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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Nux vomica, Strychnos nux vomica


Brechnuss, Krähenauge, Familie der Loganiaceae (Nux-v.)


Nux vomica: Krähenauge Die Brechnuss wächst auf einem 10 m hohen Baum aus Südostasien; der Name leitet sich her aus lat. Nux=Nuss und vomicus=Brechreiz erregend, was eigentlich irreführend ist, denn weder handelt es sich bei den Samen um Nüsse noch verursachen sie Erbrechen. Die Früchte des Baumes sehen aus wie kleine Orangen und enthalten die grüngrauen Samen, die als "Krähenaugen" bezeichnet werden und etwas so groß wie eine 2-Cent-Münze sind. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels werden nur die reifen getrockneten und pulverisierten Samen verwendet.
Rinde, Blätter und Samen der Pflanze enthalten, wie der Name "Strychnos" bekundet, größere Mengen des Alkaloids Strychnin, eine hochgiftige Substanz, die stark auf das zentrale Nervensystem wirkt, erst die Reflexerregbarkeit steigert und anschließend zentrales und vegetatives Nervensystem lähmt. Nach der Einnahme stellen sich als Zeichen der Vergiftung Krampfanfälle, Zuckungen, Schaum vor dem Mund und Atemnot ein, bis der Tod durch Atemlähmung eintritt; schon 0,75 - 3 g wirken beim Menschen tödlich.
Schon vor über 1000 Jahren war die Brechnuss in Arabien als Heilmittel bekannt; im 15. Jhdt. kam sie nach Europa, wo man sie gegen die Pest einsetzte. Später diente sie als Hilfe beim Fischfang und als Gift gegen Ratten, Mäuse und andere unliebsame Tiere. Die Volksmedizin verordnete die Brechnuss bei Schwächezuständen und Herz-Kreislaufbeschwerden; aufgrund der Giftigkeit und der erheblichen Nebenwirkungen nahm man aber im Laufe der Zeit Abstand von der Arznei. Allerdings dienen die Brechnussamen bis heute noch der Gewinnung von Strychnin.
In der Homöopathie ist Nux vomica eines der größten Polychreste und (nach Arnica) das am zweithäufigsten verkaufte Homöopathikum. Viele Laien verwenden es zur Selbstbehandlung vorwiegend von Kopfschmerzen, Katerbeschwerden und Magendarmaffektionen. In der klassischen Homöopathie ist es besonders als Entgiftungs- und Ausleitungsmittel unersetzbar. Es war eines der ersten Mittel, das von Samuel Hahnemann geprüft wurde. Über den Charakter des Nux vomica-Typus schrieb er in seiner "Reinen Arzneimittellehre":
"Hierher gehört, dass diejenigen Personen sie öfter bedürfen, welche sehr sorgfältigen eifrigen feurigen hitzigen Temperamentes sind, oder tückischen boshaften zornigen Gemüts."
Wegen der Toxizität ist Nux vomica verschreibungspflichtig bis einschließlich der D 3.

Polychreste - Konstitutionsmittel Nux vomica

Während einige "kleine" Mittel vorwiegend auf bestimmte Organe einwirken und dadurch relativ leicht den akuten Beschwerden zuzuordnen sind, haben die "großen" Mittel, die sog. Polychreste (Polychrest=für vieles zu verwenden) ein sehr großes Wirkspektrum auf Körper, Psyche und Geist (Konstitutionsmittel).

Nux vomica wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Verdauungsorgane, Leber, Nerven, Atmungsorgane.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Sitzende Lebensweise, geistige Überanstrengung, üppige Lebensweise, Völlerei, Alkohol, Tabak, Medikamente, Abführmittel, toxische Belastungen, Zorn, Verdruß, geschäftliche Sorgen, Schlafmangel.

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Nux vomica als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Nux vomica gilt in der Homöopathie als "Arznei für den modernen Menschen", der unter starker beruflicher Belastung leidende und ungesund lebende Managertyp, den Stress und Hektik krank machen, der viel sitzt und sich wenig bewegt, der ständig gehetzt und überarbeitet ist, nur unregelmäßig und vorwiegend fast food ißt, eine Neigung zu Stimulantien hat, z. B. literweise Kaffee oder Alkohol trinkt und schnell zu Medikamenten oder Drogen greift, um seinen stressigen Alltag bewältigen zu können. Dieses "Zuviel von Allem" kann dann einen einen suchtartigen Charakter annehmen, daher ist Nux vomica häufig bei Alkoholismus angezeigt. Weiterhin für sog. Workoholics, ehrgeizig und nervös, frostig und reizbar, mit vollem Terminkalender, mit Furcht vor Armut, die selbst nachts in ihren Träumen mit der Arbeit beschäftigt sind. Perfektionisten. Nux vomica ist vorwiegend ein Männermittel.

