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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sabadilla officinalis, Mexikanisches Läusekraut


Sabadilla oder Cebadilla, Läusesamen, Familie der Liliaceae (Sabad.)


Das Läusekraut ist urspünglich heimisch in Mittelamerika, gelangte um 1700 nach Europa und wurde vor allem als Bestandteil eines Pulvers gegen Ungeziefer verwendet. Für die homöopathische Zubereitung werden die reifen getrockneten Samen verarbeitet, die sog. Läusesamen. Der Name Sabadilla leitet sich her aus dem Spanischen und bedeutet Gerste, die Pflanze verdankt diese Bezeichnung der Ähnlichkeit ihres Fruchtstandes mit dem der Gerste. Der deutsche Name Läusekraut leitet sich aus seiner Verwendung gegen Ungeziefer ab, dessen Giftwirkung durch das Alkaloid Veratrin zustande kommt.
In der klassischen Hoöopathie wird Sabadilla vorwiegend bei Allergien und Heuschnupfen eingesetzt. Wegen der Toxizität ist die Urtinktur verschreibungspflichtig.

Sabadilla wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem. Haut, Schleimhäute. Herz. Magen/Darmtrakt.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Schreck, geistige Anstrengung und Nachdenken, Wurmbefall.

Hauptanwendungsgebiete von Sabadilla

- Heuschnupfen, Schnupfen
- Heufieber (besonders im August)
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- wiederkehrende Halskatarrhe
- Schwindel
- Neuralgien
- Ohnmachten
- Tremor (Zittern)
- Zuckungen
- Lähmungen
- Schwachsichtigkeit
- Schwerhörigkeit
- Sodbrennen
- Magen/Darm-Beschwerden
- Diarrhoe (Durchfall)
- Wurmbefall
- Hypochondrie (Neigung zu Überbewertung von Beschwerden)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Unruhe und Angst und eingebildete Befürchtungen. Der Betroffene hat seltsame Einbildungen oder Sinnestäuschungen in Bezug auf seinen Körper: er meint schwanger zu sein oder sein Körper sei verunstaltet, sein Hoden sei geschwollen oder sein Bauch sei eingefallen. Fixe Ideen. Denken bewirkt Kopfschmerzen.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Sabadilla als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Sabadilla paßt gut für Menschen mit hellen Haaren und hellem Teint und einer relativ schwachen Muskulatur. Ferner für Kinder, die zu Wurmbefall neigen.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Sabadilla als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Typische Beschwerden bei Heuschnupfen: Es kribbelt und juckt in der Nase, die Augen tränen, sind rot und brennen. Es treten heftige Anfälle von Niesen auf, auch abgebrochener Niesreiz, der Betroffene zupft dauernd an der Nase. Die Nasenschleimhaut ist trocken, aber auch Fließschnupfen und verstopfte Nase. Jucken und Kribbeln im Gaumen- und Rachenbereich treiben zur Verzweiflung. Auffallende Durstlosigkeit. Überempfindlich für Gerüche. Gerüche selbst von duftenden Blumen sind unerträglich. Halsschmerzen mit Globus- oder Fadengefühl im Hals, die sich durch warmes Trinken oder warme Speisen bessern. Fremdkörpergefühl im Kehlkopf- oder Rachenbereich, der Patient räuspert sich unentwegt oder muss ständig schlucken. Heftige Hustenanfälle mit asthmatischer Atmung und Atemnot sowie Jucken der Haut.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sabadilla:

Wichtiges Heuschnupfenmittel mit Beschwerden der Schleimhäute und der Tränendrüsen: reichlicher wässriger Schnupfen mit Kitzeln in Nase und Hals und krampfhaften Niesanfällen, gefolgt von Tränenfluß. Heißes Gesicht mit roten brennenden Augenlidern und starkem Tränenfluß. Heftige Niesattacken mit laufender, wunder brennender oder verstopfter Nase. Schnupfen mit Stirnkopfschmerz, besser durch Einatmen von warmer Luft. Schleim läuft den Rachen hinunter. Juckreiz am Gaumen. Kopfschmerz durch zuviel Denken, durch Wurmbefall, besser durch Essen. Empfindlichkeit gegen Gerüche, gegen Blumenduft. Halsentzündungen mit stechendem Schmerz und starker Trockenheit in Hals und Rachen, beginnend auf der linken Seite. Durstlosigkeit trotz trockener Schleimhäute. Empfindlichkeit gegen Kälte und kalte Speisen. Warme Speisen und Getränke bessern die Halsbeschwerden. Globus- oder Fremdkörpergefühl im Hals, Gefühl einer lose im Hals hängenden Haut, muss darüber hinwegschlucken. Nervöse Erkrankungen mit Muskelkrämpfen, Zittern und Zucken der Glieder; Tremor der Hände, Schwäche der Beine, Lähmungserscheinungen. Sinnestäuschungen oder fixe Ideen in Bezug auf den Körper, Neigung zu Selbstbeobachtung. Die Symptome wandern von einer Seite auf die andere, Halsbeschwerden beginnen meist auf der linken Seite. Beschwerden wiederholen sich periodisch: jede Woche, alle 2 oder 4 Wochen, immer zur selben Stunde.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sabadilla als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
frische Luft, Hitze, warmes Essen und warme Getränke.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Kälte, kalte Luft, kalte Getränke, geistige Anstrengung, Neu- und Vollmond, Periodizität.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Heuschnupfen - Sabadilla-Fall aus der Praxis

Frau G. kommt mit ihrer 11jährigen Tochter Lina wegen einer heftigen Heuschnupfensymptomatik in die Praxis. Lina reagiert stark auf die z. Zt. fliegenden Birkenpollen und der Homöopath läßt sich ihre Beschwerden schildern: tagsüber läuft Lina ständig die Nase, das Sekret ist wässrig, die Augen tränen, sind rot und verschwollen und in ca. stündlichen Abständen bekommt Lina heftige Niesanfälle, manchmal 10 Nieser hintereinander. Am meisten leidet das Kind unter einem heftigen Juckreiz im Rachen am hinteren Gaumen und hat daher eine Art Schnalzen im Rachen entwickelt, was grunzende Geräusche verursacht und ihre Mutter verrückt macht. Außerdem räuspert sie sich ständig. Der Homöopath verordnet Lina daraufhin das homöopathische Arzneimittel Sabadilla und empfiehlt einen Termin für die chronische Behandlung nach Ende der Heuschnupfensaison.

Begründung der Mittelwahl

Die ausgeprägte Heuschnupfensymptomatik wird durch mehrere Arzneimittel abgedeckt, wie z. B. Pulsatilla oder Allium cepa. Das ausgeprägte Kribbeln am Gaumen und das ständige Räuspern finden sich als Leitsymptome aber nur bei Sabadilla.
Dieses Arzneimittel wurde aufgrund der akuten Symptomatik verordnet und wird voraussichtlich die Beschwerden lindern aber nicht heilen können. Da es sich bei einem Heuschnupfen aber nicht um eine akute sondern um eine chronische Krankheit handelt, ist im beschwerdefreien Intervall eine chronische Behandlung anzuraten.




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