Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Matricaria Chamomilla, Echte Kamille


Chamomilla, echte Kamille

Echte Kamille, Feldkamille oder Mutterkraut, Familie der Compositeae (Cham.)


Die echte Kamille (Matricaria recutita) ist die bekannteste Heilpflanze Deutschlands. In England wird sie sogar German Chamomile genannt. Sie enthält ätherische Öle und ist für ihre entzündungshemmende und krampflösende Wirkung bekannt. In der Volksmedizin wird die echte Kamille sowohl innerlich als auch äußerlich sowie zur Inhalation verwendet.
In der klassischen Homöopathie ist Chamomilla ein besonders bei Kindern sehr häufig verordnetes Arzneimittel.

Chamomilla wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

vegetatives, sensorisches und sensibles Nervensystem

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Zorn, Wut, Ärger. Kaffee. Zahnung. Erkältung.

Hauptanwendungsgebiete von Chamomilla

- Schmerzen aller Art
- Blähkoliken der Säuglinge
- Zahnungsbeschwerden
- Fieber bei der Zahnung
- Durchfall bei Zahnung
- Zahnschmerzen
- Trigeminusneuralgie
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Ohrenschmerz (schlimmer beim Bücken)
- Tubenkatarrh (Entzündung der Eustachischen Röhre)
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Bronchitis
- Schlaflosigkeit
- Ruhelosigkeit
- Diarrhoe (Durchfall)
- Fieber
- Gallenkolik
- Magenschmerzen
- Regelschmerzen
- prämenstruelles Syndrom (PMS)
- zur Geburtserleichterung

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Patient ist übermäßig gereizt, launisch und empfindlich; nichts kann man ihm recht machen. Dinge werden verlangt und dann doch wieder abgelehnt, er weiß nicht was er will, ist widerspenstig und streitbar. Unruhe.

Kinder

Kinder wollen ständig herumgetragen und geschaukelt werden, sind nur still wenn sie auf dem Arm sind oder gefahren werden. Sie sind müde, können aber nicht einschlafen; sie weinen im Schlaf oder fahren zusammen im Schlaf. Kinder sind ungezogen und eigensinnig, lassen sich nicht vom Arzt untersuchen. Sie sind launisch und wollen nicht berührt oder angesprochen werden. Chamomilla ist das häufigste homöopathische Mittel bei Zahnungsbeschwerden der Kleinkinder. Fieber bei Zahnung. Eine Wange rot, eine Wange blass bei der Zahnung. Zahnkrämpfe. Bauchkoliken der Kinder, das Kind versteift sich während der Schmerzen. Grünlicher Durchfall (s. auch Veratrum album und Pulsatilla) mit Geruch nach faulen Eiern. Ein freundlicher Gemütszustand des Kindes spricht gegen den Einsatz von Chamomilla.

Schmerz

Schmerzen, für die Chamomilla als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Anfallsweise und plötzlich auftretende Schmerzen, die zur Verzweiflung treiben, der Patient möchte lieber sterben als so leiden. Schmerz verbunden mit Taubheitsgefühlen. Extreme Schmerzempfindlichkeit und Überempfindlichkeit gegen Sinneseindrücke und kalte Luft. Heißer Schweiß bei den Schmerzen. Schlaflosigkeit durch Schmerzen. Mittelohrentzündung mit heftigen Schmerzen, die schlimmer beim Bücken sind; häufig ist begleitend eine Wange rot und eine Wange blass. Im Gegensatz zu anderen Beschwerden sind die Ohrenschmerzen besser durch Wärme.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Chamomilla:

Das Hauptleitsymptom ist der ärgerliche reizbare launische Gemütszustand. Man kann dem Patienten nichts recht machen. Häufiges Kindermittel. Kinder wollen herumgetragen, geschaukelt oder gefahren werden, werfen mit Dingen, lassen sich nicht untersuchen. Erwachsene sind unruhig oder laufen hin und her. Übermäßige Schmerzempfindlichkeit, die Schmerzen treiben zur Verzweiflung. Schmerz mit Taubheitsgefühl. Zahnungsbeschwerden der Kinder. Zahnschmerzen schlimmer durch Wärme, besser durch Kälte. Ohrenschmerz besser durch Wärme. Eine Wange ist rot, die andere blass. Großer Durst. Verlangen nach kaltem Wasser, Abneigung und Verschlimmerung durch warme Getränke, Speisen oder Anwendungen. Milchunverträglichkeit. Wärme verschlimmert die Beschwerden. Bauchkoliken und grünlicher Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Chamomilla als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Herumtragen, auf den Arm nehmen (Kinder). Fahren. Nach dem Schwitzen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Ärger. Zorn. Wärme. Abends, nachts. Kaffee. Um 9.00 Uhr, um 21.00 Uhr.

Sonstiges

Bei einer Allergie auf Korbblütler sollte Chamomilla nur in höheren Potenzen eingenommen werden.
Ein ruhiger freundlicher Gemütszustand spricht gegen den Einsatz von Chamomilla.
Auch das Vorliegen einer Verstopfung spricht eher gegen Chamomilla.
Chamomilla hat sich bewährt bei Folgen übermäßigen Kaffeegenusses.
Chamomilla hat eine eher kurze Wirkung und kann häufiger wiederholt werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Bauchschmerzen - Chamomilla-Fall aus der Praxis

Frau Sch. kommt mit ihrem 8jährigen Sohn Max in die Praxis, der seit 2 Tagen unter Magen-Darm-Beschwerden leidet. Sie berichtet, dass Max von der Lehrerin aus der Schule nach Hause geschickt wurde, weil er dort zweimal erbrochen hatte. Zuhause war er appetitlos und klagte über Bauchschmerzen. Sein Bauch täte ihm weh, als ob dort ein Stein drücke. Im Laufe des Nachmittags entwickelte der dann noch einen übelriechenden Durchfall, der Stuhl hatte eine grünliche Farbe.
Bei der körperlichen Untersuchung fällt vor allem Max Gemütszustand auf: er ist gereizt und unwillig und schlägt nach seiner Mutter und nach dem Homöopathen. Während der Untersuchung jammert er, läßt sich kaum anfassen und zeigt eine übermäßige Schmerzempfindlichkeit. Im Gesicht fällt auf, dass eine Wange rot und die andere blass erscheint. Dann will er unbedingt etwas trinken und als die Mutter ihm ein Glas Wasser reicht, schlägt er es ihr aus der Hand. Ob er immer so reagiere? Nein, dies Verhalten sei für ihn sehr ungewöhnlich, sonst sei er eher ein ruhiger folgsamer Junge.
Nach der Untersuchung gibt der Homöopath Max noch in der Praxis 3 Globuli Chamomilla C30 direkt auf die Zunge. Außerdem gibt er der Mutter 3 weitere Globuli mit der Anweisung, sie zuhause in Wasser aufzulösen und sie Max teelöffelweise in 2stündlichen Abständen zu verabreichen bis eine Besserung eintritt. Danach sollte die Einnahme reduziert werden.
Tage später berichtet Frau Sch., dass Max schon bald nach der ersten Gabe Chamomilla einschlief und nach dem Erwachen war seine Reizbarkeit verflogen und sein Gemütszustand hatte sich wieder normalisiert. Die Durchfälle blieben noch eine Weile, aber die Bauchschmerzen waren am nächsten Morgen verschwunden.

Begründung der Mittelwahl

In diesem Fall war eine Causa (Ursache) der Beschwerden nicht zu ermitteln. Hier wurde Chamomilla verordnet, weil vor allem der veränderte ungewöhnlich launische und gereizte Gemütszustand des Kindes auffallend war, das charakteristische Leitsymptom dieses Arzneimittels. Auch andere Symptome wie z. B. die einseitige Wangenröte und die übermäßige Schmerzempfindlichkeit sprechen für Chamomilla.




Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top