Kinder

Kinder, für die Nux vomica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Nux vomica ist eine bewährte Arznei bei Schniefen und chronischem Schnupfen der Kleinkinder und Säuglinge; nachts ist die Nase trocken und verstopft, tagsüber fließen die Absonderungen. Der Schnupfen ist schlimmer im warmen Zimmer und besser draußen an der frischen Luft. Eine weitere Indikation bei Kleinkindern ist eine Schwäche des Leistenringes und dadurch verursachte Hernien (Leistenbruch, Nabelbruch). Kinder die zu Verstopfung neigen, mager sind und ständig frösteln, oft auch streitsüchtig, ungeduldig und mißgelaunt, mit Wutanfällen oder hyperaktiv. Weiterhin ist Nux vomica oft angezeigt bei Kindern von Alkoholikern oder Müttern, die Stimulantien mißbrauchen.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Wegen der extremen Überempfindlichkeit auf Reize ist der Patient ungeduldig, reizbar, zornig und streitsüchtig, vor allem morgens schlecht gelaunt. Ab und zu treten Phasen auf, in denen er sich niedergeschlagen, weinerlich und ängstlich fühlt. Bagatellbeschwerden sind für den Patienten unerträglich. Alle Beschwerden sind morgens am schlimmsten, was ihm den Ruf als Morgenmuffel einbringt. Er ist der typische Choleriker, kleinste Anlässe, wie z. B. Störungen durch Geräusche oder Musik, können bei den Betroffenen Aggression und Wut auslösen, sie entwickeln ein jähzorniges streitsüchtiges Verhalten, vertragen weder Kritik noch Widerspruch; Ärger und Mißmut sind an der Tagesordnung, jedes harmlose Wort kann einen Wutanfall heraufbeschwören, Heftigkeit bis hin zu Tätlichkeiten kann auftreten. Versuche, ihn zu beruhigen oder Trost zu spenden machen ihn nur zornig. Weiterhin ist der Nux vomica Patient starrsinnig und eigenwillig, auch schwermütige Phasen mit Suizidgedanken treten auf, er spricht dann von Selbstmord, verübt ihn aber nicht. Alkoholismus mit Hypochondrie.

Kopf

Die Kopfschmerzen sind mit Übelkeit und Brechreiz verbunden, sie sind morgens am schlimmsten und bessern sich dann abends im Bett wieder. Katerkopfschmerz mit Benommenheit wie berauscht. Die Schmerzen sind vorwiegend in der Stirn über den Augen oder im Hinterkopf lokalisiert, sie sind drückend oder betäubend, fast die Besinnung raubend und schlimmer nach dem Essen. Äußerer Druck kann die Schmerzen bessern. Die Ohren jucken und zwingen den Patienten zum Schlucken und Husten. Laute Geräusche sind schmerzhaft. Beim typischen Schnupfen juckt die Nase, ist nachts verstopft und tagsüber fließen die Absonderungen; der Schnupfen bessert sich im Freien und bei der Rückkehr in warme Räume ist die Nase wieder verstopft. Trotz scharfer Nasenabsonderung besteht ein Verstopfungsgefühl. Der Hals kratzt und schmerzt wie roh, besonders beim Einatmen von kalter Luft. Schmerzen im Hals erstrecken sich zum Ohr beim Schlucken. Kältegefühl im Gesicht trotz Rötung und Hitze. Das Gesicht zuckt und schmerzt reißend oder krampfartig, die Schmerzen können durch den Genuß von Kaffee hervorgerufen werden. Das Zahnfleisch ist geschwollen, die Zähne sind sehr kälteempfindlich. Die Augen sind lichtempfindlich, besonders morgens. Es besteht eine Neigung zu Ohnmacht, besonders morgens, nach Essen oder durch Gerüche. Schwindel mit kurzzeitiger Bewußtlosigkeit.

