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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Phytolacca decandra, Kermesbeere


Kermesbeere, Familie der Phytolaccaceae (Phyt.)


Phytolacca, Kermesbeere Die Kermesbeere ist ein 1-2 m hoher Strauch, der in Nordamerika heimisch ist. Die Pflanze ist in allen Teilen leicht giftig, der Verzehr der roten Beeren führt zu gastro-intestinalen Beschwerden mit Brechdurchfällen. Der Pflanzenname leitet sich von dem Wort kermes=rot ab, denn die roten Beeren wurden bereits von den indianischen Ureinwohnern zum Färben von Körben und Wolle benutzt.
In der klassischen Homöopathie ist Phytolacca ein häufig verordnetes Arzneimittel, vornehmlich bei Brustdrüsenbeschwerden und Tonsillitis.

Phytolacca wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Drüsen und Lymphknoten, vor allem Brustdrüse, aber auch Hoden, Mandeln, Ohrspeicheldrüse, Stütz- und Bindegewebe.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Durchnässung. Feuchtes kaltes Wetter. Mandelentzündung.

Hauptanwendungsgebiete von Phytolacca

- Grippe
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- rheumatische Beschwerden nach Tonsillitis
- Diphterie
- Scharlach
- Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
- Mastitis (Brustdrüsenentzündung)
- Mastopathie (Gewebsvermehrung, oft mit Zystenbildung der Brust)
- Brusttumore und -krebs
- Milchmangel, Milchstau, Milchüberschuß
- Parotitis (Entzündung der Ohrspeicheldrüse)
- Mumps
- Orchitis (Hodenentzündung)
- Polyarthritis (Gelenkentzündung)
- Lumbago bzw. Lumbalgie (Rückenschmerzen)
- Ischiasbeschwerden
- Fersenschmerz
- Zahnschmerz
- verzögerte Zahnung
- Tetanus

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten: Gleichgültigkeit und Apathie. Lebensüberdruß. Abneigung gegen geistige Anstrengung. Gereiztheit. Übermäßige Schmerzempfindung.

Schmerzen

Schmerzen für die Phytolacca als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Schmerzen sind sehr stark und wie wund mit Zerschlagenheitsgefühl überall: Augäpfel, Mammae, Nieren, Nacken, Schultern, Rücken, Knie. Rheumatische Schmerzen, die nach einer Mandelentzündung auftreten; sie sind wandernd und manchmal wie Stromstöße, die durch den Körper schießen. Die Gelenke sind heiß und geschwollen. Die Schmerzen in der Brust strahlen in den ganzen Körper aus, die Brust ist steinhart, geschwollen und überaus empfindlich. Schmerzen beim Stillen. Bei Zahnschmerzen hat der Patient die Neigung die Zähne zusammen zu beißen oder auf etwas Hartes zu beißen, weil es den Zahnschmerz lindert.

Innerer Hals

Beschwerden des Halses, für die Phytolacca als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Akute Entzündung der Mandeln mit hohem Fieber, kein Schweiß. Der Hals ist geschwollen, dunkelrot bis blaurot und die Beläge sind weißgrau und zäh. Dauernde stechende oder auch brennende Schmerzen und Trockenheitsgefühl. Das Schlucken ist sehr schmerzhaft, trotzdem hat der Patient das Verlangen zu trinken; heiße Getränke kann er nicht schlucken, sie müssen kalt sein. Beim Schlucken strahlt der Schmerz in die Ohren aus. Schmerz an der Zungenwurzel. Die regionären Drüsen sind geschwollen und schmerzhaft. Die Zunge zeigt Zahneindrücke und es besteht meist ein übler Mundgeruch. Ödem des Zäpfchens. Die Zunge ist rot an der Spitze und im hinteren Teil weißgrau belegt. Druck am Hals ist unerträglich.

Brust

Brustbeschwerden, für die Phytolacca als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika: Die Brust ist geschwollen, schwer und steinhart mit übermäßiger Empfindlichkeit. Eitrige Mastitis und Abszeß. Die Brustschmerzen strahlen von der Brustwarze aus in den ganzen Körper aus. Oft sind die Brustwarzen aufgesprungen oder auch eingezogen. Risse und Wundheit der Brustwarzen. Schmerzen beim Stillen. Chronische Absonderungen aus den Brustwarzen, auch noch lange nach der Stillzeit. Brustentzündung während des Eisprungs. Knoten der Brust. Krebs der Brust.

