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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Urtica urens, Kleine Brennessel


Urtica urens, kleine Brennessel

Brennessel, Familie der Urticaceae (Urt.-u.)


Die Brennessel kommt als Kosmopolit in der ganzen Welt vor; therapeutisch genutzt werden Urtica urens (Kleine Brennessel) und ihre große Schwester Urtica dioica. Stengel und Blüten sind bei beiden mit Brennhaaren besetzt, deren Spitzen bei Berührung mit der Haut abbrechen, ihr Sekret in die Haut injizieren und dadurch eine Quaddelbildung verursachen. Schon Hippokrates, Paracelsus und Hildegard von Bingen rühmten ihre Heilwirkung. In der Volksmedizin wurde die Brennessel seit jeher wegen ihrer diuretischen, antirheumatischen und entzündungshemmenden Wirkung geschätzt und bei Rheuma, Gicht, Steinkrankheiten, zur Blutreinigung und sogar bei Haarausfall verwendet. Tee aus den Blättern dient zur Durchspülungstherapie bei Harnwegswerkrankungen.
In der klassischen Homöopathie wird Urtica urens häufig verordnet, vor allem bei Hautausschlägen, Verbrennungen und Milchmangel.

Urtica urens wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut und Schleimhäute. Brustdrüse. Milz.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Verbrennung, Insektenstich, Unterdrückung von juckenden Hautausschlägen, Wochenbett, Essen von Fisch oder Meeresfrüchten.

Hauptanwendungsgebiete von Urtica urens

- Rheuma
- Gicht
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- Steinleiden
- Pruritus (Hautjucken)
- juckende Hautausschläge
- allergische Reaktionen
- Nesselsucht (Urtikaria)
- Nesselsucht (Urtikaria) abwechselnd mit Rheuma
- Windpocken
- Verbrennungen 1. Grades
- Insektenstiche
- Störungen der Milchsekretion
- Milchmangel der Wöchnerinnen
- Milchfluß bei nicht schwangeren oder stillenden Frauen
- Erbrechen nach unterdrückten Hautausschlägen
- Diarrhoe (Durchfall)nach unterdrückten Hautausschlägen
- Blutungen aus Darm, Lunge, Uterus
- Bettnässen (Enuresis)
- Nierengries
- Urämie (Harnvergiftung)
- Harnverhaltung (Anurie)
- Tendenz zu Ödemen (Wassersucht)
- Gerstenkorn (Hordeolum)
- Würmer (Ascariden)
- Abmagerung

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
nicht bekannt

Haut

Beschwerden der Haut, für die Urtica urens als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Alle Arten von Nesselsucht mit Beschwerden, wie sie durch Kontakt mit Brennesseln entstehen: Röte der Haut, Pickelchen, Bläschen, auch Quaddelbildung und heftigster Juckreiz. Insektenstiche. Urtikaria, die nach dem Genuß von Muscheln, Fisch oder Schalentieren auftritt. Bei dem Jucken handelt es sich um ein beißendes Jucken oder ein Brennen, sowie fein stechende Schmerzen. Bei Wärme und nachts sind die Beschwerden schlimmer. Auch nach Wasserkontakt oder heftiger körperlicher Anstrengung wird der Juckreiz verstärkt. Es kommen auch Taubheitsgefühle oder Gefühllosigkeit der Haut vor. Heftiges Afterjucken bei Wurmbefall. Eine weitere Indikation ist Jucken bei rheumatischen Erkrankungen oder wenn juckende Hautausschläge unterdrückt wurden und dadurch andere Beschwerden hervorbringen. Verbrennungen 1. Grades sind gut mit Urtica urens zu behandeln, besonders wenn sie durch heißes Wasser entstanden sind; in diesem Falle kann das Mittel auch äußerlich als Umschlag und zusätzlich innerlich angewendet werden.

Weibliche Organe

Beschwerden der weiblichen Organe, für die Urtica urens als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Urtica urens ist ein wichtiges Arzneimittel bei Störungen der Milchsekretion, wenn nach der Entbindung das Kind gestillt werden soll und die Milch versiegt oder ausbleibt. Die Brüste schwellen an und schmerzen stechend-brennend, es können beide oder auch nur eine Seite betroffen sein. Nach dem Abstillen kann Urtica urens verordnet werden, um den Milchfluß zu stoppen. Eine weitere Indikation ist Milchsekretion aus der Brustdrüse bei nicht schwangeren Frauen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Urtica urens:

Juckende Hautausschläge, Urtikaria, Nesselsucht mit vorwiegend stechend-brennenden Schmerzen. Insektenstiche. Verbrennungen 1. Grades, besonders durch heißes Wasser. Juckreiz, der sich verschlimmert nach Baden oder heftiger körperlicher Anstrengung. Juckreiz schlimmer nachts und bei Warmwerden. Jucken wie von Brennesseln oder ein stechend feiner Schmerz. Jucken bei Ascariden. Erbrechen oder Diarrhoe als Folge von Unterdrückung eines Hautausschlages. Erkrankungen der Milz. Ödeme. Begünstigt die Ausscheidung bei Patienten mit harnsaurer Diathese und Gichtneigung. Steinleiden, Rheuma, Gicht, Arthritis. Rheuma abwechselnd mit Urtikaria oder Nesselfieber. Windpocken. Beschwerden nach Genuß von Muscheln, Fisch und Schalentieren. Versiegen der Milch bei stillenden Frauen, Milchfluß bei nicht Schwangeren. Periodizität - die Symptome kehren jedes Jahr zur gleichen Zeit wieder.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Urtica urens als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
durch Reiben, Niederlegen, nach Schweiß.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, nach Baden, bei Rheuma, feuchtkaltes Wetter, Schneewetter, feuchtkalte Anwendungen, Berührung.

Sonstiges

Urtica urens ist das Antidot ("Gegengift") bei Muschelverzehr.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Juckender Hautausschlag- Urtica-Fall aus der Praxis

Herr T. kommt mit einem juckenden Hautausschlag in die Praxis; der Ausschlag besteht schon seit gestern, Herr T. berichtet, das es nach dem Mittagessen begonnen hatte. Bei der Untersuchung sieht der Homöopath auf Armen und Beinen viele kleine hellrote erhabene Pickelchen mit einem weißen Hof zentral. Arme und Beine weisen starke Kratzspuren auf, einige Stellen sind blutig aufgekratzt. Das Jucken sei unerträglich berichtet Herr T. und ständig müsse er kratzen, allerdings wurde es gestern abend nach dem Hinlegen etwas besser, leider sei der Juckreiz aber am Morgen wieder unverändert dagewesen. Der Homöopath fragt nach evtl. bekannten Allergien - es ist nichts bekannt. Was er denn gegessen habe? Ein Fischgericht. Eigentlich möge er keinen Fisch und esse ihn sonst nie, bei diesem Essen handelte es sich aber um eine Einladung, die er nicht ablehnen mochte.
Daraufhin verordnet der Homöopath Herrn T. das homöopathische Arzneimittel Urtica urens.

Begründung der Mittelwahl

Die Hauptsymptome ähneln stark einer Verbrennung mit Brennesselblättern, somit wäre mit der Verordnung von Urtica urens dem Ähnlichkeitsgesetz genüge getan. Weil aber mutmaßlich auch das Fischgericht eine Rolle bei Herrn T.s Beschwerden gespielt haben könnte, wird die Wahl von Urtica urens durch das Leitsymptom "Urtikaria (Nesselsucht) nach Fischgenuss" zusätzlich gesichert.




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