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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Stannum metallicum, Zinn


Gefäße aus Zinn

Metallisches Zinn (Stann.)


Bei Stannum handelt es sich um das chemische Element Zinn mit dem Symbol Sn, welches zur Gruppe der Schwermetalle gezählt wird. Es ist silbrig grau, leicht glänzend und so weich, dass es sich mit dem Fingernagel ritzen läßt. Zinn wurde schon 1500 Jahre v. Chr. in ägyptischen Pyramiden als Grabbeigabe gefunden. Größere Bedeutung erlangte Zinn als Legierung mit Kupfer - als Bronze; ferner als sog. Weißblech, wobei es sich um verzinntes Eisenblech handelt. Ca. 1% Zinn befinden sich auch in unseren goldfarbenen Euromünzen. Zinn hat einen niedrigen Schmelzpunkt (ca. 230°) und verdampft bei 2068°; unter allen Metallen ist dies die höchste Temperaturdifferenz.
In der klassischen Homöopathie wird Stannum vorwiegend bei Erkrankungen der Atemwege verordnet.

Stannum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Atmungsorgane. Nervensystem.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Gefühlsbewegungen, Schreck. Gebrauch der Stimme.

Hauptanwendungsgebiete von Stannum

- Bronchitis
- Kehlkopfentzündung
- Heiserkeit
- Asthma
- Mukoviszidose (Cf, zystische Fibrose)
- Lungenemphysem (Lungenblähung)
- Emphysembronchitis
- Bronchiektasen (Erweiterung der Bronchialäste)
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Neuritis (Nervenentzündung)
- Kopfschmerzen
- Erschöpfungszustände, Neurasthenie
- Schwindel
- Tremor (Zittern)
- Paresen (Lähmungen)
- Senkungsbeschwerden (Descensus)
- Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
- Nachschweiße
- Blähsucht

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Stimmung ist niedergedrückt und traurig mit Mutlosigkeit, die Patienten sind dabei wortkarg und verschlossen. Es besteht eine ängstliche Grundstimmung und Scheu vor Begegnungen mit anderen Menschen. Jede Aufgabe ist lästig und wird als zuviel empfunden. Der Gemütszustand verschlimmert sich vor der Regel.

Verdauungsorgane

Beschwerden der Verdauungsorgane, für die Stannum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Krampfartige Bauchschmerzen und Koliken um den Nabel herum, die sich durch Druck bessern, indem der Patient sich z. B. über eine harte Kante lehnt (auch Colocynthis). Es besteht ein Gefühl von Hinsein und Leere im Magen, auch wenn er gerade gegessen hat. Der Betroffene reagiert überempfindlich auf Gerüche, besonders Küchengeruch ist ihm unerträglich und reizt zum Erbrechen. Er muss süßlich aufstoßen oder hat einen bitteren Geschmack im Mund.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Stannum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Große Schwäche in der Brust, der Patient fühlt sich so schwach, dass er kaum sprechen kann. Er leidet unter Atemnot, selbst bei geringer Anstrengung. Der Kehlkopf fühlt sich wund an, die Stimme klingt tief, hohl und heiser. Ausräuspern von Schleim bessert die Stimme, Sprechen, Singen oder Lachen verschlimmert den Zustand. Heftiger erschütternder Husten, erregt durch Sprechen, Singen oder Lachen. Reichlicher Auswurf. Die Kehlkopf- und Bronchialbeschwerden werden schlimmer durch Gebrauch der Stimme und durch warme Getränke. Stannum ist angezeigt bei Patienten, die unter chronischen Bronchial- und Lungenerkrankungen leiden mit reichlichem Auswurf. Der Auswurf kann graufarbig sein, auch mit Blutbeimengung, süßlich oder auch salzig sein. Stannum ist auch eine Arznei für chronischen lockeren Husten mit grünlichem Auswurf, besonders morgens und abends. Die Beschwerden verschlimmern sich beim Liegen, besonders auf der rechten Seite.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Stannum:

