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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Solanum dulcamara, Bittersüß


Solanum dulcamara, Bittersüß

Bittersüß, Familie der Solanaceae (Dulc.)


Dulcamara ist ein Halbstrauch aus der Familie der Nachtschattengewächs und wächst in Auwäldern und feuchtem Gebüsch. Die Pflanze trägt rote Beeren, die das giftige Solanin enthalten. Gelegentlich kommen Vergiftungen vor, besonders von bei Kindern, da sie mit Johannisbeeren verwechselt werden können. In der klassischen Homöopathie ist Dulcamara ein häufig verordnetes Arzneimittel; seine Hauptindikation sind Beschwerden, die durch den Wechsel von warm zu kalt/feucht ausgelöst werden. Die früheren Homöopathen nannten es das Hauptmittel für "Leute die in feuchten Kellern leben oder arbeiten".

Dulcamara wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Augen, Blase/Niere, Haut, Schleimhäute, Gelenke

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Wechsel von warm zu kalt wie z. B. Folgen von heißen Tagen und kalten Nächten, Liegen oder Sitzen auf feuchtem kalten Boden, Klimaanlagen. Naßkalte Witterung. Durchnässung (Baden/Regen). Unterdrückung von Hautausschlägen. Unterdrückung von Absonderungen.

Hauptanwendungsgebiete von Dulcamara


- Erkältungen
- Husten, Reizhusten
- Schnupfen (schlimmer im Freien)
- Asthma
- Bronchitis
- Zystitis(Blasenentzündung)
- Halsschmerzen
- Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
- Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Durchfall mit Kolik
- Nackenschmerz, Nackensteifigkeit
- Rheuma durch feuchte Kälte oder Wetterwechsel von warm zu kalt
- Urtikaria (Nesselsucht)
- Kälteurtikaria (Nesselsucht, die bei Kälte auftritt)
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Herpes labialis (Lippenherpes)
- Neurodermitis
- Warzen
- Gesichtsneuralgien (Nervenschmerzen) nach Unterdrückung eines Katarrhs
- Durchfälle als Folge von Wechsel von warm zu kalt.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Hast und Eile. Redseligkeit und Geschwätzigkeit. Streitsüchtig ohne Zorn. Verschmäht Dinge oder Speisen, die er verlangt hat.

Augen

Augenbeschwerden, für die Dulcamara als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Auslösung der Augenbeschwerden durch feuchte Nässe oder Kälte. Begleitende Bindehautentzündung (siehe auch Rhus) bei allergischem Schnupfen. Starkes Jucken der Lider. Die Beschwerden sind schlimmer nachts und in kalter Luft, Wärme und Bewegung bessern die Symptome. Die Pupillen sind meist erweitert (Dulcamara ist verwandt mit Belladonna). Es bilden sich dicke gelbe Sekrete und auch Granulationen auf den Lidern. Augenschmerzen, die beim Lesen und in Ruhe schlimmer sind. Entzündungen, die nach Kälte oder Nässeeinfluß wiederkommen.

Blase

Blasenbeschwerden, für die Dulcamara als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ausschlaggebend für die Wahl von Dulcamara ist die auslösende Ursache der Blasenentzündung (siehe auch Harnwegsinfekt): feuchte Kälte, daher treten die meisten Zystitisfälle im Spätsommer bzw. Herbst auf. Blasenentzündung (-> a. Hydrastis canadensis), wenn der Patient z. B. vom Regen überrascht wurde, nach Baden im Freibad oder wenn er nach dem Schwimmen auf einer feuchten Wiese gelegen hat oder auf kalten Steinen saß. Meist treten die Beschwerden sehr bald nach der Unterkühlung auf, d.h. innerhalb eines Tages. Ständiger Harndrang mit Schmerz in der Harnröhre beim Wasserlassen, evtl. gelblichweißer Urin, kann mit Blut vermischt sein. Es kann auch dicker eitriger Schleim entleert werden. Übelriechender Urin. Die Blasenschmerzen werden schlimmer bei Kälte in jeder Form und besser bei Wärme und Stilliegen.

