Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Ammonium carbonicum, Hirschhornsalz


Hirschhornsalz aus Geweihe

Ammoniumcarbonat, flüchtiges Laugensalz (Am.-c.)


Das sog. Hirschhornsalz wurde ursprünglich aus den Geweihen von Hirschen hergestellt und dient beim Backen als Triebmittel. Unter der Bezeichnung E503 ist es in Deutschland als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Bei unmittelbarem Verzehr ist es wegen seines Ammoniakgehaltes gesundheitsschädlich, durch das Erhitzen beim Backvorgang wird das Ammoniak jedoch ausgetrieben. In früheren Zeiten wurde Hirschhornsalz auch als mildes Riechsalz verwendet, um einer Ohnmacht entgegenzuwirken.
In der klassischen Homöopathie wird Ammonium carb. vorwiegend bei chronischen Erschöpfungszuständen sowie Herz- und Atemwegserkrankungen verordnet.

Ammonium carb.wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Herz, Kreislauf, Atemwege

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
stürmisches Wetter, nasses Wetter, kaltes Baden, Entblößen, Zorn.

Hauptanwendungsgebiete von Ammonium carb.:

- Asthma
- Bronchitis
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Lungenödem und Lungenemphysem
- Heuschnupfen
- chronischer Dauerschnupfen
- Nasenbluten
- Parotitis
- Zahnschmerzen
- Zahnfleischerkrankungen
- Schlaf-Apnoe
- Tachykardie (Herzrasen)
- Herzinsuffizienz
- Angina pectoris
- Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung)
- Enuresis (Bettnässen)
- Hämorrhoiden
- Panaritium (Nagelgeschwür)
- Fleckfieber
- Masern
- Scharlach
- Rachitis
- Urämie (Harnvergiftung)
- Höhenkrankheit
- chronisches Erschöpfungssyndrom

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Ammonium carb. als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Es handelt sich häufig um müde und erschöpfte eher korpulente Menschen, vor allem Frauen, die leicht zu Erkältungen neigen und langsam in Auffassung und Reaktion sind. Sie pflegen eine sitzende Lebensweise und leiden an zu starker Menstruation und Durchfällen davor. Fettleibige Menschen mit schwachem Herzen, Keuchen auf der Brust und Erstickungsanfällen. Häufig besteht bei den Betroffenen eine starke Abneigung gegen Wasser und eine damit verbundene Unreinlichkeit in der Körperpflege. Empfindlichkeit gegen kalte Luft.

Atemwege

Sauerstoffmangel mit einem Zustand der Schläfrigkeit und Ausgezehrtheit, der auch charakteristisch für fettleibige Patienten mit chronischer Bronchitis und Lungenemphysem ist. Lungenödem mit Husten, Erstickungsgefühl und Herzrasen sowie brennendem Gefühl im Brustkorb; Verschlimmerung schon durch leichte Anstrengung wie z. B. das Hochsteigen einer Treppe. Druckgefühl im Brustkorb und Beklemmung mit verlangsamter mühevoller Atmung und rasselnden Lungengeräuschen, es kann aber nur wenig Schleim heraufgebracht werden. Nachts verschlimmern sich die Beschwerden, vor allem zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Die Anfälle können ausgelöst werden durch Kälte, Feuchtigkeit oder das Überwinden eines Höhenunterschiedes. Auch das Betreten eines warmen Zimmers verschlimmert die Beschwerden. Chronisch verstopfte Nase nachts, so dass nur durch den Mund geatmet werden kann. Nasenbluten beim Waschen des Gesichts. Heuschnupfen, Fließschnupfen und ständiger Reiz zum Niesen. Katarrhe der Atemwege beginnen in der Nase.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Ammonium carb. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Glieder auf denen der Patient liegt schlafen ihm ein. Er hat Krämpfe in Waden und Fußsohlen, die Hände und Finger schwellen an, wenn er den Arm herunterhängen läßt. Reißende Gliederschmerzen bessern sich in der Bettwärme, der große Zeh ist geschwollen und schmerzhaft, Gichtzeh. Schmerzen in den Knochen bei Wetterumschwung. Die Fersen schmerzen beim Stehen. Taubheitsgefühle in den Füßen. Überbein. Nagelbettentzündung.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Ammonium carb.:

