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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Magnesium phosphoricum, Magnesiumphosphat


phosphorsaures Magnesium (Mag.-p.)


Magnesium phosphoricum heißt korrekt eigentlich Magnesiumhydrogenphosphat und kommt in reiner Form in der Natur nicht vor; es ist ein weißes kristallines Pulver und wird mit Hilfe von Magnesiumhydroxid aus Phosphorsäure hergestellt. In Wasser ist es nur schwer löslich, löst sich in verdünnten Säuren aber gut; ab 205°C Wärme zersetzt es sich. Im menschlichen Körper findet man Magnesium phos. vor allem in Gehirn, Nerven, Rückenmark und Blutkörperchen sowie in Knochen und Zähnen. Wegen seiner besonderen chemischen Eigenschaften und seiner Unschädlichkeit finden Magnesiumphosphate häufige Verwendung in der Lebensmittelindustrie z. B. als Säureregulator oder als Trennmittel. Als Lebensmittelzusatzstoff E 343 findet man es u. a. in Milchpulver, Trockenpulver und Backmischungen.
In der Biochemie Schüsslers ist Magnesium phos. als das Salz Nr. 7 bekannt, wird vor allem bei Schmerzen und Krämpfen eingesetzt und wird als einziges Mittel in heißem Wasser gelöst und dann schluckweise getrunken (die sog. "heiße 7").
Auch in der klassischen Homöopathie wird Magnesium phos. vorwiegend bei krampfartigen Beschwerden, Koliken und Schmerzen verordnet.

Magnesium phosphoricum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, glatte Muskulatur.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Zahnung, kalter Wind, kaltes Baden, Arbeiten in kaltem Wasser, unterdrückter Zorn, fortgesetzte Überanstrengung, Katheterbenutzung.

Hauptanwendungsgebiete von Magnesium phosphoricum

- Kopfschmerzen
- Migräne
- Neuralgien, besonders Gesichtsneuralgien
- Otitis und Ohrenschmerzen
- Tics, Zuckungen
- Schluckauf
- Zahnschmerzen
- Zahnungsbeschwerden der Kinder
- krampfartiger Husten, Asthma, Keuchhusten
- Angina pectoris
- Krämpfe und Koliken
- Blähkoliken der Säuglinge
- Nabelkoliken
- Magenkrämpfe
- Meteorismus (Auftreibung)
- Gallenkolik
- Nierenkolik
- Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation)
- PMS (prämenstruelles Syndrom)
- Ischialgie
- Obstipation (Verstopfung)
- Muskelkrämpfe
- Schreibkrampf

Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Magnesium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen, welche sich durch Wärme und Druck bessern. Kopfschmerz nach geistiger Anstrengung, Schulkopfschmerz. Die Schmerzen beginnen im Nacken oder Hinterkopf und breiten sich über den ganzen Kopf aus und setzen sich im rechten Auge fest. Gefühl eines elektrischen Schlages, der im Kopf beginnt und sich in alle Körperteile ausbreitet. Gefühl einer Kappe. Gesichtsneuralgien. Die Augen sind heiß und ermüdet und schmerzen, die Lider zucken, Licht ist unerträglich. Starker Nervenschmerz der Ohren oder besonders hinter dem Ohr, der beim Waschen mit kaltem Wasser oder durch kalte Luft schlimmer wird. Heftige Zahnschmerzen werden durch warme Anwendungen und warme Getränke gelindert. Ein Schluckauf quält den Betroffenen Tag und Nacht; durch warme Getränke wird er besser.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Magnesium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Heftiger krampfhafter Schluckauf, Tag und Nacht. Auftreibung und Völlegefühl, brennender Magenschmerz. Heftige Kolikschmerzen verbunden mit großer Unruhe, der Betroffene muß immer wieder aufstehen und umherlaufen. Zusammenkrümmen oder Liegen auf dem Bauch erleichtert etwas, Wärme in jeder Form, z. B. heiße Umschläge bessern am besten. Blähungskoliken mit Luftaufstoßen und Flatulenz, welches aber nicht lindert. 3-Monats-Koliken der Säuglinge, Wärme und Reiben des Bauches bessert den Schmerz. Bauchbeschwerden durch Zahnung.