Extremitäten

Rheumatische Beschwerden nach einer Mandelentzündung. Wandernde Schmerzen in den Gelenken mit morgendlicher Verschlimmerung. Knochenschmerzen, die sich nachts und bei feuchter Kälte verschlimmern. Ischiasschmerzen, die sich die Schenkelaußenseite hinab erstrecken. Unerträgliche Schmerzen in den Fersen wie zerschlagen, schlimmer beim Gehen und besser beim Hochlegen der Füße.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Phytolacca:

Eines der wichtigsten Arzneien für Erkrankungen der Brustdrüse wie schmerzhafte wunde Brust, Schwellungen, Entzündungen, Eiterungen, Abszesse, Knoten, Tumoren, Karzinome. Steinharte Brust. Ausstrahlung der Schmerzen in den ganzen Körper. Wunder starker Schmerz mit Zerschlagenheitsgefühl, wandernde Schmerzen oder Schmerzen wie Stromstöße. Akute Tonsillitis mit Schmerzen beim Schlucken bis in die Ohren und Trockenheitsgefühl, kann nichts Heißes schlucken. Dunkelroter Rachen, Zunge rot an der Spitze und im hinteren Teil weißgrau belegt. Ödem des Zäpfchens und übler Mundgeruch. Rheuma nach Mandelentzündung. Gelenkschmerzen mit morgendlicher Verschlimmerung. Knochenschmerzen, schlimmer nachts und bei feuchtkalter Witterung. Fersenschmerzen beim Gehen, die sich durch Hochlegen der Füße bessern. Ischiasschmerz, das Bein hinabziehend. Ruhelos, muss sich bewegen aber ohne Linderung. Reichlicher heißer Tränenfluß. Schnupfen aus einem Nasenloch. Zahnschmerzen mit Verlangen, die Zähne zusammen zu beißen. Quecksilbervergiftung.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Phytolacca als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:

Wärme. Ruhe. Liegen auf dem Bauch. Kalte Getränke.

Verschlechterung der Beschwerden durch:

Bewegung. Schlucken. Heiße Getränke. Atmosphärische Störungen. Regen, feuchtes kaltes Wetter. Aufdecken. Druck oder äußerlicher Kontakt am Hals.

Sonstiges

Nach Kent ist Phytolacca das pflanzliche Mercurius (Quecksilber).
Aus der Veterinärmedizin berichtet Hale, daß die Melker in Amerika Phytolacca verwenden um Unregelmäßigkeiten der Milchsekretion zu beseitigen, ganz besonders wird sie gegen Verdickung am Euter geschätzt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Mastitis - Phytolacca-Fall aus der Praxis

Frau W. kommt in die Praxis und klagt über starke Schmerzen in der rechten Brust, die schon seit 2 Tagen bestehen. Bei der Untersuchung ist die Brust rot, sehr hart und geschwollen. Die Patientin klagt über starkes Hitzegefühl in der Brust, der Druck der Kleidung sei unerträglich. Sie hatte auch eine leicht erhöhte Temperatur von 37.5°C gemessen. Daraufhin hatte sie gestern die Brust mit kalten Umschlägen behandelt, habe aber das Gefühl, daß ihr die Kälte nicht gut täte. Bei der Inspektion zeigt sich die Brust sehr empfindlich, jede Berührung löst einen Schmerzenslaut aus. Den Schmerz schildert Frau W. als stechend, er beginne in der Brustwarze und strahle von hier aus in den ganzen Körper aus.
Der Homöopath verabreicht Frau W. 2 Globuli der homöopathischen Arznei Phytolacca in der Potenz C 200 und gibt ihr weitere 2 Globuli mit, da wegen der Heftigkeit der Symptomatik die Arzneimittelgabe evtl. wiederholt werden muss.

Begründung der Mittelwahl

Die Wahl des Simile fällt im vorliegenden Fall nicht leicht, denn eine Causa ist nicht ersichtlich und die Symptome werden nicht nur durch das Arzneimittel Phytolacca sondern auch durch Bryonia und Belladonna abgedeckt; alle drei haben Schwellung, Rötung, Hitze und Mastitis in ihrem Arzneimittelbild. Allein das geschilderte Leitsymptom "Schmerzen strahlen von der Brustwarze in den ganzen Körper aus" läßt die Wahl auf Phytolacca fallen.




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