Mangel an Energie, Kraft, Stärke, Tonus. Der typische Ammonium-carbonicum-Patient ist schwach, müde und verbraucht, sowohl körperlich wie auch geistig, teils ohne offensichtliche Beschwerden, auf die man seinen Zustand zurückführen könnte. Patienten mit niedriger Vitalität. Schwäche des Herzens und der Atemorgane, Lungenöden und -emphysem und rasselnden Lungengeräuschen. Schwere Formen der Höhenkrankheit mit Lungenödem und Sauerstoffmangel. Probleme beim Akklimatisieren in großen Höhen. Herzinsuffizienz. Heftiges Herzklopfen mit Beklemmung, Angst, kaltem Schweiß, Tränenfluß und Schwierigkeiten beim Sprechen. Kollaps. Sog. Schlaf-Apnoe: im Schlaf setzt die Atemtätigkeit vorübergehend aus. Erwachen aus dem Schlaf mit Hochschrecken und Erstickungsgefühl. Sehr große Kälteempfindlichkeit. Schweregefühl in allen Körperteilen. Abneigung gegen Waschen, Verschlimmerung durch Baden. Dauerschnupfen mit verstopfter Nase, vor allem nachts, es kann nur durch den Mund geatmet werden. Heuschnupfen mit Niesen nachts oder morgens beim Erwachen. Nasenbluten nach Waschen oder Essen. Choleraartige Symptome zu Beginn der Menses. Blutende Hämorrhoiden.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Ammonium carbonicum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Druck, Liegen auf der schmerzhaften Seite, Liegen auf dem Bauch, Liegen auf der rechten Seite, trockenes Wetter, Essen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
kaltes nasses Wetter, feuchte Anwendungen, im Freien, Waschen, während der Menses, Bewegung, körperliche Anstrengung, abends, zwischen 3 und 4 Uhr früh, Neumond.

Sonstiges

Ammonium carb. sollte nicht zusammen mit Lachesis eingenommen werden.
Ammonium carb. ist ein Antidot für Insektenstiche und Vergiftungen mit Kohlenrauch.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Ammonium carbonicum-Fall von Dr. T. J. Kent

Der berühmte Homöopath Dr. T. J. Kent berichtet von einer seiner Patientinnen, die unter typischer Herzschwäche mit Atemnot und heftigem Herzklopfen bei Bewegung litt. Man hatte sie zu einem fähigen Neurologen gebracht, der ihr eine "Liegekur" verschrieb; am Ende dieser Kur ging es ihr allerdings schlechter als je zuvor. Danach wurde ein Herzspezialist hinzugezogen. Dieser meinte, ihr Herz sei zwar nicht besonders kräftig, aber er könne kein organisches Leiden am Herzen feststellen, und so falle sie nicht in sein Fachgebiet. Dann wurden noch ein Lungenfacharzt und verschiedene Spezialisten konsultiert, die allesamt nichts fanden; jedoch litt die arme Frau weiterhin unter ihren Beschwerden und konnte kaum laufen. Ihr Zustand verschlechterte sich stetig und so wurde Dr. Kent gerufen. Der Fall war sehr vage und außer den bekannten Symptomen hatte er nichts, auf das er eine Verschreibung stützen konnte. Er berichtet: "Schließlich entschied ich mich für Ammonium carbonicum, welches in den nächsten 18 Monaten ihr Heilmittel blieb; die Wirkung einer Einzeldosis hielt bei ihr jeweils 6-8 Wochen an, wobei es jedesmal zu einer weiteren Besserung kam. Sie kann jetzt Berge ersteigen und auch sonst alles tun, wonach ihr der Sinn steht... Dies zeigt, wie tief diese Arznei bei Ihr gewirkt hat."



Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top