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Sekundäre Pflanzenstoffe - > Rohkost
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Rohkost


Einige Nahrungsmittel verdienen besondere Aufmerksamkeit - die Rohkost. Sie umfaßt theoretisch alle Nahrungsmittel, die roh verzehrt werden können. Neben Obst und Gemüse auch Fleisch (z.B. als Tatar), rohe Eier, rohe Milchprodukte ...
Manchmal überwiegen jedoch die Nachteile, weshalb eine Hitzebehandlung vor dem Verzehr dann sinnvoll ist:
So enthält das Eiklar Avidin, das mit dem lebenswichtigen Biotin einen Komplex bildet und damit für den Körper nicht mehr verfügbar ist. Durch Erhitzen des Eies wird Avidin zerstört.

Welches Gemüse bietet sich nun zum Rohverzehr an?

Blumenkohl, Knoblauch, Kohlrabi, Lauch, Möhren, Radieschen, Rettich,Rosenkohl, Rote Beete, Sellerie, Tomaten, Weißkohl (vorwiegend als Sauerkraut) und andere.

Wie schon unter den Sekundären Pflanzenstoffen erwähnt, können die hoch wirksamen bioaktiven Stoffe als selbstgepresster Saft besser aufgenommen werden. Man kann abends z.B. Saft und mittags geraspeltes Gemüse machen.

Als Sprossen bietet sich an:

Alfalfa, Bockshornklee, Radieschen, Senf, Mungbohnen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne...

Die Samen ca. 12 Stunden in Wasser tränken, dann in speziell dafür entwickelten Schalen (siehe Abb.) keimen lassen, morgens und abends wässern - schon nach 2 oder 3 Tagen kann meist geerntet werden. Die ersten 2 Tage sollten die Samen nur im gedämpften Licht keimen.
Aber bitte darauf achten, woher die Samen kommen, damit Sie keine pathogenen Keime heranzüchten! Am besten ganz direkt die Unbedenklichkeit der Samen erfragen!

  Bockshornklee-Keimlinge zu Pflänzchen gezogen: Einweichzeit der Samen: 12 h

Wirkung

Enzyme

Pflanzen enthalten viele Enzyme, die bei mechanischer Zerkleinerung aktiviert werden und die Verdauung unterstützen. Pflanzen enthalten viele inaktive Vorstufen von biologisch hochaktiven Wirkstoffen, die erst durch die enzymatische Aktivität biologisch wirksam werden: z.B. das im Knoblauch enthaltene Alliin wird enzymatisch zum hochaktiven antibakteriell wirkenden Allicin gespalten. Auch einige Enzyme selbst wirken sich sehr günstig auf den Stoffwechsel aus: z.B. proteolytische Enzyme (Bromelaine) in Ananas, die entzündungswidrig wirken. Enzymreiche Kost durch Obst, Gemüse und Sprossen tragen viel mehr zur Gesundheit bei, als bisher vermutet.

Keimreiche Kost

Keimarme Kost (durch Kochen) führt zu einer Verarmung der Bakterien im Darm. Keimreiche (probiotische) Nahrung, wie sie in den rohen Nahrungsmitteln vorkommen, steigert die Artenvielfalt und Menge der Bakterien und erhöht die Infektabwehr.

Ballaststoffe

Die Qualität (Struktur) der Ballaststoffe ist von entscheidender Bedeutung: Rohe Karotten wirken eben ganz anders als gekochte (Bei Sodbrennen helfen mir immer rohe Karotten).

Ballaststoffe wirken sehr vielfältig

- Stabilisieren den PH-Wert
- Regulieren die Geschwindigkeit der Darmpassage
- Wirken prophylaktisch gegen Ausstülpungen im Darm (Divertikel), die irgendwann zu Krebszellen entarten können
- Absorbieren Giftstoffe und sonstigen Unrat
- Wirken sich günstig auf den Stoffwechsel aus, wie Senkung des Cholesterinspiegels im Blut oder langsamere Resorption von Kohlehydraten.



Übertrieben viel Ballaststoffe können jedoch die Resorption lebenswichtiger Wirkstoffe verschlechtern!



Vitamine

Eine Vielzahl von Vitamine sind hitzeempfindlich und würden teilweise verlorengehen.

SH-Gruppen

Schließlich spielen die funktionellen SH-Gruppen / Sulfhydrylgruppen eine wichtige Rolle (beispielsweise die Senföle, die auch zu den Sekundären Pflanzenstoffen gerechnet werden). Sie wirken entgiftend, begünstigen die Infektabwehr und nehmen bei dem Energiestoffwechsel eine Schlüsselfunktion ein.
Durch den Verzehr von Rohkost erwirbt man eine Vielzahl von hitzeempfindlichen Substanzen bzw. Wirkstoffen wie Vitamine, Enzyme, SH-Gruppen, keimreiche Kost, Ballaststoffe und noch viele andere, die uns durch Kochfanatiker entgehen würden.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gekochter und roher Kost ist wohl die richtige Ernährung.
 

Bei der Mukoviszidose besteht trotz Enzymsubstitution noch immer häufig eine geringere Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie A, D, E und K (Labortest machen)!

Ebenso Selen und Zinkmangel können sich oft einstellen; eine Substitution mit geeigneten Präparaten sollte dann erfolgen.




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Quellennachweis: Körner und Keime, von Rose-Marie Nöcker, Heyne Verlag.
Kraut & Unkraut zum Kochen & Heilen von E. Hollerbach, Hugendubel Verlag.