Brust/Atemwege

Beim banalen Schnupfen sind die Nasenschleimhäute ausgetrocknet und wund, jucken und schwellen vor allem in der Nacht an, so dass nur durch den Mund geatmet werden kann. Husten und Heiserkeit sind morgens und nachts am schlimmsten, besonders nach Mitternacht bis zum Tagesanbruch. Heftige Anfälle erscheinen schon frühmorgens vor dem Aufstehen im Bett und führen zu berstenden Kopfschmerzen. Der Husten ist trocken, die Kehle rauh, der Auswurf kann blutig sein. Die Atmung ist flach und beklemmt, das Asthma ist verbunden mit Magenbeschwerden, ist schlimmer morgens und nach dem Essen. Heftiges Herzklopfen erscheint nach dem Genuß von Kaffee oder Herzklopfen beim Liegen nach dem Mittagessen. Blähungen bewirken ein Zusammenschnürungsgefühl der Brust.

Verdauung

Ein Hauptanwendungsgebiet für Nux vomica sind Kater-Beschwerden nach übermäßigem Alkohol- und Tabakgenuß, was sich äußert als Übelkeit, Brechreiz, Magenschmerzen sowie Benommenheit und Schwindel; das Befinden ist morgens am schlimmsten. Durch die hektische Lebensführung leidet der Nux vomica-Typ häufig unter Magen- und Darmbeschwerden. Er hat Bauchschmerzen und -drücken, Sodbrennen und Aufstoßen mit bitterem oder saurem Geschmack im Mund, Übelkeit und Erbrechen meist 1-2 Stunden nach dem Essen. Die Patienten würden gern erbrechen, können es jedoch nicht, sie haben das ständige Gefühl, wenn sie erbrechen würden, würde es ihnen besser gehen. Jegliches Essen liegt wie ein Stein im Magen, der Bauch ist aufgetrieben und reagiert empfindlich auf Druck z. B. durch den Hosenbund, der gelockert werden muss. Nach dem Essen ist der Patient so benommen, dass geistige Anstrengung 1-2 Stunden nicht möglich ist. Obwohl es nicht vertragen wird, verlangt es den Patienten nach Fett und stark gewürzten Speisen sowie nach Alkohol und Kaffee. Stechende Schmerzen der Leber und Leberschwellung. Eine weitere typische Indikation ist Verstopfung mit ständigen vergeblichen Stuhldrang oder Abgang nur geringer Stuhlmengen und dem Gefühl, nicht fertig zu sein. Hömorrhoiden jucken, schmerzen und machen Beschwerden. Wechsel von Durchfall und Verstopfung, Unsicherheitsgefühl im Darm, Durchfall durch Abführmittelmißbrauch oder durch alkoholische Getränke.

Uro-Genital-Organe

Die Betroffenen leiden unter häufigem Harndrang, während des Urinierens spüren sie einen brennenden und reißenden Schmerz im Blasenhals, es gehen aber nur wenige Tropfen Urin ab, Jucken in der Harnröhre. Auslöser der Beschwerden können kalte Füße oder Sitzen auf kalten Steinen gewesen sein. Reizblase. Nierenkoliken mit Frostigkeit und häufigem Harndrang, mit Erbrechen und Besserung der Beschwerden durch Wärme. Die Nierenschmerzen strahlen aus in die Genitalien. Ausgeprägte sexuelle Erregbarkeit schon aus geringen Anlässen und gesteigertes sexuelles Verlangen. Folgen von sexuellen Exzessen. Bei Frauen erscheint die Menstruation zu früh, dauert zu lange oder ist sehr unregelmäßig mit Beschwerden bei Beginn oder auch hinterher. Das Blut ist dunkel oder schwarz, die Regel hört auf und beginnt wieder, ist mit schmerzhaften Unterleibskrämpfen verbunden oder verursacht Ohnmachtsanfälle. Die Krämpfe sind abwärtsdrängend, häufig mit Stuhldrang und die Frau muss sich wegen der Schmerzen zusammenkrümmen. Unter der Geburt verursachen die Wehen Stuhldrang oder Ohnmacht, sind schlimmer im Rücken.

Extremitäten

Die Betroffenen leiden unter Kreuzschmerzen und Verspannungen der Muskulatur wie sie z. B. für einen Hexenschuß typisch sind. Es kommt auch zu Lähmungen, Krämpfen, Taubheitsgefühlen und Einschlafen der Glieder. Beim Hinlegen werden die Schmerzen stärker und in der Nacht wagt der Patient kaum, sich umzudrehen weil er befürchtet, dass Kreuz würde brechen. Er muss sich erst aufsetzen, damit er sich umdrehen kann. Wehenartiger Schmerz im Rücken mit Stuhldrang. Morgens sind Arme und Beine schwach, kraftlos und die Knie zittern, auch die Hände zittern. Die Knochen schmerzen morgens im Bett. Muskeln und Sehnen im Oberschenkel ziehen sich zusammen beim Gehen. Auf vermehrte Anstrengung der Beine folgt Lähmung; Lähmung der Beine nach Schlaganfall. Die Knie knacken bei Bewegung.