Schmerzen

Schmerzen, für die Mag.-p. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kein Mittel hat eine größere Mannigfaltigkeit von Schmerzen. Sie sind sehr heftig und treiben zur Verzweiflung. Der Schmerzcharakter ist schneidend, bohrend, durchdringend oder stechend wie mit Messern. Die Schmerzen kommen blitzartig und vergehen ebenso schnell wieder. Sie haben schießenden Charakter oder sind krampfartig und zwingen den Betroffenen, häufig die Position zu wechseln. Der Schmerz kommt meist in Anfällen und wechselt schnell den Ort. Am charakteristischsten ist allerdings der krampfartige Kolik-Schmerz der Hohlorgane im Bauchbereich, der sich durch Wärme und Druck bessert; besonders heiße Umschläge mildern die Schmerzen. Die geringste Kälte, z. B. durch Abdecken, ist unerträglich; die betroffene Stelle darf nicht berührt werden. Menstruationsbeschwerden, besser durch Wärme und Druck, sie hören auf, wenn die Blutung eintritt. Rechtsseitige Ischiasschmerzen. Krampfschmerzen und Zittern der Finger bei Schreibern oder Musikern.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Magnesium phosphoricum:

Mag.-p. ist eines der wichtigsten Mittel bei Neuralgien und Schmerzen sowie bei Krämpfen. Einschießende Nervenschmerzen, häufig begleitet von Muskelkrämpfen. Schneidende und stechende, auch blitzartig einschießende neuralgische Schmerzen, plötzlich kommend und plötzlich gehend, schnell die Orte wechselnd, ausstrahlend. Ängstlichkeit, nervös und erschöpft, unfähig klar zu denken. Ohrenschmerzen, schlimmer in kalter Luft oder durch kaltes Wasser. Gesichtsneuralgien. Erschöpfungszustände mit Krampfneigung bei Kindern. Heftige krampfartige Koliken mit Aufstoßen. Blähungsauftreibung des Leibes mit Aufstoßen, was nicht bessert. Blähkoliken und Bauchkrämpfe zwingen zum Zusammenkrümmen, der Kleiderdruck ist unerträglich. Schmerzhafte Menstruationskrämpfe. Besserung durch Zusammenkrümmen, Druck und Wärme (auch Colocynthis). Krampfartiger Husten, Keuchhusten, Asthma. Zahnkrämpfe und Zahnungsbeschwerden der Kinder. Zahnschmerzen besser durch warme Getränke. Schwellung der Zunge. Schluckauf. Angina pectoris. Zuckungen, Schwäche und Krämpfe der Glieder; taube Fingerspitzen. Wadenkrämpfe. Ischialgie. Blasenschmerzen nach Katheterisieren. Alle Beschwerden werden durch Wärme und Druck gebessert und durch Kälte verschlimmert. Sehr kälteempfindlich und Mangel an Lebenswärme. Fieberschauer mit Zittern, die den Rücken hinunterlaufen. Abneigung gegen Kaffee. Empfindung als fließe Strom in den Gliedern, Aufwachen wie von einem elektrischen Schlag. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)

Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Magnesium phosphoricum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Hitze, Wärme, heiße Umschläge, Druck, Zusammenkrümmen, Ruhe, bei Bauchschmerz: Wärme, Umhergehen, Druck.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
kalte Luft, Zugluft, kaltes Waschen, Entblößen, Berührung, Bewegung, ausgestrecktes Liegen auf dem Rücken, beim Essen, nachts.

Sonstiges

Mag.-p. wirkt manchmal besser, wenn es in heißem Wasser gegeben wird.
Kalte Getränke und kalte Speisen sollte man während der Einnahme vermeiden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Koliken und Diarrhoe - Fall von Dr. M. L. Tyler

Die berühmte Homöopathin Dr. M. Tyler berichtet über den Fall eines Babys mit Koliken und Durchfällen:
Während ihrer Dienstzeit wurde ein Baby in die Ambulanz der Klinik eingeliefert wurde, welches unter heftigen Durchfällen und kolikartigen Schmerzen litt. Die Schmerzen waren so stark, daß es ständig die Beine an den Körper zog und sich zusammenkrümmte. Da dies den Leitsymtomen von Colocynthis entsprach, bekam das Kind eine Gabe Colocynthis C30 und die Durchfälle besserten sich. Leider aber nur die Durchfälle, denn die Schmerzen blieben bestehen und das Klinikpersonal hatte schon die Befürchtung, daß das Kind sterben könne. Dann jedoch fiel ihnen auf, daß eine gewisse Beruhigung der Beschwerden eintrat, wenn man eine warme Hand auf den Bauch des Kindes legte. Daraufhin bekam es eine Gabe Magnesium phosphoricum und das brachte den Fall zu einem guten Ende.
Weiterhin schreibt Frau Tyler, sie habe Mag.-p. in erster Linie zur Behandung von schmerzhaften Menstruationsbeschwerden eingesetzt, sofern die Indikation lautete: "Dysmenorrhoe mit heftigen Bauchschmerzen, die die Patientin zum Zusammenkrümmen zwingt und die nur durch Wärme gebessert werden."




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