. Wetterwechsel. In geschlossenen Räumen. Berührung. Bewegung.

Sonstiges

Hypericum wird "das Arnica der Nerven" genannt.
In der Homöopathie wird Hypericum zur Vorbeugung von Tetanusinfektionen eingesetzt.
Hypericum ist eine bewährte Indikation nach Zeckenbiß (auch Ledum).
Hypericum kann die Empfindlichkeit der Haut auf UV-Strahlung verstärken.
Bei bekannter Lichtempfindlichkeit kann Hypericum phototoxische Reaktionen hervorrufen und sollte daher nur in höheren Potenzen eingenommen werden.
Vorsicht bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme, denn es besteht eine Wechselwirkung mit einer ganzen Reihe von Medikamenten, z. B. Hormone, Antibiotika, Psychopharmaka u.v.a.m.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Quetschung der Finger - Hypericum-Fall aus der Praxis

Frau Sch. kommt wegen psychischer Probleme zur chronischen Behandlung in die Praxis. Mangels Babysitter hatte sie ihre 5jährigen Zwillinge Lena und Sarah mitgebracht und im Wartezimmer deponiert. Nach 20 Min. war die Spielecke dann wohl langweilig geworden und die Kinder spielten lautstark Fangen durch alle Praxisräume. Selbst mehrmaliges Ermahnen fruchtete nur bedingt, so dass der Homöopath das therapeutische Gespräch schon abbrechen und einen neuen Termin vereinbaren wollte, als plötzlich ein durchdringender Schrei und nachfolgendes lautes Weinen ertönte: Sarah hatte die Tür vor der sie verfolgenden Schwester zugeschlagen; leider befand sich dabei Lenas Hand noch zwischen Tür und Zarge. Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger waren von der Tür eingeklemmt worden. Da sich in den Fingerspitzen vermehrt Nervenenden befinden und sie daher besonders schmerzempfindlich sind, war das ohrenbetäubende Geschrei berechtigt.
Der Homöopath gibt Lena 3 Globuli Hypericum C200 direkt auf die Zunge und nach kurzer Zeit sind die Tränen getrocknet.


Begründung der Mittelwahl

Aufgrund der Causa (Verletzung von nervenreichem Gewebe, hier die Fingerspitzen) und der sehr starken Schmerzempfindung (Leitsymptom) entschied sich der Homöopath für das Arzneimittel Hypericum und verabreichte es - wegen der Intensität der Schmerzen - in einer hohen Potenz, hier in der C200.
Etwas später erhält Lena noch 3 Globuli Arnica C30, um die Resorption eines evtl. entstehenden Blutergusses zu fördern.




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