Haut

Die Haut ist kalt, bläulich, rot und fleckig oder marmoriert, besonders während des Fieberfrostes. Sie zeigt kleine Einblutungen, Leberflecken und kann gelb sein als Folge von Zorn oder Hepatitis. Die Hautausschläge sind juckend und brennend, Flecken entzünden sich, Furunkel, Pickel und Akne bilden sich. Geschwüre sind empfindlich mit reißenden zuckenden Schmerzen und grünlichen Absonderungen oder Schmerzen wie nach Verbrennung. Die Haut ist geschwollen, juckt heftig, abends und nachts erscheinen Nesselausschläge; die Urtikaria ist häufig mit Magenstörungen verbunden. Der Patient hat Empfindungen auf der Haut wie Beißen, Kribbeln, Brennen und Ameisenlaufen oder es besteht eine Unempfindlichkeit gegenüber Reizen (Anästhesie).

Schlaf

Die Betroffenen können meist gut einschlafen, wachen aber gegen 3 Uhr mit ungutem Gefühl auf und bleiben dann wach bis zum Morgen. Durch morgendliches langes Ausschlafen verstärken sich die Schlafstörungen. Erwachen mit Schwindel. Der Schlaf ist geprägt durch lebhafte Träume und nächtliches Erwachen, in den Träumen tauchen vor allem Streit und Zorn sowie berufliche Themen und Sorgen auf, im Geiste wird der morgige Tag geplant und durchgegangen. Tagsüber muss der Patient viel Gähnen und abends schläft er im Sitzen ein. Nach einem kurzen Nickerchen bessern sich viele Beschwerden. Nux vomica ist eine Arznei bei Schlaflosigkeit durch den regelmäßigen Genuß von Alkohol, besonders von Bier und Wein.

Schmerzen

Das Arzneimittelbild von Nux vomica umfaßt sehr viele unterschiedliche Schmerzqualitäten wie vor allem brennend, beißend, stechend und drückend sowie stechend und krampfartig in Muskeln. Weiterhin kommen ruckende, zwickende, lähmungsartige und äußerlich wund schmerzende Empfindungen vor; außerdem ein Zusammenschnürungsgefühl sowie innerlich wie auch äußerlich. Die Schmerzen bessern sich durch Hitze. Bezeichnend ist auch eine Unempfindlichkeit gegenüber Reizen (Anästhesie).

Fieber

Die Fieberpatienten klagen über starke Schmerzen in Gliedern und Kreuz, auch Magensymptome können das Fieber begleiten. Sie zeigen eine starke Kälteempfindlichkeit und wollen in jedem Fieberstadium unbedingt zugedeckt sein; sie frösteln sofort beim Aufdecken. Sie bekommen Schüttelfrost beim geringsten Luftzug und bei der geringsten Bewegung, selbst äußere Wärmezufuhr kann das Frieren nicht bessern. Der Schüttelfrost ist mit Schweiß verbunden, der Schweiß ist übelriechend oder sauer, kalt und klebrig und kann auch auf nur einer Körperhälfte sein. Gesicht und Hände sind kalt und bläulich, die Haut ist gefleckt, die Fingernägel sind bläulich. Die Kälteschauder werden durch Bewegung verschlimmert. Fieber beim Zahnen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Nux vomica:

