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Psychologie



Tabuthema Tod

In unserer Gesellschaft wird das Thema Tod oft ausgeklammert - alle haben Angst davor, keiner will darüber reden. 80% der Menschen sterben in einem Krankenhaus oder in einem Pflegeheim. Zu Hause zu sterben ist nicht mehr normal, damit halten wir uns dieses Thema möglichst weit vom Leibe.
Mir ist es wichtig, dass dieses Tabu gebrochen wird - der Tod gehört zu unserem Leben. Jeder muß sterben, jeder sollte sich auch mit seinem Tod auseinander setzen.
Gefühle, Ängste, Hoffnungen auszusprechen, hilft uns besser mit diesem Thema umzugehen. Alles allein in sich hineinzufressen, macht einsam und vergrößert die Angst. Oft will man seinen Partner, seine Angehörigen nicht zusätzlich belasten mit solchen Gefühlen, vergisst aber ganz, dass unausgesprochenes noch viel belastender ist und geteiltes Leid ist halbes Leid!
Im Umgang miteinander ist Ehrlichkeit, Echtheit und tiefe Achtung voreinander wichtig. Das beinhaltet den anderen zu verstehen, seine Entscheidungen zu akzeptieren und mitzutragen.


Wie erleben Todkranke ihre Situation?

Lange Krankenhausaufenthalte, in denen die Selbstbestimmung und Intimsphäre eingeschränkt werden, wird als Würdeverlust erlebt. Hinzu kommt ein sozialer Verlust, der auch erst verkraftet werden muss. Wichtig ist auch die religiöse bzw. philosophische Einstellung des Betroffenen. Die Sorge um Hinterbliebene und unerledigte Dinge belasten zusätzlich.
Die Auseinandersetzung mit dem Sterben ist ein andauernder Prozess, in dem zwischenzeitlich Gefühle wie Angst, Depression und Ärger "normal" sind und verschiedene Anpassungs- und Abwehrmechanismen von Bedeutung sind.


Einige Anpassungsmechanismen

- Verleugnung: Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen der Realität, z.B. Schmieden von unrealistischen Plänen.
- Regression: z.B. sich von anderen sehr umsorgen lassen, sich in Abhängigkeit anderer begeben.
- Egozentrik: Einschränkung des Erlebens auf den eigenen Körper.
- Projektion: Angst um Nahestehende äußern, nicht um sich selbst.
- Isolierung vom Affekt: Betont "sachliche" Betrachtung der Situation, Ausklammern der Gefühle.
- Neudefinition: Gute Seite an der Situation für sich entdecken.


Angehörige kennen den Betroffenen gut und sind häufig am besten in der Lage, ihm Trost und Beistand zu sein. Häufig ist es aber so, dass die Angehörigen selbst große Schwierigkeiten haben, mit den drohenden Tod des Familienmitgliedes fertig zu werden.


Schwierigkeiten auf Seiten der Angehörigen

- Gewissenskonflikte (Konflikt zwischen dem Wunsch, dem Patienten nahe zu sein und dem Wunsch, vor ihm und den anderen Belastungen zu fliehen)
- Schuldgefühl (Schuldgefühl, länger leben zu dürfen als andere; Schuldgefühl, nicht genug für den Kranken tun zu können)
- Emotionale Belastungen durch das Erleben des körperlichen und unter Umständen geistigen Verfalls des Angehörigen
- Konfrontation mit dem eigenen Tod angesichts des Todes des Angehörigen
- Bedrohung durch den zu erwartenden Verlust (Zerstörung der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, Bedrohung der Existenzgrundlage)
- Veränderung im Familiensystem (z.B. der zuvor starke beschützende Vater bedarf jetzt selbst des Schutzes, ist abhängig)
- Unsicherheiten in der Kommunikation ( wie offen darf mit dem Kranken über die Krankheit gesprochen werden?
Wie viel von den eigenen Gefühlen und Schwierigkeiten darf man gegenüber dem Kranken ausdrücken?)



Mögliche Hilfen

- Reaktionen wie Wut, Zorn, Ärger sind "normal" bei der Auseinandersetzung mit dem Tod
- Gesprächsangebote von professioneller Ebene in Anspruch nehmen (Seelsorger, Psychologe)
- Entspannungstechniken erlernen z.B. autogenes Training, Visualisierung oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Beten
- Einen Freiraum für sich schaffen in dem man wieder Kraft findet
- Nicht vergessen - der Überlebende muß weiterleben (sich Ziele, Aufgaben setzen, wie es nach dem Tod des Angehörigen weitergehen soll).


Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Die zweite Hälfte des Satzes aus der Bibel wird meiner Meinung nach oft unter den Tisch gekehrt.
Wir müssen erst uns selbst lieben, uns was Gutes tun, bevor wir anderen helfen können, ohne selbst auszubluten.


Copyright © by Gabriele Strassacker 1998. All rights reserved.




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