Große Schwäche, Müdigkeit und Erschöpfung, die ständig zunimmt und mit Atemwegsbeschwerden einhergeht, vor allem wenn die Schwäche primär im Brustkorb empfunden wird. Lähmungsartige Schwäche mit Zittern bei geringster Anstrengung. Schwäche in der Brust, so dass der Patient kaum sprechen kann. Eine Treppe hinunter zu gehen schwächt mehr als sie hinauf zu gehen. Der Patient will immer liegen oder sich anlehnen, plötzliches Zusammensacken. Lungen- und Bronchialerkrankungen mit grobblasigen Rasselgeräuschen und reichlich gelb grünem süßlichen oder salzigen Auswurf. Bauchkoliken, die sich durch harten Druck bessern. Leeregefühl im Magen, abwärts drängendes Gefühl. Küchengerüche reizen zum Erbrechen. Heißhunger tagsüber und abends fehlender Appetit. Erschöpfende Nachtschweiße. Zu frühe und reichliche Menstruation. Allmählich kommende und verschwindende Schmerzen, Kopfschmerz wie durch ein Band, allmählich zu- und abnehmend. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite. Schmerzen steigen und sinken mit der Sonne.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Stannum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
fester Druck z. B. gegen eine Kante, Zusammenkrümmen, Auswurf.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Sprechen, Lachen, Singen, Liegen auf der rechten Seite, durch Bewegung, geringe Anstrengung, Berührung, Kälte, warme Getränke, treppab steigen.

Sonstiges

Für die Verordnung von Stannum sollte möglichst immer ein Schwächesymptom vorhanden sein.
Stannum ist Pulsatilla sehr ähnlich und gleichzeitig das Antidot.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Kopfschmerzen - Stannum-Fall aus der Praxis

Ein 30jähriger Mann kommt zur Behandlung wegen heftiger Kopfschmerzen, unter denen er bereits seit ca. acht Jahren leidet; manchmal halten die Schmerzen ununterbrochen einige Monate an. Nach der Schmerzqualität und -lokalisation befragt schildert er folgendes: Der Kopfschmerz beginnt mit einem Pochen in den Schläfen, dann konzentriert er sich in einem Auge - meistens dem rechten - und erstreckt sich dann über den ganzen Kopf. Begleitend verspürt er eine starke Übelkeit und Appetitlosigkeit. Der Geruch aus der Küche, wenn seine Frau das Essen richtet, ist ihm unerträglich und verschlimmert die Übelkeit und auch die Kopfschmerzen. Manchmal muss er erbrechen, wonach es ihm dann etwas besser geht. Gibt es zeitliche Auffälligkeiten? Der Kopfschmerz würde stets morgens nach dem Erwachen ganz allmählich einsetzen und dann ständig schlimmer werden, bis er so gegen Mittag seinen Höhepunkt erreiche, dann würde die Intensität langsam wieder abnehmen und gegen Abend ginge es ihm dann wieder besser; allerdings melde der Kopfschmerz sich dann am nächsten Morgen wieder.
Daraufhin erhält der Patient das homöopathische Arzneimittel Stannum metallicum.

Begründung der Mittelwahl

Relevant für die Mittelwahl sind in diesem Falle vor allem die Geruchsempfindlichkeit des Patienten und der geschilderte zeitliche Ablauf der Kopfschmerzen; nach der Repertorisation kommen vor allem die Arzneien Stannum, Sepia und Spigelia infrage. Nach dem Studium der Arzneimittelbilder ergibt sich dann allerdings, dass Spigelia keine übermäßige Geruchsempfindlichkeit aufweist und das Steigen und Sinken der Kopfschmerzen mit dem Sonnenlauf sich nicht hochwertig bei Sepia findet; allein im Arzneimittelbild Stannums findet sich dieser typische Schmerzverlauf.




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