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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Natrium sulfuricum, Glaubersalz


Natriumsulfat, schwefelsaures Natrium, (Nat.-s.)


Natrium sulfuricum (Symbolfoto Salzsee) Das Glaubersalz erhielt seinen Namen von seinem Entdecker, dem deutschen Chemiker Johann Rudolph Glauber, der es zu Beginn des 17. Jhdt. durch Mischen von Schwefelsäure und Kochsalz erstmalig herstellte. Diese chemische Verbindung findet sich auch in der Natur, vor allem im Meer und in Salzseen. In der Volksmedizin wird es schon lange als zuverlässiges Abführmittel verwendet und um vor einer Fastenkur den Darm zu leeren; dazu werden 2-3 Teelöffel des weißen Pulvers in lauwarmem Wasser aufgelöst und getrunken; spätestens nach 3 Stunden tritt dann die Wirkung ein. Durch seine osmotische Kraft vermag das Glaubersalz Wasser im Darm zu binden, dadurch erhöht sich der Wasseranteil und das Volumen, wodurch dann die Darmtätigkeit angeregt wird.
Auch in der Industrie wird Natriumsulfat genutzt; z. B. als Trägersubstanz, als Säureregulator und als Füllstoff bei Waschmitteln. Weiterhin ist es unter der Bezeichnung E 514 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.
In der Biochemie Schüsslers gilt Natrium sulfuricum Salz Nr. 10 als wichtigstes Ausscheidungsmittel und zur Regulation der Körperflüssigkeiten. In der klassischen Homöopathie wird Nat. sulf. vor allem bei der sog. hydrogenoiden Konstitution (starke Beschwerden oder Verschlimmerungen bei feuchter Kälte) und bei Folgen von Kopfverletzungen eingesetzt.

Natrium sulfuricum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Leber, Hinterkopf, Zentralnervensystem, Pankreas, Atemwege.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Kopfverletzung, Verletzung der Wirbelsäule. Feuchte Kälte. Wohnen in feuchten Räumen. Zorn. Unterdrückte Gonorrhoe. Quecksilber.

Hauptanwendungsgebiete von Natrium sulfuricum

- Gehirnerschütterung
- Verletzungen der Wirbelsäule
- Kopfverletzungen
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Meningits (Gehirnhautentzündung)
- Migräne
- Photophobie (Lichtscheu)
- Konzentrationsstörungen
- traumatische Epilepsie (Krampfanfälle als Verletzungsfolge)
- Asthma, vor allem bei Kindern
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Wetterfühligkeit
- Gastritis, Duodenitis (Entzündung von Magen bzw. Dünndarm)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Leberleiden
- Gallenleiden
- Ischialgie
- Hüftgelenksentzündung, besonders links
- Rheuma
- Gicht
- Enuresis (Bettnässen)
- Gonorrhoe (Tripper)
- Leukämie
- Diabetes
- Malaria
- Kondylome (Feigwarzen)
- Warzen
- Nagelbettentzündung (Panaritium)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Geistige und Gemütsveränderungen wie Verwirrung oder Depression als Folge einer Kopfverletzung. Emotionale Reaktionen auf Musik, der Patient weint, wenn er Musik hört. Manie und Depression wechseln sich ab. Traurigkeit, Kummer und Lebensüberdruß mit Selbstmordgedanken: der Patient würde sich am liebsten erschießen, hält sich aber aus Rücksicht auf seine Familie zurück. Abneigung zu sprechen oder dass jemand ihn anspricht. Fröhlichkeit nach erfolgtem Stuhlgang. Schmerzen sind schlimmer beim Darandenken.

Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Nat. sulf. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Konstitutionsmittel bei Asthma der Kinder. Asthma und Atemnot, besonders bei feuchtem kalten Wetter. Der Husten ist locker aber heftig, besser im Sitzen, die Betroffenen müssen die Brust festhalten. Jede Erkältung oder Anstrengung bringt einen Asthmaanfall. Morgendliche Verschlimmerung: typischerweise beginnen die Beschwerden morgens zwischen 4.00 und 5.00 Uhr, es rasselt in der Bust, der Auswurf ist dick, reichlich und kann grünlich sein. Pneumonie (Lungenentzündung). Die Patienten sind kurzatmig beim Gehen und haben das beständige Verlangen, einen tiefen langen Atemzug zu tun. Brust- und Herzbeklemmung im Sitzen.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Nat. sulf. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Verdauungsbeschwerden mit Übelkeit, Blähungen, Sodbrennen und Erbrechen. Bitterer Geschmack der Zunge, diese grünlich oder gelbbräunlich belegt. Alle Absonderungen wie Zungenbelag, Stuhl und Erbrechen sind grünlich. Die Lebergegend ist empfindlich und schmerzhaft, schlimmer bei tiefem Atmen und Liegen auf der linken Seite. Kolikschmerzen sind besser durch Reiben und Kneten des Bauches. Kollernd und Rumoren in den Därmen mit lauten spritzenden Stühlen mit begleitender Flatulenz. Die Stühle sind voluminös, schaumig gelb oder grünlich und mit Schleim vermischt. Durchfall plötzlich nach dem Aufstehen. Die Patienten haben Verlangen nach kaltem Wasser und Eis, Abneigung gegen Fleisch und Brot. Obst, Gemüse und stärkehaltige Speisen sind unverträglich.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Natrium sulfuricum :

