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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Picrinicum acidum, Acidum picrinicum


Pikrinsäure (Pic-ac.)


Picrinicum acidum (Picrinsäure) Die Substanz wurde 1788 von Hausmann entdeckt und bildet sich durch die Einwirkung von Salpetersäure auf organische Substanzen; sie kristallisiert in hellgelben Nadeln oder Blättchen, hat einen bitteren Geschmack und ist schwer löslich in Wasser. Pikrinsäure war früher unter dem Namen Esbach`sche Reagenz bekannt und besitzt als Eiweißgift ein starkes Fällungsvermögen. Wird sie in Rohform vom Menschen eingenommen, so färbt sie Haut und Skleren der Augen gelb, so dass das klinische Bild eines Ikterus entsteht. Dies Phänomen nutzen in früheren Zeiten Soldaten im Krieg, sie nahmen Prikrinsäure ein um eine Gelbsucht vorzutäuschen und so dem Wehrdienst zu entkommen. Die Säure färbt alle Gewebe intensiv gelb und bereits 0,3 - 1 g Prikrinsäure bewirken diesen Effekt. Die Industrie verwendet Pikrinsäure zur Herstellung von Sprengstoffen.
In der klassischen Homöopathie wird Pic.-ac. vorwiegend bei Schwächezuständen verschiedenster Genese eingesetzt.

Picrinium acidum um wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven, Gehirn, Nieren, Sexualorgane, Lumbalregion

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Studieren, Lernen, geistige und körperliche Anstrengung

Hauptanwendungsgebiete von Picrinicum acidum

- Neurasthenie (Nervenschwäche)
- geistige Schwächezustände
- Prüfungsangst
- Demenz
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Parkinson
- Multiple Sklerose
- Nierenentzündung und Nierenschwäche
- sexuelle Schwächezustände, Impotenz
- sexuelle Übererregbarkeit
- Priapismus (schmerzhafte Erektion)
- perniziöse Anämie
- Urämie (Harnvergiftung)
- Schreibkrampf
- Rückenschmerzen
- Spinalreizung
- Fisteln, Eiterblasen
- Furunkel, Karbunkel
- Urtikaria (Nesselsucht)
- Kondylome (Feigwarzen)
- Sklerodermie
- Diabetes
- Narkoseschäden (totes Gewebe)

Nervensystem/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten sind allgemein sehr schwach und erschöpft, dieser Zustand wird schon durch geringe geistige oder körperliche Anstrengung hervorgerufen. Die Betroffenen können sich schlecht durchsetzen, sind willens- und entscheidungsschwach. Es besteht eine ausgeprägte Angst vor Prüfungssituationen und Angst vor öffentlichem Reden. Die Betroffenen halten sich eher im Hintergrund um nicht aufzufallen. Ein Mittel für Konzentrations- und Lernprobleme, für Schüler mit Lustlosigkeit und Null-Bock-Phasen. Trotz Erschöpfung und Müdigkeit können die Patienten schlecht schlafen, leiden unter Depressionen und Neurasthenie (Nervenschwäche). Im ganzen Körper breitet sich ein müdes schweres Gefühl aus. Kopfschmerzen und Migräne sind häufig mit Schwindel verbunden; die Schmerzen sind drückend und pulsierend. Sobald eine geistige oder körperliche Anstrengung vom Patienten verlangt wird, verschlimmern sich die Beschwerden. Streß und Belastungen können nicht mehr kompensiert werden. Ruhe, Liegen und frische Luft bessern den Zustand.

Urogenitaltrakt

Beschwerden des Urogenitaltraktes, für die Picrinicum acidum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Geschlechtstrieb ist übermäßig stark mit ständigen sexuellen Gedanken und heftigen Erektionen und mit nachfolgender Schwäche bzw. Impotenz. Priapismus (schmerzhafte Dauererektion) bei Rückenmarkserkrankungen. Der Penis ist wie zum Zerreissen geschwollen. Nierenleiden mit Harnvergiftung und Ausbleiben der Urinproduktion (Anurie). Oder der Urin ist vermindert, tröpfelt nur spärlich heraus. Nierenentzündungen mit nächtlichem Harndrang sind begleitet von erschöpfender Schwäche. Prostatavergrößerung. Frauen leiden unter Schmerzen im Ovar und Juckreiz der Genitalien (Pruritus vulvae).

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Picrinicum acidum:

Die drei Leitsymptome sind: Schwäche, Ängste und Schweiße. Erschöpfung von Nerven, Gehirn und Rückenmark, Neurasthenie, Erschöpfung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Lähmungen und Krämpfe. Alle Beschwerden werden schon durch geringe geistige oder körperliche Anstrengung verschlimmert. Willensschwäche, muskuläre Schwäche, Abneigung gegen Arbeit. Prüfungsangst. Ängste in der Öffentlichkeit. Demenz. Kopfschmerz und Migräne, beginnend im Nacken und sich bis in die Augen ausbreitend. Schwere es Kopfes. Schwindel. Delirium. Lahmheitsgefühle, Glieder- und Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe durch Überanstrengung. Brennen entlang der Wirbelsäule. Schreibkrampf. Ischias, Krämpfe, Nervenentzündungen. Magenschmerz nach dem Essen mit Blähungen und Sodbrennen. Perniziöse Anämie. Hautausschläge im Gesicht oder hinter den Ohren. Trockene brennende Augen. Prostataleiden, Menstruationsbeschwerden und Gebärmutterleiden. Pruritus vulvae. Nieren- bzw. Blasenentzündung und -schwäche, Urämie und Anurie. Gelbsucht. Beschwerden nach Narkose. Übermäßige sexuelle Erregung und Priapismus (Dauererektion), ständige zwanghafte sexuelle Gedanken. Vermehrt Schweiß und Überempfindlichkeit gegen Wärme.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Picrinicum acidum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Ruhe, frische Luft, kaltes Wasser, fester Druck (Bandagieren)

Verschlechterung der Beschwerden durch:
geringste geistige und körperliche Anstrengung, sexuelle Betätigung, Hitze, heißes Wetter

Sonstiges

Eine bewährte Indikation bei Verbrennungen ersten und zweiten Grades ist eine Mullauflage mit 1%iger Lösung bis sich Granulationsgewebe bildet.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Picrinicum acidum-Fall

J. H. Clarke berichtet über einen Schreibkrampf, der von Halbert behandelt wurde:
Es ging um den Fall einer Büroangestellten, die bei ihrer Arbeit viel stenographieren und Schreibmaschine schreiben musste. Die Frau arbeitete seit 6 Jahren ununterbrochen in dem Büro und hatte in dieser Zeit ständig ihren Zeigefinger benutzt. Jetzt bemerkte sie eine Schwäche von Daumen und Zeigefinger. Die Beschwerden verstärkten sich und sie war bald nicht mehr in der Lage, einen Füller oder Bleistift zu halten. Dann kamen auch noch Probleme beim Maschineschreiben dazu, sie bekam Schwierigkeiten die richtigen Tasten anzuschlagen und es entwickelte sich eine Fallhand. Als Halbert sie zum ersten Male sah, war ihr Finger ziemlich starr und gestreckt und zeigte einen extrem spastischen Zustand. Die Hand war mit Massage und Elektrizität behandelt worden, was aber keine Linderung bewirkte.
Daraufhin verordnete Halbert Picrinium acidum - 6mal täglich -, was den Fall zur Heilung brachte und auch eine große Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes bewirkte
(Halbert, September 1898).





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