Das Mittel für "den modernen Menschen": intensiver Lebenswandel, gestreßt, hektisch, ehrgeizig, überarbeitet mit sitzender ungesunder Lebensweise und Neigung zu Stimulantien zu greifen. "Managersyndrom". Kaffee-, Alkohol-, Medikamenten- und Abführmittelmißbrauch. Toxische Belastung des Organismus. Vorwiegend ein Männermittel. Große Reizbarkeit, Ungeduld, Überempfindlichkeit der Sinne. Katerkopfschmerz, Migräne. Schnupfen mit Absonderung tagsüber und Verstopfung der Nase nachts. Nächtlicher und morgendlicher Schwindel. Ohnmacht durch Gerüche. Lichtempfindlichkeit vor allem morgens. Halsschmerz beim Einatmen kalter Luft. Herzklopfen nach Kaffee. Viele Magenbeschwerden: Sodbrennen, Aufstoßen, Auftreibung, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Magenschmerzen, schlimmer morgens und nach Essen, mit bitterem oder saurem Mundgeschmack. Magen-Darm-Beschwerden nach Völlerei oder Alkoholexzeß. Verlangen nach fettigen und stark gewürzten Speisen, die nicht vertragen werden. Widerwillen gegen gewohnte Stimulantien wie Kaffee, Bier oder Tabak. Neigung zu Verstopfung mit vergeblichem Stuhldrang. Hämorrhoiden. Obstipation auf Reisen. Jet lag. Nächtliche Kreuzschmerzen, Hexenschuß, Muskelkrämpfe, morgendliche Kraftlosigkeit. Krämpfe und krampfartige Zustände, Lähmungen und Taubheitsgefühle. Gelenkschmerzen mit morgendlicher Verschlimmerung. Lähmungen nach Schlaganfall. Schlaflosigkeit nach Erwachen um 3.oo - 4.oo Uhr bis morgens, mit Träumen von der Arbeit. Müdigkeit morgens beim Erwachen, Verschlimmerung aller Beschwerden morgens, bei geistiger Anstrengung und nach dem Essen, Besserung abends und bei feuchtem Wetter. Großer Mangel an Lebenswärme und Kälteempfindlichkeit, Kältegefühl mit heißem roten Gesicht und kalten Händen und Füßen; Fieber mit Schüttelfrost, schlimmer bei Bewegung und Aufdecken. Kälte verschlimmert alle Beschwerden, Abneigung gegen frische Luft.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Nux vomica als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
laufende Absonderungen, kurzer Schlaf, Einhüllen des Kopfes, Ruhe, feuchte Luft, heiße Getränke, Milch.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
morgens, Kälte, frische Luft, Zugluft, Entblössen, Aufdecken, Druck, geistige Anstrengung, gestörter Schlaf, Geräusche, Gerüche, Licht, allopathische Medikamente, Kaffee, Alkohol.

Speisen und Getränke

Patienten, für die Nux vomica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise Verlangen bzw. Abneigung nach folgenden Speisen und Getränken:
Der Genuß von Kaffee, Alkohol und Tabak bekommt ihnen nicht; andererseits haben sie aber ein heftiges Verlangen nach diesen Dingen und können schwer von ihnen lassen. Im Allgemeinen führt jegliches Essen zu einer Verschlechterung des Befindens. Besonders kalte Speisen bekommen den Betroffenen nicht, warme oder heiße Speisen und Getränke bessern die Beschwerden. Starke Benommenheit nach dem Essen. Weiterhin besteht ein Verlangen nach fetten und stark gewürzten Speisen, die aber nicht gut vertragen werden. Im weiteren Krankheitsverlauf können die Betroffenen eine Abneigung oder Widerwillen gegen ihre bisher gewohnten Stimulantien wie Bier, Kaffee oder Tabak entwickeln.

Sonstiges

Nux vomica sollte nicht morgens gleich nach dem Erwachen eingenommen werden, der beste Zeitpunkt der Einnahme ist einige Stunden vor dem Schlafengehen.
Coffea, Camphora und Opium sollten nicht zusammen mit Nux vomica eingenommen werden.
Zincum sollte weder vor noch nach Nux vomica eingenommen werden.

Hauptanwendungsgebiete von Nux vomica :