Folgen von Kopf- und Wirbelsäulenverletzung: Epilepsie, Kopfschmerzen, Schwindel, geistige Veränderungen wie Verwirrung oder Depression. Suizidneigung durch Erschießen, beherrscht sich aber. Beschwerden durch Wetterwechsel von warm zu kalt und feucht oder von trocken zu feucht. Asthma durch Wetterwechsel, jede Erkältung bringt einen Asthmaanfall mit sich. Schmerzhafter Husten mit Festhalten des Brustkorbes (auch Bryonia). Lungenentzündung. Neugeborenengelbsucht. Stechen, Drücken und Spannungsgefühle in der Lebergegend. Drückende Bauchschmerzen, die sich durch Druck bessern. Blähungskoliken und morgendliche Durchfälle mit spritzender Entleerung. Galliges Erbrechen. Leber- und Gallekopfschmerz mit grüner oder grünlichbrauner Zunge. Bitterer Geschmack im Mund. Photophobie bei Kopfschmerz. Allgemeine Besserung nach erfolgtem Stuhlgang. Grünlicher Harnröhrenausfluß. Alle Absonderungen sind grünlich: Nase, Sputum, Stuhl, Harnröhre. Kondylome im genitalen und perianalen Bereich. Arthritis der Hüfte besonders links. Rheuma durch Nässe und Kälte. Gicht. Rezidivierende Hauterkrankungen jedes Jahr im Frühling. Frösteln und Kälteempfindlichkeit. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite. Verschlechterung der Beschwerden durch (warmes) feuchtes Wetter, durch Essen von Obst und Gemüse.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Nat. sulf. als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
trockenes Wetter, frische Luft, Druck, Veränderung der Lage, nach dem Stuhlgang.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Feuchtigkeit, (warmes) feuchtes Wetter, Nebel und Nässe, Aufenthalt an Meer und Seen, Leben in feuchter Wohnraumsituation, Liegen auf der linken Seite, morgens 4.00 - 5.00 Uhr, Ruhe, Essen von Gemüse.

Sonstiges

Natrium sulfuricum ist oft hilfreich, wenn nach einer Kopfverletzung Arnika nicht wirkt oder ausgewirkt hat. Weiterhin kommen komplementär bei Kopfverletzungen auch Helleborus und Cicuta infrage.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Kopfverletzung - Fall von Dr. Mateu I Ratera

Der Homöopath Dr. Mateu I Ratera schildert einen Fall aus seiner Praxis:
Ein 48jähriger Mann war aus ca. 3 m Höhe von einem Gerüst gefallen, mit dem Kopf aufgeschlagen und hatte sich schwer am Ohr verletzt. Danach war er ca. 10 Minuten bewußtlos und konnte sich nicht mehr an den Unfall erinnern, ständig fragte er: "Wo bin ich denn, was ist denn passiert?". Die Wunde wurde genäht und er wurde 24 Std. später aus der Klinik entlassen. Wenige Tage später klagte er über ein Schwindelgefühl und über Störungen seines Kurzzeitgedächtnisses: er vergaß, was er sich vorgenommen hatte und wußte nicht mehr, was er z. B. in einem anderen Zimmer wollte. Zwei Monate später kam er zu Dr. Mateu I Ratera, welcher ihm Natrium sulfuricum C30 verschrieb. Acht Tage später setzte dann die Besserung ein. Nach zwei Monaten war der Schwindel verschwunden und die Gedächtnisausfälle wurden seltener. Nach acht Monaten kam es wieder zu Schwindel und Gleichgewichtsstörungen als er sich im Bett umdrehte. Daraufhin verschrieb der Arzt Nat. sulf. C200 und danach erholte sich der Patient völlig und blieb beschwerdefrei.





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