Haut

Hauterkrankungen, für die Dulcamara als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Hauterkrankungen jeder Art, die durch Nässe und feuchte Kälte verschlimmern oder ausgelöst wurden. Krustige und borkenartige Hautausschläge mit feuchten Absonderungen, nässend und blutend oft mit begleitender Drüsenschwellung. Impetigo. Flache Warzen. Superinfizierte Ekzeme. Frieselausschlag Neugeborener. Säuglingsekzem. Urtikaria. Ausschläge auf der behaarten Kopfhaut.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Dulcamara:

Das Haupt-Leitsymptom ist die Verschlimmerung durch Kälte und Nässe. Folgen von heißen Tagen und kalten Nächten, Wechsel von warm zu kalt. Wenn jede Erkältung auf die Augen (bzw. Blase, Gelenke, Hals Atemwege, Darm) schlägt. Für Beschwerden durch ständigem Temperaturwechsel. Folgen von Klimaanlagen. Beschwerden im Wechsel: z. B. Asthma wechselt sich ab mit Hautausschlag oder Rheuma. Hautausschlag und rheumatische Beschwerden wechseln ab mit Durchfällen. Schwellung von Lymphknoten und Drüsen. Reichlich Schleimhautabsonderungen aber trockene Haut. Entzündliche Ekzeme. Sommerdurchfälle, meist wässrig gelb. Durchfall nach Wetterwechsel. Erkältungen nach Wetterwechsel. Die Beschwerden bevorzugen eher die linke Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Dulcamara als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme. Trockenes Wetter. Bewegung. Umhergehen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Nässe, Kälte. Schnelles Abkühlen nach Schwitzen. Wechsel von warm nach kalt. Kalte Getränke. Eiskrem. Nachts.

Sonstiges

Belladonna und Lachesis sollten nicht vor oder nach Dulcamara eingenommen werden. Dulcamara ist ein Arzneimittel für Personen, die beruflich ständigem Temperaturwechsel ausgesetzt sind, z. B. in Kühlhäusern.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Zystitis (Blasenentzündung)- Dulcamara-Fall aus der Praxis

Frau M. kommt mit ihrer 12jährigen Tochter Lisa in die Praxis, die über akute Blasenbeschwerden klagt. Da am Vortag ein relativ freundlicher Spätsommertag gewesen war, hatte Lisa das Wetter ausgenutzt, war im Freibad gewesen und hatte dort den ganzen Tag verbracht. Auf Nachfrage gibt sie an, dass sie auch den ganzen Tag nicht die nassen Badesachen gewechselt hätte. Gegen Spätnachmittag wurde es dann kühler und sie hatte etwas gefröstelt, auch kalte nasse Füße gehabt, sich aber trotzdem nichts Warmes übergezogen. Heute morgen sei sie dann erwacht mit starkem Harndrang und Schmerzen in der Harnröhre beim Wasserlassen. Der Urin sehe zwar unauffällig aus, würde aber sehr unangenehm riechen. Im warmen Bett seien die Beschwerden etwas besser. Daraufhin hatte Frau M. ihrer Tochter Tee gekocht, eine Wärmflasche gemacht und von der Schule beurlaubt in der Hoffnung, die Beschwerden seien am nächsten Tag vorüber. Da das aber nicht der Fall war, wurde sie nun in der Praxis vorstellig. Der Homöopath fragt noch einmal genau nach den auslösenden Umständen und gibt Lisa daraufhin 3 Globuli Dulcamara C12 direkt auf die Zunge. Die Mutter bekommt ein Rezept über Dulcamara C12 Tropfen, die sie ihrer Tochter alle 2 Stunden geben soll. Bei Besserung sollen die Einnahmeabstände vergrößert werden bis Beschwerdefreiheit eintritt.

Begründung der Mittelwahl

Der Homöopath entscheidet sich für Dulcamara, weil er sich sicher ist, dass in diesem Fall die auslösende Ursache, die Causa, in der Durchnässung des Mädchens mit anschließender Durchkühlung zu sehen ist, wofür Dulcamara das vorrangige Arzneimittel ist. Auch die Symptome und Modalitäten passen zum Arzneimittelbild. Hätte Lisa eine Blasenentzündung bekommen, ohne dass eine Durchnässung stattgefunden hätte, wäre für sie am ehesten das Arzneimittel Cantharis infrage gekommen.




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