Beschwerden des Gemütes wie
Angststörungen, Depressionen, Alkoholismus, Apathie, Bettnässen, Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Gedächtnisschwäche, Gedankenandrang, geistige Verwirrung, Hypochondrie, innere Unruhe, Manie, Neurosen, Reizblase, Reizdarm, Schlafstörungen, Suchterkrankungen, vegetative Dystonie, Wahnideen.
Beschwerden des Nervensystems wie
Alzheimer-Krankheit, Epilepsie (Krampfanfälle), Multiple Sklerose (MS), Morbus Parkinson (Schüttellähmung) Neuralgien, Neuritis (Nervenentzündung).
Beschwerden des Kopfes wie
Gesichtsakne, Haarausfall, Kopfschuppen, Kopfschmerzen, Lippenherpes, Migräne, Morbus Meniere, Mundwinkeleinrisse, Nasenbluten, Schwindel, Zahnschmerzen, Zähneknirschen.
Beschwerden der Augen wie
Ambylopie (Schwachsichtigkeit), Amaurose (Lähmung des Sehnerv), Augenmuskellähmung, Augenzucken, Entzündung der Hornhaut (Keratitis), der Lider (Blepharitis), Fremdkörper, Gersten- und Hagelkorn, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Lidrandentzündung, Netzhautentzündung (Retinitis), Photophobie (Lichtempfindlichkeit), Strabismus (Schielen), Trockenheit, Tränenfluß, Trübung der Hornhaut, Verletzungen der Augen.
Beschwerden der Ohren wie
Hörsturz, Ohrekzem, Otitis media (Mittelhrentzündung), Schwerhörigkeit, Taubheit, Tubenkatarrh, Tinnitus (Ohrgeräusche).
Beschwerden der Brust und Atemwege wie
Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Asthma bronchiale, Bronchitis, Bronchiektasen, Brustwarzenentzündung, COPD, Emphysem, Herzbeschwerden, Herzinfarkt, Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Lungenemphysem, Mukosviszidose, Mundgeruch, Pharyngitis (Rachenentzündung), Pleuritis (Rippenfellentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), Rhinitis (Schnupfen), Sarkoidose, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Tonsillitis (Mandelentzündung), Tuberkulose.
Beschwerden von Stoffwechsel/Verdauung wie
Adipositas, Aphten, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Cholezystitis (Gallenblasenentzündung), Colitis ulcerosa (Darmentzündung), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diarrhoe (Durchfall), Divertikulosel, Enteritis (Dünndarmentzündung), Fettleber, Flatulenz (Blähsucht), Gallensteine, Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Gicht, Hepatitis (Leberentzündung), Hernie (Nabelbruch), Medikamentenabusus, Meteorismus (Auftreibung), Morbus Crohn, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Obstipation (Verstopfung), Pylorusspasmus, Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Schluckauf, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Übelkeit und Erbrechen, Ulcus ventriculi (Magengeschwür), Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
Uro-Genital-Beschwerden wie
Afterfissuren, Amenorrhoe (fehlende Menstruation), Blasen- und Gebärmuttersenkung, Endometriose, Eierstockzyste, Nephritis (Nierenentzündung), Ovarialtumor, Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), Hämorrhoiden, Hodenentzündung, Myome, Nierensteine, Prostatitis, Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata), Reizblase, Urethritis (Harnröhrenentzündung), Zystitis (Blasenentzündung)
Allergische Beschwerden wie
Heuschnupfen, Asthma, Allergien, Ekzeme, Neurodermitis, Quaddeln, Urtikaria (Nesselsucht).
Hormonelle Beschwerden wie
Fluor (Ausfluß), klimakterische Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Morbus Basedow, PMS (prämenstruelles Syndrom), Pubertätsprobleme, Schwangerschaftsbeschwerden, Stillprobleme, Struma (Kropf), Thyreoiditis (Entzündung der Schilddrüse), Über- und Unterfunktion der Schilddrüse.
Beschwerden des Bewegungsapparates wie
Arthritis (Gelenkentzündung), Arthrose, Fibromyalgie (Weichteilrheuma), Ischialgie, Lumbago (Hexenschuß), Morbus Bechterew, Osteoprose, Rheuma, Rückenschmerzen, Verletzungen wie Frakturen, Stauchung, Verrenkung, Zerrung.
Hauterkrankungen wie
Abszesse, Akne, Dekubitus (Wundliegen), Drüsenschwellungen, Ekzeme, Erytheme, Fisteln, Frostbeulen, Furunkel, Herpes zoster (Gürtelrose), Hautausschläge, Hühneraugen, Impetigo (Grindflechte), Keloide, Nagelgeschwür, Narben, Neurodermitis, Paronychie (Nagelbettentzündung), Pruritus (Juckreiz), Psoriasis (Schuppenflechte), Rhagaden, Urtikaria (Nesselsucht), Wundheilungsstörungen, Ulcus cruris (offenes Bein), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Warzen, Zysten.
Krankheiten von Herz und Gefäßen wie
Apoplexie (Schlaganfall), Anämie, Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Arteriosklerose, Blutungen, Entzündungen (Phlebitis), Hämorrhoiden, Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Koronare Herzkrankheit, Roemheld-Syndrom, Thrombose, Varizen (Krampfadern), Wassersucht (Ödem).
Ferner Infektionskrankheiten wie grippaler Infekt, Influenza, periodisch wiederkehrende Fieberzustände, Kinderkrankheiten, Lähmungen, Schwäche, Ohnmachtsneigung und viele weitere Erkrankungen!



Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.




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